"SpiO"-Talk Scheibenholz-Geschäftsführer Leip: "Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Zum ersten Mal seit über 40 Jahren musste die traditionsreiche Leipziger Galopprennbahn Scheibenholz am 1. Mai geschlossen bleiben und den traditionsreichen Aufgalopp absagen. Im "SpiO"-Talk sprachen wir mit Geschäftsführer Alexander Leip über die Auswirkungen der aktuellen Situation auf den Pferdesport sowie mögliche Geisterrennen in der Zukunft.

Alexander Leip (l., Rennbahn Geschäftsführer) und Galopp-Trainer Marco Angermann mit dem 3-jährigen Hengst Leipzig.
Scheibenholz-Geschäftsführer Alexander Leip (li.) an der Seite von Galopp-Trainer Marco Angermann. Bildrechte: imago images / Picture Point

Der 1. Mai ist im Kalender eines jedes Pferdesportliebhabers mit Sicherheit vorgemerkt. Denn normalerweise findet an diesem Tag der traditionsreiche Aufgalopp auf der altehrwürdigen Leipziger Pferderennbahn Scheibenholz statt. Da die Veranstaltung in diesem Jahr jedoch der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, hatten sich die Verantwortlichen etwas besonderes ausgedacht.

"Aufgalopp der Herzen" eine Win-Win-Situation

"Wir haben kurzfristig den 'Aufgalopp der Herzen' ins Leben gerufen", berichtete Scheibenholz-Geschäftsführer Alexander Leip am Dienstag (5. Mai) im "SpiO"-Talk des MDR: "Damit haben wir einen anderen Renntag erlebt und konnten einen Teil der verlorenen Erlöse einnehmen." Fans und Interessierte erhielten dabei virtuell einen Blick hinter die Kulissen der Rennbahn, sahen Pferde und zudem sechs aufgezeichnete Rennen aus dem vorigen Jahr.

Eine Win-Win-Situation. Im Zuge dessen kompensierte die Rennbahn zumindest einen kleinen Teil der verlorenen Einnahmen. "Etwa 10 bis 15 Prozent im Vergleich zu einem normalen Aufgalopp am 1. Mai", rechnete Leip vor: "Das ist natürlich längt nicht genug, war aber vor allem für das Prestige der Rennbahn wichtig." Denn normalerweise finanziert die am Leipziger Auwald gelegene Rennstätte einen Großteil ihrer Jahresausgaben an diesem Tag.

SpiO Talk mit Alexander Leip 17 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Di 05.05.2020 09:30Uhr 16:50 min

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SpiO Talk mit Alexander Leip 17 min
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Sport im Osten Di 05.05.2020 09:30Uhr 16:50 min

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Erstes Geisterrennen in Leipzig am 27. Juni?

Mit Blick auf die Austragung möglicher Geisterrennen besteht aber Hoffnung, wie Leip durchblicken ließ. So wurde bereits ein Hygienekonzept mit konkreten Sicherheitsbestimmungen entwickelt. Die mitteldeutschen Veranstalter in Dresden, Halle und Leipzig und zudem Berlin zeigen sich bereit, Rennen vor leeren Rängen abzuhalten. Das wäre vor allem für die Hauptakteure der Events wichtig: "Pferde sind schließlich auch Leistungssportler und wollen bewegt werden. Auch die Jockeys würden davon profitieren."

Sollten die Sicherheits- und Hygieneauflagen akzeptiert werden und gibt es Grünes Licht von Bund und Kommunen, könnte der erste Renntag ohne Publikum bereits am 22. Mai in Halle stattfinden. Die Leipziger Galopprennbahn Scheibenholz wäre am 27. Juni bereit, ein solches Geisterrennen abzuhalten, erklärte Leip.

Noch einge Zeit ohne Zuschauer

Bis Pferdesportliebhaber dem Rennspektakel wieder hautnah beiwohnen können, wird aber mit Sicherheit noch einige Zeit ins Land gehen. Gleiches gilt auch für das bekannte Open-Air-Kino auf der Anlage. Man ist letztlich wie vielerorts auf die Entscheidungen der Politik angewiesen. Von daher sei es schwer, in die Zukunft zu schauen, so Leip: "Aber die Hoffnung stirbt zuletzt."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 05. Mai 2020 | 17:45 Uhr

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