Turnen | Frehse-Entlassung TuS Chemnitz-Altendorf übt scharfe Kritik: "Das ist die Arroganz der Macht"

Die Entlassung der umstrittenen Turntrainerin Gabriele Frehse stößt bei ihrem Verein, dem TuS Chemnitz-Altendorf, auf Unverständnis. Präsident Frank Munzer kann den Kündigungsgrund nicht nachvollziehen und spart nicht mit Kritik am Deutschen Turner-Bund.

Frank Munzer 6 min
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Di 04.05.2021 16:27Uhr 05:56 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-turnen-chemnitz-frank-munzer-interview-100.html

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An der Entlassung der Chemnitzer Turntrainerin Gabriele Frehse am Olympiastützpunkt Sachsen (OSP) regt sich Kritik. "Den Kündigungsgrund kann ich nicht nachvollziehen. Mir erschließt es sich bis heute nicht, auf welcher Grundlage die Kündigung ausgesprochen worden ist. Der OSP hat keinen anderen Wissensstand als vor fünf Monaten", erklärte Frank Munzer, Präsident des TuS Chemnitz-Altendorf, am Dienstag (4.Mai) im MDR-Interview.

Munzer: Athletinnen sind die Leidtragenden

Die Entlassung wirke sich besonders auf die Turnerinnen am Stützpunkt negativ aus, so Munzer. In weniger als drei Monaten beginnen die Olympischen Spiele. Sechs Athleten am Olympiastützpunkt machen sich Hoffnung auf eine Teilnahme. Die Situation sieht "schlecht" aus. "Wenn die eigene Heimtrainerin nicht vor Ort ist, kann es kein optimales Training geben", meint Munzer.

Gabriele Frehse 1 min
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MDR aktuell 21:45 Uhr Di 04.05.2021 21:45Uhr 01:28 min

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Zudem habe man vom Deutschen Turner-Bund (DTB) nach wie vor keinen Ersatz für die umstrittene Trainerin "zu Gesicht bekommen". Demnach sind die Atletinnen die Leidtragenden der Debatte. "Von Seiten des DTB nimmt keiner Rücksicht auf die Mädels. Der Markt gibt derzeit keine qualifizierten Trainer her". Der DTB habe sich "nicht die Mühe gemacht, die Mädels persönlich zu fragen, was sie wollen."

"Auf die Mädels wird absolut keine Rücksicht genommen"

Um im Sinne der Turnerinnen zu handeln, strebt der Verein eine Weiterbeschäftigung Frehses an. Sie wird "bei uns definitiv als ehrenamtliche Übungsleiterin anfangen, um das Training abzusichern", unterstrich Munzer: "Wir machen das zum Wohle der Mädels. Sie sollen ein ordentliches Training mit einer qualifizierten Trainerin bekommen." Auch wenn man damit entgegen der Entscheidung des DTB handelt. "Mehr als vollmundige Versprechen beziehungweise Drohungen kommen vom DTB nicht. Auf die Mädels wird absolut keine Rücksicht genommen. Das ist die Arroganz der Macht", sagt Munzer.

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red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 04. Mai 2021 | 19:30 Uhr

8 Kommentare

lunatic vor 29 Wochen

Ich denk der OSP hatte gar keine andere Wahl, als der Forderung des DTB nachzukommen, aber auch diesen Schwebezustand der Suspendierung für Gabi Frehse zu beenden, damit die Sache nun auch vor´s Arbeitsgericht kann. Trotzdem bleibt es schon merkwürdig, wenn ich eine Angestellte 2018 abmahne, dann aber wegen (höchstwahrscheinlich ???) einundderselben Vorkommnisse 2 1/2 Jahre später dann fristlos kündige(n muss). Und starke Verdachtsmomente - klar, der externe Untersuchungsbericht gibt das her, aber sein Zustandekommen ist schon fragwürdig! Nämlich dass überwiegend ehemalige Sportlerinnen von G. Frehse befragt wurden, die auch Vorwürfe erheben und dass einer Athletin wie S. Scheder von der die unabhängige DTB-Untersuchung durchführenden Kanzlei nach 3stündiger Befragung vorgeworfen wurde, dass ihre entlastenden Aussagen ja bedeuten würden, dass die anderen lügen und dass man ihre Darstellungen gar nicht hören wollte. Professionell, unvoreingenommen und ergebnisoffen ist das alles nicht!

lunatic vor 29 Wochen

Unsinn? Frag dich mal, seit wann Gabi Frehse die derzeit(bis vor 5 Monaten) betreuten Mädels trainiert! Ehemalige Turnerinnen von ihr haben Vorwürfe gegen sie erhoben. 2018 gabs wohl schon mal ne Abmahnung für G. Frehse (vom OSP nehm ich an u. wahrscheinlich gings da auch schon um Vorwürfe/Vorkommnisse mit ehemaligen Sportlerinnen von ihr? Oder war der Grund der Abmahnung etwa ein anderer?), also wurde ja bereits damals seitens DTB/OSP reagiert, was den die Vorwürfe erhebenden ehemaligen Turnerinnen offenbar zu wenig war/ist--> daher jetzt die Spiegel-Veröffentlichung, die alles ins Rollen brachte. Aber hat sich Frehse seit der Abmahnung denn etwas zu Schulden kommen lassen? Betreffen die Vorwürfe denn Sportlerinnen, die sie bis letzten Herbst noch betreut hat? Hab ich bis auf eine Anzeige wegen Medikamentenmissbrauch jetzt(wann genau war das?) nix gehört. Also ich wäre da vorsichtig mit der Behauptung, dass die DERZEIT von ihr betreuten Mädels vor ihr geschützt werden müssten.

Sharis vor 29 Wochen

"Auf die Mädels wird absolut keine Rücksicht genommen" behauptet Herr Frank Munzer.

Welch ein Unsinn! Der Frau Frehse wurde gekündigt, weil der begründete Verdacht besteht, dass Frau F. frühere Turnerinnen in ihrer Obhut v.a. psychisch mißhandelt hat - die Kündigung erfolgte also gerade zum Schutz der derzeit von ihr betreuten Mädels!