Leichtathletik | Meeting Speerwerfer Johannes Vetter: "Im Freiluftstadion wäre er über 100 Meter gegangen"

Das war fast so etwas wie ein Wurf für die Ewigkeit. Johannes Vetter verfehlte in Chorzow nur knapp den Uralt-Weltrekord im Speerwerfen. Im "SpiO"-Talk sprach er über die 100 Meter und das anstehende Meeting in Dessau.

SpiO Talk mit Johannes Vetter 15 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Mo 07.09.2020 12:45Uhr 15:08 min

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Johannes Vetter ist am vergangenen Sonntag (6. September) ein Wurf für die Ewigkeit gelungen. Die 97,76 Meter von Chorzow sind umso höher zu bewerten, weil sie in einem geschlossenen Stadion erzielt wurden. "Das war eigentlich der Weltrekord in einem geschlossenen Stadion. Im offenen wäre der wahrscheinlich auf über 100 Meter gegangen", sagte der gebürtige Dresdner am Montag (7. September) im "SpiO"-Talk.

Ein leeres Stadion 2 min
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MDR aktuell 19:30 Uhr Mo 07.09.2020 19:30Uhr 01:33 min

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"Kleinigkeiten entscheiden"

Bis auf 72 Zentimeter kam er damit an den noch immer geltenden Weltrekord von Ikone Jan Zelezny vom 25. Mai 1996 heran – geworfen in einem offenen Stadion. Dann sollten doch die 100 Meter machbar sein, könnte man meinen. Doch Vetter schränkte ein: "Ob ein Wurf über 80 oder 95 Meter geht, das sind Kleinigkeiten. So ein Wurf wie gestern, das ist wie ein Sechser im Lotto oder wie ein Freistoß aus 30, 40 Metern Entfernung, den man über die Mauer direkt in den Winkel zimmert. Ich glaube, das schafft man auch nicht dreimal die Woche, sondern vielleicht dreimal in seinem Leben."

Johannes Vetter
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"Wollte Meeting in Dessau pushen"

Ein, zwei Bierchen habe er nach dem Wettkampf mit Kugelstoßer David Storl noch geleert, viel geschlafen dagegen nicht. "Heute will ich lange schlafen. Ich komme ja über München und Berlin." Denn am Dienstag (8. September) geht es bereits zum Meeting nach Dessau.

Dass dieser Wettkampf überhaupt stattfindet, dafür zollte der Ausnahmeathlet den Veranstaltern Respekt. "Ich habe großen Respekt, dass Dessau stattfindet. Dass die Organisatoren alles auf die Beine stellen konnten. Ich konnte mich entscheiden, Ostrava findet zur selben Zeit statt, ich wollte aber ein deutsches Meeting pushen. Was rauskommt, werden wir sehen. Man ist nach so einem Wurf gerädert. Die Nacht war kurz, ich stand noch so unter Spannung."

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rei

Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten live | 08. September 2020 | 18:05 Uhr

2 Kommentare

Thoralf vor 31 Wochen

Uwe Hohn war ein großer Athlet! Jan Zelezny war ein noch größerer Athlet! Weltrekordhalter, alles gewonnen, was zu gewinnen war!
Dieser junge Athlet ist zur Zeit gut drauf, sollte aber auf dem Teppich bleiben! Gewonnen ( große Titel) hat er Noch nichts! Leistung bei Weltmeisterschaften und Olympia bestätigen, dann ist er ein Großer! Abwarten.

Harka2 vor 31 Wochen

Uwe Hohn warf 1984 den Speer über 104,80 m weit. Das ist der Rekord für die Ewigkeit, der letztlich dazu führte, dass man den Wettkampf-Speer umkonstruierte, damit er noch im Stadion wieder runter kommt ... Uwe Hohns Speer steckte knapp vor der Bahn für die Läufer im Dreck