Leichtathletik Roleder begräbt nach Babypause Olympia-Traum

Die frühere Hürdensprint-Europameisterin Cindy Roleder hat ihren Traum von der Olympia-Teilnahme in Tokio als frischgebackene Mutter begraben.

Cindy Roleder
Cindy Roleder Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

"Mein Coach und ich haben entschieden, ins Aufbautraining überzugehen, um 2022 wieder richtig fit auf der Bahn zu stehen", schrieb die 31-Jährige aus Halle/Saale am Sonntag auf Facebook.

Roleder, Europameisterin 2016 und WM-Zweite 2015, war Anfang Januar Mutter einer Tochter geworden und im Frühling zehn Wochen nach der Geburt wieder ins Training eingestiegen. "Von richtigem Training" könne man nicht sprechen, schrieb Roleder weiter: "Eigentlich, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, hatte ich nur 2,5 Monate bis zum ersten Wettkampf." Bei ihrem Saisondebüt zuletzt in Dessau hatte Roleder (Bestzeit über 100 m Hürden: 12,59 Sekunden) mit 14,09 und 14,02 Sekunden noch großen Rückstand gegenüber ihrer Topform offenbart.

Roleder wollte für großen Traum kämpfen

"Mir ist durchaus bewusst, dass mein Ziel, die Bestätigungsnorm von 12,98 Sekunden zu laufen und als Mama zu Olympia zu fahren, sehr hoch gesteckt war", schrieb Roleder: "Mir fehlte der komplette Aufbau und die Grundlage für weitere Rennen. Ich bin ganz ehrlich, ich war nach dem ersten Rennen in Dessau schon platt, und im Finale hat mir schon die Substanz gefehlt. Aber ich musste es einfach versuchen."

Sie würde alles immer wieder genauso machen, schrieb Roleder, aber vor allem sei sie jeden Morgen glücklich, wenn "meine kleine Tochter mich mit ihren großen Strahleaugen anschaut. Keine Medaille der Welt kommt da ran. Wir sehen uns 2022", schrieb Roleder.

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red/dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 30. Mai 2021 | 15:40 Uhr

1 Kommentar

Berlina vor 15 Wochen

Eine schwere, aber richtige Entscheidung. Ich drücke Cindy für 2022 alle Daumen. Und ja, an Strahleaugen von eigenen Kindern kommt keine Medaille ran.