Doping | "Operation Aderlass" Erfurter Eisschnellläufer vom Doping-Vorwurf freigesprochen

Freispruch und Erleichterung: Eisschnellläufer Robert Lehmann-Dolle wurde im Zuge des Doping-Skandals um den Erfurter Sportarzt Mark S. beschuldigt, mit Eigenblut gedopt zu haben. Der Beweis dafür konnte nicht erbracht werden. Jetzt kam der Freispruch.

Robert Lehmann-Dolle (Eisschnelllauf)
Robert Lehmann-Dolle hofft, dass er seinen Trainer-Job wieder aufnehmen darf. Bildrechte: imago/Sebastian Wells

Der frühere deutsche Eisschnelllauf-Olympiateilnehmer Robert Lehmann-Dolle ist durch das Deutsche Sportschiedsgericht Dis vom Vorwurf des Eigenblut-Dopings freigesprochen worden. "Die Schiedsklage der Nada aus Mai 2019 wurde abgewiesen", bestätigte am Dienstag die Nationale Antioping-Agentur Nada. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

 Beweis konnte nicht erbracht werden

"Mangels der erforderlichen Überzeugung der zuständigen Schiedsrichter des Deutschen Sportschiedsgerichts in Bezug auf das Beweismaß, haben diese nach den Grundsätzen der Beweislastverteilung entschieden, den Athleten nicht wegen einen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen zu verurteilen", führte die Agentur weiter aus. Die Nada werde nun die Entscheidung genau prüfen und dabei auch bewerten, ob und inwieweit sie gegen die Entscheidung Rechtsmittel vor dem Internationalen Sportschiedsgericht einlegt.

 Lehmann-Dolle: "Habe ein paar Tränen verdrückt"

Überglücklich reagierte Robert Lehmann-Dolle. "Ich habe die Mitteilung am Montag erhalten, war natürlich total erleichtert und habe erst einmal ein paar Tränen verdrückt", sagte der frühere Erfurter der Deutschen Presse-Agentur. Der 36-Jährige lebt seit Jahren in Berlin und arbeitete zuletzt als Nachwuchs-Trainer am Olympiastützpunkt Berlin. Dort war er wegen der Doping-Vorwürfe von seiner Tätigkeit entbunden worden und führt seitdem einen Arbeitsgerichtsprozess. "Natürlich habe ich nun die Hoffnung, dass ich meinen Trainer-Job wieder aufnehmen kann", erklärte er.   

 Erfurter Arzt Mark S. hatte  Lehmann-Dolle belastet

Der dreimalige Olympiateilnehmer war im vergangenen Frühjahr vom Erfurter Arzt Mark S. belastet worden. Dieser steht ab dem 16. September in München vor Gericht. Ihm werden Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz und Antidopinggesetz vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er seit Ende 2011 regelmäßig und in einer unbekannten Anzahl von Fällen weltweit Blutdoping betrieben.

dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 18. August 2020 | 19:30 Uhr

1 Kommentar

Dynamo vor 4 Wochen

Wieso wird so ein Spruch nun wieder in Frage gestellt. Es ist bewiesen, dass kein Doping vorliegt. Also Freispruch. Punkt. Aus. Die Nada hat anscheinend genügend Kohle, um Alles noch mal aufzurollen. Gibt es nicht noch ein paar ungelöste Dopingfälle von vor 1970 ? Es wäre doch interessant, dort auch noch mal eine Prüfung auf Doping zu starten. Das interessiert sicher jeden und alle.
18.08.2020, 15:12