Leichtathletik | Speerwurf Speerwurf-Star Johannes Vetter verfehlt Weltrekord um Zentimeter

Weltjahresbestleistung und deutscher Rekord: Speerwerfer Johannes Vetter gelang beim Meeting im polnischen Chorzow der zweitbeste Wurf seit der einschneidenden Regeländerung vor 34 Jahren. Der 27-Jährige schleuderte den Speer auf 97,76 Meter und pulverisierte damit seine eigene Bestleistung. Zum Weltrekord fehlten nur 72 Zentimeter. Wohl auf ewig unerreicht bleibt Uwe Hohn.

Speerwerfer Johannes Vetter
Speerwerfer Johannes Vetter sorgte für einen neuen deutschen Rekord. Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

Speerwurf-Ass Johannes Vetter ist derzeit nicht aufzuhalten. Beim Meeting im polnischen Chorzow schleuderte der 27-Jährige den Speer am Sonntag im dritten Durchgang auf 97,76 Meter, zum Weltrekord fehlten nur 72 Zentimeter. Noch hat die Bestmarke von 98,48 Metern von Jan Zelezny vom 25. Mai 1996 Bestand. "Das ist der Wahnsinn, einfach nur krass", sagte der gebürtige Dresdner über den Moment, als seine Weite auf der Anzeigetafel aufleuchtete: 97,76 Meter! "Ich habe schon im Abwurf gemerkt, dass der Wurf gut war. Als dann die Weite angezeigt wurde, war es ein extremes und intensives Gefühl", sagte Vetter. Er müsse das "erstmal alles einordnen, aber ich bin stolz wie Bolle".

Vetter übertrifft eigenen Rekord

Vetter übertraf seinen eigenen deutschen Rekord von 2017 damit um 3,32 Meter. Schon vor knapp zwei Wochen hatte Vetter an gleicher Stelle zweimal die 90-Meter-Marke geknackt. Erst Anfang August hatte er zudem im finnischen Turku mit 91,49 Meter die bisherige Weltjahresbestleistung aufgestellt. Am 8. September geht Vetter beim Leichtathletik-Meeting "Anhalt 2020" in Dessau an den Start, das sie ab 18:05 Uhr im "Sport-im-Osten"-Livestream verfolgen können.

Uwe Hohn vor der Ergebnistafel, 1984
Uwe Hohn und die Ergebnistafel seines Wurfs für die Ewigkeit im Sommer 1984. Bildrechte: imago images / Werner Schulze

Unübertroffen: Uwe Hohns Fabelwurf auf 104,80 Meter

Noch einmal sieben Meter entfernt von Vetter - unter jedoch noch völlig anderen Voraussetzungen - ist Uwe Hohn. Am 20. Juli 1984 beförderte der gebürtige Neuruppiner, damals gerade 22 Jahre jung, den Speer im Ost-Berliner Jahn-Sportpark auf sagenhafte 104,80 Meter. Wenige Monate später beschloss der Internationale Leichtathletikverband (IAAF) nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen, den Schwerpunkt der Wurfgeräte ein paar Zentimeter nach vorne zu verlegen und damit die Aerodynamik zu verringern. Im April 1986 trat die bis heute gültige Regel in Kraft.

Kugelstoßer Storl auf Rang fünf in Chorzow

Mit dem fünften Platz musste sich in Chorzow der Leipziger Kugelstoßer David Storl begnügen. Der Weltmeister von 2011 und 2013 kam im zweiten Versuch auf 20,83 Meter. Eine Klasse für sich war einmal mehr Ryan Crouser. Der US-Amerikaner stieß die Kugel auf die Siegesweite von 22,70 Meter.

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sid/red

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 06. September 2020 | 18:40 Uhr

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