Wintersport | Rodeln Julia Taubitz und der neue Konkurrenzkampf im Frauen-Rodeln

"Druck? Ich spüre keinen Druck." Rennrodel-Gesamtweltcupsiegerin Julia Taubitz blickt entspannt auf die anstehende Saison. Dabei kehren mit Natalie Geisenberger und Dajana Eitberger zwei echte Rodel-Hochkaräter in den Eiskanal zurück.

Julia Taubitz 19 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Di 03.11.2020 11:30Uhr 18:50 min

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Der Konkurrenzkampf steigt bei den deutschen Rennrodel-Frauen. Die sächsische Gesamt-Weltcupsiegerin Julia Taubitz wird nach der Rückkehr aus der Babypause von Dajana Eitberger und Natalie Geisenberger im kommenden Winter um ihren Platz als deutsche Nummer eins kämpfen müssen.

Taubitz: "Können jetzt besser angreifen"

Rennrodlerin Dajana Eitberger
Eitberger (im Bild) und Geisenberger kehren nach Babypause zurück. Bildrechte: IMAGO

Sorgen macht das der 24-Jährigen allerdings nicht. Im Gegenteil: "Wir können jetzt als komplette deutsche Damen-Mannschaft wieder besser angreifen", blickte Taubitz im "SpiO"-Talk am Dienstag (3. November) mit Vorfreude auf die Ende November beginnende Weltcup-Saison. Bei einigen Trainingsläufen am Königssee hat Taubitz bereits einen Blick auf die Comeback-Läufe ihrer beiden deutschen Konkurrentinnen werfen können – und sie ist beeindruckt: "Beide sind wieder sehr stark dabei. Sie haben keine Ängste und sind auch körperlich wieder voll dabei. Beide können vorn wieder mitfahren. Da ziehe ich meinen Hut."

Die Bayerin Geisenberger zählt mit vier Olympia-Goldmedaillen, neun WM-Titeln und sieben Siegen im Gesamt-Weltcup zu den erfolgreichsten Wintersportlern überhaupt, die Thüringerin Eitberger sammelte eine Olympiamedaille, zwei WM-Medaillen und kam im Gesamt-Weltcup zweimal auf Rang zwei.

Vier Weltcup-Plätze für fünf starke Fahrerinnen

Mit Anna Berreiter und Cheyenne Rosenthal drängen zudem zwei jüngere teaminterne Konkurrentinnen nach vorn. Weil aber nur vier Rennrodlerinnen zu den Weltcups dürfen, wird bei den Ausscheidungsrennen im November eine Rodlerin aus dem starken deutschen Quintett leer ausgehen. "Natalie, Dajana und ich haben vielleicht kleine Vorteile. Aber Anna und Cheyenne haben sich sehr gut entwickelt. Wir sind alle auf einem guten Niveau und können uns gut ballten", freut sich Taubitz auf die teaminterne Selektion und antwortet auf die Frage nach möglichem Druck: "Druck verspüre ich überhaupt nicht. Es macht einfach wieder viel Spaß zu rodeln."

Julia Taubitz
Julia Taubitz jubelt im Eiskanal. Bildrechte: imago/Eibner Europa

Getrübte Freude über Heim-WM im Februar am Königssee

Die Freude auf die Heim-WM in Königssee fällt dagegen etwas getrübt aus. Eigentlich sollten die Titelkämpfe in Kanada stattfinden, erst in Calgary, dann in Whistler. Wegen der Corona-Pandemie und der Reisebeschränkungen wurde die WM aber schließlich nach Bayern vergeben - und findet dort Anfang Februar statt. "Für die gesamte deutsche Mannschaft ist es ein Vortel, dass wir eine Heim-WM haben", sagt Taubitz, schränkt dann aber ein: "Im ersten Moment war ich aber ein bisschen traurig. Ich wäre gern nach Calgary oder Whistler gefahren. Und für den internationalen Sport ist es schade. Einige Athleten werden nicht gerade froh sein, dass die WM wieder in Deutschland stattfindet." Zuletzt gingen Weltmeisterschaften erst 2019 in Winterberg, 2016 am Königssee und 2012 in Altenberg durch die Eisrinnen.

"Gesamt-Weltcup verliert an Bedeutung"

Dennoch: Eine WM-Medaille ist das große Ziel für Taubitz. Vor allem, so prognostiziert die Sächsin, weil der Gesamt-Weltcup wegen der Corona-Pandemie an Bedeutung verlieren wird. "Der Fokus liegt auf der WM. Im Gesamt-Weltcup werden wir immer wieder Corona-positive Fälle haben, die Sportler fehlen dann zwei Wochen und können keine Punkte sammeln. Außerdem kommen die amerikanischen Sportler erst nach Weihnachten hinzu. Das ist ein bisschen ärgerlich und nicht ganz fair."

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: Sport im MDR AKTUELL Nachrichtenradio | 03. November 2020 | 13:40 Uhr

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