Turnen | Chemnitz Spendenaktion für Frehse - Hambüchen-Vater zeigt sich solidarisch

Drei Chemnitzer Turnerinnen haben eine Spendenaktion für die nach Vorwürfen psychischer Gewalt entlassene Trainerin Gabriele Frehse initiiert. Unterstützung kommt von einem in der Turnszene prominenten Namen.

die Turntrainerin Gabriele Frehse, TuS Chemnitz, mit ihrem Schützling Turnerin Sophie Scheder
Turnerin Sophie Scheder (li.) und Trainerin Gabriele Frehse Bildrechte: imago images/Matthias Rietschel

Nach der Entlassung ihrer Turn-Trainerin Gabriele Frehse haben die drei Chemnitzer Olympia-Kandidatinnen Sophie Scheder, Emma Malewski und Lisa Zimmermann eine Spendenaktion gestartet. "Bitte unterstützen Sie uns bei der Finanzierung unserer Trainerin, damit wir unseren Traum von Olympia verwirklichen können", schreiben die Turnerinnen in einem Aufruf auf einer Crowdfunding-Seite im Internet.

Bei der am vergangenen Freitag gestarteten Aktion kamen bis zum Donnerstagnachmittag durch 103 Spender 20.760 Euro zusammen. Damit war die Zielsumme von 20.000 Euro bereits übertroffen.

Trainer und Vater von Fabian Hambüchen solidarisiert sich mit Frehse

Dabei hat das Trio des TuS Chemnitz-Altendorf prominente Unterstützung bekommen. Wolfgang Hambüchen, Vater und Trainer von Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen, gehört mit zu den Spendern. Zudem solidarisierte sich der Erfolgstrainer in einem Kommentar mit Gabriele Frehse und forderte den Rücktritt von Verantwortlichen im Deutschen Turner-Bund ( DTB ). "Ich fordere das gesamte Präsidium des DTB, den Sportdirektor und die Cheftrainerin wegen kollektiver Unfähigkeit zum sofortigen Rücktritt auf", sagte Hambüchen der Deutschen Presse-Agentur. Nur so könne weiterer Schaden von der "wunderschönen Sportart Kunstturnen" abgewendet werden.

Vater Wolfgang Hambüchen, Fabian Hambüchen und Mutter Beate Hambüchen.
V. li.: Trainer und Vater Wolfgang Sohn und Olympiasieger Fabian Hambüchen und Mutter Beate. (Archivbild von 2017) Bildrechte: imago/Pressefoto Baumann

Kündigung nach Vorwürfen von einem Dutzend Turnerinnern

Rund ein Dutzend ehemaliger Schützlinge von Gabriele Frehse mit der früheren Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer an der Spitze werfen der Trainerin vor, sie schikaniert, ihnen Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Der Olympiastützpunkt (OSP) Sachsen hatte der Trainerin, die die Vorwürfe bestritten hat, am vorigen Dienstag gekündigt. Dagegen will Frehse juristisch vorgehen. Er wünsche ihr, schrieb Wolfgang Hambüchen, "von ganzem Herzen, dass Du alle gegen Dich gerichteten Angriffe mit hoch erhobenen Kopf abwehren kannst, Deine tollen Mädels optimal für die nächsten Wettkämpfe vorbereitest".

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dpa

Dieses Thema im Programm: Sport im MDR AKTUELL Nachrichtenradio | 06. Mai 2021 | 18:40 Uhr

12 Kommentare

lunatic vor 20 Wochen

Zitat: "Die neulich installierte Frau Werkmann ist in diesem Schauspiel die "ärmste Sau"."

Stimmt, ein Schauspiel ist der Chemnitzer Turnskandal schon, wobei es schon fast blauäugig bis dreist erscheint, wenn K. Werkmann die punktuell vor Ort anwesende Bundestrainerin Nachwuchs Claudia Schunk in den höchsten Tönen lobt, die Krönung ist, dass sie den Erfolg von Emma Malewski auch noch als deren Verdienst verkaufen will. Unfassbar in meinen Augen, ich denke aber, dass das Interview von Frank Munzer und der Spendenaufruf der 3 Turnerinnen die richtige Antwort auf die wahre Situation gegeben haben.
Und Katrin Werkmann? Schön und gut und sie will mit neuem Konzept Hochleistungs-Turnen in Chemnitz zur Wohlfühloase für alle machen (Athletinnen und Trainer - alle sollen sich wohl fühlen, das wird richtig schön und vor allem Medaillen regnen) ... . Man darf skeptisch sein und die Installation dieses Mäusl´s hätte man sich vielleicht schenken können.

Beri vor 20 Wochen

Wie waren eigentlich die sportlichen Leistungen von Pauline Schäfer bei der letzten EM? Habe ich es falsch in Erinnerung oder hat sie es vorgezogen, sich auf ihre Abiturprüfungen vorzubereiten?
Also, gefühlt, ohne gabi Frehse nicht gut auf die Meisterschaften vorbereitet und eine Ausrede gefunden. Abi-Prüfungen kann man verschieben, wenn man will und seinen Sport noch ernst nimmt.
Viele Grüße

Tacitus vor 20 Wochen

Meinen Respekt für die 3 jungen Frauen und für Vater Hambüchen! Es scheint so, dass hier eine gute Trainerin verdängt werden soll aus Konkurrenzgründen. Wer bei Olympia mitmischen will, muss in der Lage sein, hart zu trainieren- sonst sollte er/sie es lassen.