Doping Ex-Langläufer Dürr zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt

Der ehemalige Langläufer Johannes Dürr hat sich im Prozess um seine Verwicklungen in das vermutete Doping-Netzwerk um einen Erfurter Sportmediziner teilweise schuldig bekannt. Dem 32 Jahre alten Österreicher wird neben dem eigenen Blutdoping auch vorgeworfen, zum Doping anderer Sportler beigetragen zu haben. Er erhielt eine Bewährungsstrafe.

Der ehemalige Langläufer Johannes Dürr ist am Montag wegen Dopings vom Landgericht Innsbruck zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Dem 32 Jahre alten Österreicher wurde neben dem eigenen Blutdoping auch vorgeworfen, zum Doping anderer Sportler beigetragen zu haben. Letzteres sah das Gericht aber nur teilweise als erwiesen an.

Teils schuldig bekannt

Dürr hatte sich zuvor teils schuldig bekannt und vor allem sein eigenes Blutdoping erneut eingestanden. Zugleich hatte er aber erklärt, dass er etwa die beiden bereits verurteilten Ex-Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf nicht an den Erfurter Sportmediziner Mark S. vermittelt habe. Die beiden Sportler behaupteten zuletzt das Gegenteil. Auch sei er kein Weiterverkäufer von Wachstumshormonen an andere Sportler gewesen oder habe einem anderen Sportler Blut intravenös rückgeführt.

Eigene Lagerung der Blutbeutel war Thema

Dürr war bereits 2014 bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi wegen Dopings aufgeflogen. Vor Gericht gab er zu, dass er sich während der folgenden Sperre Blut abnehmen und dies für ein mögliches Comeback beim Erfurter Mediziner einfrieren ließ. Auch habe es zwischenzeitlich Überlegungen gegeben, bei einem möglichen Ausstieg des Arztes aus den Doping-Praktiken gemeinsam mit anderen die bereits eingefrorenen Blutbeutel selbst zu lagern und damit teilweise das Doping-Geschäft zu übernehmen.

Aussage gegen Aussage

Nach der Ausstrahlung der ARD-Doku "Die Gier nach Gold" im Januar 2019, mit der Dürr die "Operation Aderlass" bei der Nordischen Ski-WM in Tirol auslöste, wollte er nach eigenen Angaben nichts mehr mit dem Blutdoping zu tun haben. "Ich hab gesagt, 'Ich mag nicht mehr', aber er wollte das nicht so ganz akzeptieren", sagte Dürr vor Gericht über ein Gespräch mit dem Erfurter Mediziner, der derzeit in München in Untersuchungshaft sitzt. Mark S. sagte dagegen in seinen Vernehmungen, dass Dürr auch nach der Doku nochmal Blut rückführen wollte. Eine Aussage bei der Verhandlung in Innsbruck verweigerte der Arzt.

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 27. Januar 2020 | 17:45 Uhr

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