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Sport | Jahresrückblick Juli | OlympiaGoldhoffnung Florian Wellbrock schlägt im Freiwasser zu

Stand: 27. Dezember 2021, 08:52 Uhr

Florian Wellbrock war die große deutsche Schwimm-Hoffnung bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio. Und der Magdeburger hielt dem Druck stand. Nach Bronze über 1.500 Meter war er im Freiwasser über zehn Kilometer nicht zu schlagen. Ein weiteres mitteldeutsches Gold gewann Tom LIebscher im Kajak-Vierer.

Es waren besonders Olympische Spiele, die von Tokio. Nicht nur, dass sie wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben werden mussten. Es durften auch keine Zuschauer kommen. So richtige Olympia-Stimmung im eigentlichen Sinne wollte da nicht aufkommen. Auch das Abschneiden der deutschen Athletinnen und Athleten war nicht eben als Stimmungsaufheller geeignet. Die deutsche Mannschaft kehrte mit der schlechtesten Olympia-Medaillenbilanz bei Sommerspielen seit 1990 zurück. Zehn Mal Gold, elfmal Silber und 16 Mal Bronze standen auf der Habenseite.

Wellbrock hielt dem Druck stand

Und dennoch gab es Hoffnungsträger, die die Erwartungen erfüllen konnten und lieferten. Einer davon war Florian Wellbrock. Der Doppelweltmeister wollte die 33 Jahre andauernde Gold-Flaute im Schwimmbecken beenden, was am Ende nicht ganz gelingen sollte. Aber im Freiwasser war der Magdeburger dann nicht zu schlagen und erlöste auch den Deutschen Schwimm-Verband.

Bronze im Becken von Tokio

Gold war eigentlich auch im Becken fest eingeplant. Doch zunächst gab es für Wellbrock über die 800 Meter Freistil eine kleine Enttäuschung - nur Platz vier. Mit Wut im Bauch reichte es dann über die 1.500 Meter Freistil für Bronze. Dabei lag Wellbrock zunächst lange Zeit vorn, wurde dann aber noch von 800-Meter-Olympiasieger Robert Finke aus den USA und Vize-Weltmeister Michailo Romantschuk aus der Ukraine geschlagen. "Mir ist natürlich ein riesen Stein vom Herzen gefallen - keine Frage", sagte Wellbrock. "Gegen einen US-Amerikaner und Romantschuk zu verlieren, ist auf jeden Fall keine Schande." Wenige Minuten nach seinem Rennen sprach Wellbrock davon, "eigentlich sehr, sehr zufrieden" zu sein.

Florian Wellbrock (SC Magdeburg) holt Olympia-Bronze über 1.500 Meter. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Krönung über zehn Kilometer

Und einen hatte er ja noch, die 10 Kilometer Freiwasser. Und diesmal ließ er sich die Butter nicht vom Brot nehmen. "Ich dachte bei der ersten Boje, dass die Jungs direkt an meinen Füßen sein müssten, da war aber keiner!" Sein Vorsprung betrug mehr als 25 Sekunden. "Das Ziel war eine Medaille, auf Gold hatte ich nicht spekuliert. Vielleicht habe ich den kleinen Dämpfer über 800 Meter gebraucht, um heute so stark zurückzukommen", zeigte sich der 23-Jährige nach dem Rennen hochzufrieden. Er habe gewusst, dass er bei seinen drei Starts überall eine Medaille hätte holen können. "Dass es mit zweien geklappt hat, ist Wahnsinn."

Florian Wellbrock jubelt im Ziel über seinen Sieg im 10 Km Freiwasserschwimmen. Bildrechte: imago images/Sven Simon

Erfolgstrainer bleibt in Magdeburg

Und noch eine gute Meldung gab es im Herbst: Wellbrocks Erfolgstrainer Bernd Berkhan bleibt dem SC Magdeburg treu. Der 50-Jährige hielt den vielen verlockenden Angeboten aus dem Ausland stand. Wellbrock dankte es bei der Kurzbahn-EM im Herbst, als er Gold über 1.500 Meter und Silber über 800 Meter gewann.

Krönung mit WM-Gold und Weltrekord

Und im Dezember setzte der deutsche Goldjunge noch einen drauf. Bei der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi holte sich Wellbrock in Weltrekordzeit die Goldmedaille über 1.500 Meter Freistil. "Ich habe nicht erwartet, dass ich die Form für einen Weltrekord habe. Ich hatte keinen wirklichen Plan." Ein wahrlich goldenes Jahr für den Magdeburger.

Gold und Weltrekord für Florian Wellbrock Bildrechte: dpa

Gold-Fuhre von Tom Liebscher

Der Dresdner Tom Liebscher wiederum holte die zweite mitteldeutsche Goldmedaille in Tokio. Über 500 Meter siegte der Sachse mit Max Rendschmidt, Ronald Rauhe und Max Lemke im Kajak-Vierer hauchdünn vor Spanien. "Ein wahnsinnig geiles Gefühl", freute sich Liebscher nach der Medaillenübergabe. Liebscher hatte bereits 2016 in Rio Gold über die doppelte Distanz mit dem Vierer gewonnen.

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rei

Alle mitteldeutschen Medaillengewinner auf einen Blick

Dieses Thema im Programm:Sport im MDR AKTUELL Nachrichtenradio | 31. Dezember 2021 | 13:40 Uhr

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