Doping | "Operation Aderlass" NADA-Disziplinarverfahren gegen Ex-Eisschnellläufer Lehmann-Dolle

Robert Lehmann-Dolle (Eisschnelllauf)
Robert Lehmann-Dolle arbeitete zuletzt als Stützpuntktrainer in Berlin. Bildrechte: imago/Sebastian Wells

Im Zuge des Doping-Skandals um den Erfurter Sportarzt Mark S. ist erstmals die Identität eines mutmaßlich involvierten deutschen Athleten offiziell bestätigt worden. Wie die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) am Freitag mitteilte, wurde ein sportrechtliches Disziplinarverfahren vor dem Deutschen Sportschiedsgericht (DIS) gegen den ehemaligen Eisschnell-Olympiateilnehmer Robert Lehmann-Dolle wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping Bestimmungen eingeleitet.

Erkenntnisse bezüglich eines möglichen Dopingverstoßes des 35-Jährigen in einem "sportrechtlich nicht rechtsverjährten Zeitraum vor 2015" habe die NADA aufgrund eines Whistleblower-Hinweises und in enger Zusammenarbeit mit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I erhalten. Die daraufhin eingeleiteten Ermittlungen der NADA in den vergangenen Wochen verdichteten den Verdacht. Die Entscheidung über einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen trifft ein Schiedsgericht.

Die strafrechtlichen Ermittlungen der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I zur "Operation Aderlass" sind von dem sportrechtlichen Verfahren der NADA unabhängig. "Sollten sich weitere Erkenntnisse ergeben, die auf mögliche Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen hinweisen, wird die NADA auch diesen nachgehen und gegebenenfalls weitere Disziplinarverfahren einleiten», hieß es in einer Mitteilung. Die ARD-Dopingredaktion hatte am 24. März berichtet, dass ein deutscher Eisschnellläufer und Olympia-Teilnehmer in den Doping-Skandal um den Sportarzt Mark S. involviert sein soll. Der Sportler habe wiederholt sein Blut vom Erfurter Netzwerk manipulieren lassen, das während der Nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld Ende Februar in den Fokus der Ermittler geraten war.

Lehmann-Dolle nahm an den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin, 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi teil. Ein Weltcup-Sieg gelang dem Erfurter Langstreckenspezialisten nicht. Bereits am vergangenen Wochenende hatte der Olympiastützpunkt Berlin Konsequenzen gezogen und "einen derzeit dort Beschäftigten bis zur Aufklärung des Sachverhaltes von seinen Aufgaben freigestellt". Namentlich wurde Lehmann-Dolle, der als Stützpunkttrainer tätig war, dabei nicht genannt.

sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 10. Mai 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2019, 21:21 Uhr

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3 Kommentare

11.05.2019 23:08 Paule 3

Ist sicherlich ein getarnter Russe. EU-Bürger tun so etwas nicht, ein Deutscher erst recht nicht. Oje, habe ich Deutscher geschrieben? Meine es aber nicht rassistisch, sondern geografisch.

11.05.2019 03:13 ESC-Fan 2

Dass gerade er, den viele Eislauffans in Erfurt den Professor genannt haben, zu solchen Mitteln gegriffen hat, ist nicht nachvollziehbar - aber scheinbar halt bittere Realität. Robert war einer der weltbesten Junioren, hat den Sprung nach ganz oben trotz zweier Olympiateilnahmen aber nie geschafft. Er hätte das früher merken und seine Laufbahn stoppen müssen wie sein damaliger Weltklasse-Junioren-Partner Eric Rauschenbach. Robert Lehmann hat dem deutschen Eislaufen einen Bärendienst erwiesen...wenn das alles wahr ist, was ihm vorgeworfen wird. Sein langes Schweigen jetzt ist echt der Wahnsinn für alle deutschen Eisläufer.

10.05.2019 21:38 na so was 1

Das Eisschnellläufer R. Lehmann jener Robert Lehmann aus Erfurt ist, der in den Doping-Skandal verwickelt ist, konnte man ganz einfach aus den Olympiabüchern nach dem Ausschlussverfahren herausfiltern. So viele deutsche Eisschnellläufer, die bei Olympia teilgenommen haben, dessen Nachname mit L beginnt, gibt es nicht. Warum da so ein Geheimnis daraus gemacht wurde, werden wir nicht erfahren. Das es auch anders geht, wissen ebenfalls alle. Eine Trainingsgruppe mit russischen Sportlern wird der Dopingeinnahme verdächtigt. Nächsten Tag stehen alle Namen der russischen Sportler in deutschen Zeitungen, aber nicht, dass sie verdächtig sind, nein sie werden der Einnahme von Dopingmitteln bezichtigt, obwohl keine Beweise vorliegen. Die Berichterstattung über den Dopingfall des deutschen Eisschnellläufers R. Lehmann wurde bewusst verschleiert, weil nicht sein darf, was ist.

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