Claudia Pechstein ist enttäuscht
Claudia Pechstein forderte Robert L. auf, sich öffentlich zu bekennen. Bildrechte: imago/Sven Simon

Doping | Operation Aderlass Claudia Pechstein kritisiert mutmaßlichen Doping-Sünder Robert L.

Nach dem Blutdoping-Vorwurf gegen den früheren Eisschnellläufer Robert L. hat sich Claudia Pechstein zu Wort gemeldet. Die Weltklasse-Athletin, die gemeinsam mit Robert L. trainiert hat, fordert ihn zum Klartext auf.

Claudia Pechstein ist enttäuscht
Claudia Pechstein forderte Robert L. auf, sich öffentlich zu bekennen. Bildrechte: imago/Sven Simon

Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein kritisierte den unter Dopingverdacht stehenden Eisschnellläufer vor allem für sein Schweigen. Damit würden "viele von uns wieder in einen Dopingverdachtstopf geschmissen", so Pechstein. "Mit einer klaren öffentlichen Positionierung hätte Robert L. ganz viel Schaden und Druck von den Sportlern und den Eisschnellläufern nehmen können. Ja sogar müssen!"

"Ein solches Problem kann man niemals aussitzen"

Pechstein forderte Robert L. auf, sich öffentlich zu bekennen. "Selbst wenn Du schuldig bist - was ich persönlich nicht hoffe - und Du diesen Betrug an UNS allen begangen hast, wäre es Deine Pflicht gewesen, Dich zu bekennen und die Konsequenzen zu tragen", schrieb Pechstein am Mittwoch in einem offenen Brief, den sie auch auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte. "Du hättest wissen müssen, dass man ein solches Problem niemals aussitzen kann. Du hast die Pflicht, es zu klären, denn es geht eben nicht nur um Dein Einzelschicksal. Es geht um viel mehr", schrieb sie weiter.

Selbst wenn Du schuldig bist – was ich persönlich nicht hoffe – und Du diesen Betrug an UNS allen begangen hast, wäre es Deine Pflicht gewesen, Dich zu bekennen und die Konsequenzen zu tragen.

Claudia Pechstein

Deutsche Eischnelllauf-Gemeinschaft bestätigt Namen nicht

Am Dienstag war der erste in die "Blutdoping-Affäre" verwickelte deutsche Olympiastarter namentlich bekannt geworden. Es soll sich nach Recherchen der MDR-Sendung "Sport im Osten" und des "RBB Sport" um den heutigen Olympiastützpunkttrainer in Berlin, Robert L., handeln. Die Deutsche Eischnelllauf-Gemeinschaft bestätigte den Namen bisher nicht.

"Alle erwarten eine öffentliche Reaktion von Dir"

Pechstein war ohne Doping-Beweis zwischen 2009 und 2011 für zwei Jahre aufgrund erhöhter Blutwerte gesperrt. Sie hatte immer erklärt, nie gedopt zu haben und kämpft auf mehreren juristischen Ebenen um ihre Rehabilitation. Pechstein schrieb dem Eisschnellläufer, dass Sportler, die schuldig sind, "einen irreparablen Vertrauensschaden" anrichten. "Deshalb erwarten alle, die unseren Sport lieben, endlich eine öffentliche Reaktion von Dir", forderte sie. "Wenn Du unschuldig bist, dann sag es - und alle sauberen Sportler werden hinter Dir stehen. Wenn nicht, dann sag auch das und stehe dafür ein, was Du getan hast", bekräftigte die Berlinerin.

Robert L. gehörte zu Trainingsgruppe von Pechstein

Pechstein und Robert L. trainierten oft gemeinsam, waren Teamkollegen in Berlin, reisten zusammen zu Weltcups und den Olympischen Spielen.

sst/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 10. April 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2019, 15:01 Uhr

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7 Kommentare

11.04.2019 19:13 lunatic 7

@#5 M. Klinge: Wespennest???
Siehste, und das sind genau die unbewiesenen Generalverdächtigungen, die mich ankotzen. Motto: Pechstein? War da nicht ´mal ´was mit ´ner sich auf Indizien stützenden Dopingsperre wegen auffälliger Blutwerte, als deren Ursache Doping nie bewiesen werden konnte? Jetzt gehörte der Verdächtige zu Pechsteins Trainingsgruppe? - Da muss doch auch bei ihr ´was ´dran sein! Anders kann es nicht sein!
Glaubt jemand ernsthaft, dass Claudia Pechstein nach dieser "unendlichen Geschichte" um ihre damalige Sperre nicht unter absoluter Kontrolle und Überwachung steht???
Ich bleibe dabei- ich kann Claudia Pechsteins Kritik absolut nachvollziehen.
Wenn Mark Schmidt bereits ausgepackt haben sollte(gibt´s Beweise?), kann sich Robert L. aber nun auch ´mal äußern.

11.04.2019 18:39 Schiedsrichter 6

#4 mein Kommentar war auch mehr rhetorisch gemeint, das er Nachwuchs Trainer ist ,setzt die ganze Geschichte natürlich in ein anderes Licht , das er etwas verbotenes getan hat muss ihm bewusst gewesen sein , dann als Nachwuchstrainer zu agieren ist schon verwerflich

11.04.2019 16:32 Markus Klinge 5

Sticht man in ein Wespennest, fängt es an zu Summen..........gut gesummt Frau P.

11.04.2019 12:53 lunatic 4

@#3 Schiri: ...wobei ich mich an DIE großen Erfolge des Robert L. irgendwie nicht erinnern kann, die man ihm aberkennen könnte (war der richtig erfolgreich? gut- Olympiateilnahmen und Nationalmannschaft sind an sich schon ein Erfolg- hatte der mal 'was Größeres gewonnen???)
Ansonsten würde ihn, sollte sich der Verdacht/Vorwurf bestätigen, der jetzt drohende Verlust seines Nachwuchstrainer-Jobs schon wehtun (denke ich)...
Ansonsten kann ich die Kritik von Claudia Pechstein durchaus nachvollziehen und vermute, dass das die Herren Beckert, Ihle und Dufter (u.a.) ähnlich sehen.

10.04.2019 17:42 Schiedsrichter 3

Ex Eisschnellläufer ,ihm wird’s egal sein ob er nachträglich 10 Jahre gesperrt wird und alle Erfolge aberkannt werden , man hat ihn in der Zeit als aktiven Sportlern nicht erwischt beim Doping, so einfach ist das

10.04.2019 17:19 Paule 2

Wer am lautesten schreit...

10.04.2019 15:56 Harzer Käse 1

Wer frei von Sünde ist werfe den ersten Stein.