Schwimmen Florian Wellbrock: Steigerungspotenzial trotz Medaillenregens in Budapest

Florian Wellbrock kehrt mit fünf Medaillen von der Schwimm-WM in Budapest heim und schreibt weiter an seiner Erfolgsgeschichte. Die Bilanz ist zufriedenstellend - auch wenn es Verbesserungsbedarf gibt.

Florian Wellbrock im Freiwasser 8 min
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Nur wenige Stunden nach seinem letzten Auftritt bei der Schwimm-Weltmeisterschaft in Budapest wirkte Florian Wellbrock gelöst. Und das nach kräftezehrenden 10 Kilometern im Freiwasser, die dem 24-Jährigen die Bronzemedaille bescherten. Nach zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze war es sein fünftes Edelmetall bei den Wettbewerben in der ungarischen Hauptstadt, gleichbedeutend mit der Einstellung des Uralt-Rekords von Michael Groß.

Wellbrock "super happy" über Medaillenausbeute

Zwar sei der Körper noch "sehr ausgelaugt und müde", doch die Freude über den erfolgreichen WM-Abschluss entschädigt für die Strapazen. "Dass es mit fünf Medaillen bei fünf Starts geklappt hat, habe ich nicht erwartet", sagte Wellbrock im MDR-Interview. "Ich bin super happy, dass ich dieses Kräftemessen so gut überstanden habe und jetzt mit fünf Medaillen nach Hause fahren kann."

Der Athlet vom SC Magdeburg war als Titelverteidiger auf die Strecke gegangen und musste sich am Ende nur seinem ewigen Widersacher Gregorio Paltrinieri und dessem italienischen Landsmann Domenico Acerenza geschlagen geben. Dass es mit der Titelverteidigung schwer werden würde, "war klar", meinte Wellbrock. "Es war mit Abstand das härteste Rennen, vor allem mit den hohen Außentemperaturen. Die beiden Jungs aus Italien waren einfach nicht zu schlagen".

Oliver Klemet, Lea Boy, Leonie Antonia Beck und Florian Wellbrock
Auch mit der Freiwasserstaffel triumphierte Florian Wellbrock und führte das Quartett zu Gold. Bildrechte: dpa

Bundestrainer Berkhahn sieht Steigerungspotenzial

Mit der Leistung seines Schützlings war auch Bundestrainer Bernd Berkhahn zufrieden. Allerdings sieht er noch Verbesserungsbedarf. "Ein bisschen Lehrgeld mussten wir bezahlen mit der Organisation des Rennens", sagte der 51-Jährige mit Blick auf die Verpflegung während des Rennens. Das hätten die Italiener deutlich geschickter gemacht. "Gregorio hat sich zweimal verpflegt jede Runde. Und das war wahrscheinlich auch notwendig. Das haben wir wahrscheinlich ein bisschen unterschätzt."

Medaillenregen durch Magdeburger Bundesstützpunkt

Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Berkhahn seine Athletinnen und Athleten wieder einmal hervorragend auf einen großen Wettkampf eingestellt hat. Neben Wellbrock konnten mit Lukas Märtens (Silber), der Niederländerin Sharon van Rouwendaal (Gold) und Isabel Gose (beste Europäerin über 200 Meter) weitere Schützlinge Berkhahns überzeugen.

Wellbrock ist voll des Lobes für die Arbeit des Bundestrainers. "Er ist ein sehr schlauer Kopf", sei immer mit "Liebe und Leidenschaft dabei. Er gibt jeden Tag 110 Prozent für uns. Dementsprechend hartnäckig trainieren wir."

EM vor der Brust, Olympia im Blick

Bereits in sieben Wochen steht die nächste Bewährungsprobe für Wellbrock und Co. bei den Europameisterschaften in Rom an. Bis dahin gilt es zu regenerieren, denn "die letzten Wettkampftage muss der Körper erst einmal verarbeiten".

Schon in der kommenden Woche geht es beim Weltcup in Paris wieder über die Zehn-Kilometer-Strecke im Freiwasser. "Da können wir schon einmal die Olympische Strecke für 2024 antesten", schmunzelte Wellbrock, wohlwissend dass die Medaillenjagd weitergeht.

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jsc/mbr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 30. Juni 2022 | 17:45 Uhr

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