Müller-Spirra
Stephanie Müller-Spirra beim Finaltag in Schkeuditz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Fans im Osten" | Gewinnspiel Erfurts Floorballer als Dritte in die Playoffs

Was Erfurts Torhüter und Initiator der Live-Übertragung Daniel Skowron zunächst als "Schnapsidee" bezeichnete, war ein voller Erfolg. "Ich habe den Kegelwettkampf bei "Fans im Osten" verfolgt und dachte, dass wir uns auch mal bewerben könnten und die Berichterstattung auch unserer Sportart sehr gut tun würde." Und das tat sie: Neben sportlichen Höchstleistungen beim letzten Spieltag der Regionalliga Ost in Schkeuditz bekamen die Zuschauer einen interessanten Einblick hinter die Kulissen.

Müller-Spirra
Stephanie Müller-Spirra beim Finaltag in Schkeuditz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Titelverteidiger Erfurt als Dritter in die Playoffs

Gleich im ersten Spiel des Tages unterlag Fox Erfurt, der amtierende Deutsche Meister auf dem Kleinfeld, am Sonntag trotz einer 4:2-Führung dem Vizemeister des Vorjahres, Schakale Schkeuditz, mit 4:5. Später mussten sich die Thüringer dem MFBC Leipzig klar mit 1:9 geschlagen geben. In der Endabrechnung sicherte sich Leipzig damit als Erster die beste Ausgangslage für die Playoffs (27./28. April) der besten vier Teams. Die Erfurter rutschten durch diese beiden Niederlagen zum Abschluss noch hinter Schkeuditz den auf dritten Rang vor Buchholz, dass sich mit zwei Siegen noch an Genthin vorbei auf Platz vier schob und damit die Playoffs komplettiert.

Abschlusstabelle Regionalliga Ost
Platz Team Punkte Tore
1 MBFC Leipzig 27 105:54
2 Schakale Schkeuditz 19 107:87
3 Fox Erfurt 19 85:70
4 TSV 1847 Buchholz 14 73:87
5 SV Chemie Genthin 11 71:84
6 Südharzrüpel Großörner 0 65:124

Langer Weg bis zur Meisterschaft

"Floorball ist Teamsport, da sind Emotionen drin.", sagte der Schkeuditzer Stanislav Kanta unmittelbar nach seinem Siegtreffer zum 5:4 gegen Erfurt im ersten Spiel des Tages. Um diese für eine erfolgreiche Saison bis hin zur Qualifikation für die acht Teams umfassende Endrunde (29./30. Juni in Dinklage) zu nutzen, ist neben einem Weiterkommen ins Playoff-Finale der Regionalliga Ost auch eine zweite Quali-Runde gegen Teams aus dem nordostdeutschen Raum zu meistern. Diesen Weg sind die DM-Vorjahresfinalisten aus Erfurt und Schkeuditz im vergangenen Jahr erfolgreich gegangen.

Das Fazit des Tages stammte von Co-Kommentator Pavel Lubentsov, der normalerweise für Leipzig als Torhüter agiert: "Wir haben schöne Tore gesehen. Es ist ein Super-Tag heute gewesen. Wir haben alles gesehen, was die Sportart mit sich bringt." Dank Lubentsov und Skowron, die Anekdoten rund um den Floorball preisgaben, konnten die Zuschauer im MDR-Livestream zudem interessante Einblicke hinter die Kulissen der Sportart gewinnen, die wir für Sie im Folgenden zusammengefasst haben.

Frage 1: Warum hat der Ball eigentlich Löcher?

"Was war zuerst da: Loch oder Ball?" stellten sich MDR-Moderatorin Stephanie Müller-Spirra und Kommentator Julian Wiegmann auf humorvolle Art und Weise die Frage aller Fragen zum Spielgerät. "Und warum sieht der Ball aus wie ein Schweizer Käse?" Abhilfe leistete Lubentsov: "Durch die Löcher hat der Ball weniger Luftwiderstand und ist damit deutlich schneller und präziser".

Frage 2: Warum trägt der Deutsche Meister keine Heimspiele aus?

Nur drei Jahre nach seiner Gründung 2015 haben die Akteure von Fox Erfurt den Deutschen Meistertitel errungen. Besonderheit ist dabei, dass die Thüringer nach wie vor nicht mit der für die Sportart notwendigen Bande trainieren können - weil in der heimischen Trainingshalle schlichtweg keine vorhanden ist. Damit sind auch keine Wettkämpfe vor eigenen Fans möglich.

Floorball WM
Bedingungen bei einer Weltmeisterschaft. In Erfurt hofft man darauf, demnächst mit einer Bande trainieren zu können. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Erfurts Peter Müller, der schon auf dem Großfeld als Aktiver Deutscher Meister wurde und das Abschlusstraining seines Teams vor dem letzten Spieltag leitete, sagte: "Eine Woche vor der DM sind wir nach Schlotheim zu meinem Vater gefahren und haben dort einmalig mit Bande trainiert." Offenbar sehr erfolgreich: Am Ende stand der Deutsche Meistertitel im Kleinfeld zu Buche. Bezüglich der Bereitstellung sei man in Erfurt in Gesprächen mit der Stadt und hofft laut Skowron darauf, "auch mal Heimspiele" austragen zu können.

Frage 3: Warum musste der Keeper des Deutschen Meisters noch weit bis in die Nacht als DJ ran?

Wie viele andere Sportarten auch betreiben die Akteure Floorball mit jeder Menge Herzblut. Nebenbei müssen die Akteure einem Job nachgehen, da sie nicht von der Sportart leben können. So musste Erfurts Keeper Daniel Skowron, gleichzeitig Initiator der Bewerbung für "Fans im Osten", noch bis in die frühen Morgenstunden als Disc-Jockey in einem Leipziger Club ran. Nur wenige Stunden später zeigte er im ersten Spiel des Tages beim 4:5 gegen Schkeuditz mehrere Glanzparaden.

maw

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 08. April 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. April 2019, 11:57 Uhr

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