Nach Olympia-Verschiebung Kanu-Bundestrainer Vesely plädiert für "Frühjahrsspiele" 2021

Olympia 2020 ist verschoben. Der neue Zeitpunkt im Jahr 2021 steht noch nicht fest. Kanu-Bundestrainer Kay Vesely plädierte im SpiO-Talk für Spiele im Frühjahr und sprach über das Loch, in das nicht nur Kanuten fallen.

Tina Dietze ist 32 Jahre alt, hätte im Juli und August in Tokio ihre dritten Olympischen Spiele erlebt. Danach wollte die Kanutin, die 2012 in London Gold und Silber sowie 2016 in Rio zwei Mal Silber im Zweier- und Vierer-Kajak gewonnen hatte, ihren Fokus auf andere Dingen richten. Auf die Familie zum Beispiel und auch auf ihre Ausbildung bei einem Personaldienstleister.

Dietze hatte ihr Leben nach den Spielen geplant. Die Verschiebung hat ihre Zukunftspläne nun komplett durcheinandergewirbelt. "Sie ist jetzt natürlich am Boden zerstört", erzählte Kanu-Bundestrainer Kay Vesely am Donnerstag (26. März) im "Sport-im-Osten"-Talk. So wie der Leipzigerin geht es gerade vielen Olympioniken.

Tina Dietze
Tina Dietze präsentiert eine ihrer Silbermedaillen in Rio. Bildrechte: imago/Eibner

"Gehofft, dass Olympia stattfinden kann"

"Wir haben gehofft, dass Olympia wie geplant stattfinden kann. Unsere Sportler stehen mitten in der Vorbereitung, doch gegen das Virus kann man nichts machen und wenn man die Entwicklung in der Welt sieht, ist die Verschiebung auch richtig", sagte Vesely, der selbst erst kürzlich von einer Lungenentzündung ausgebremst wurde und sich mit seiner Familie "so gut es geht isoliert".

In Sachen Motivation müsse man die Athleten einzeln betrachten. "Einige haben die Olympischen Spiele schon erlebt", erzählt der 44-jährige Trainer. "Die haben ein klares Ziel gehabt, auch wie es danach weitergehen soll. Daher ist es natürlich schwer für die Sportler, sich neu zu motivieren. Wenn das ganz große Ziel wegbricht, muss man sich als Sportler auch erstmal neu sammeln", zeigte er Verständnis.

Wunsch: Spiele im Frühjahr

Aktuell legen die Athleten eine Trainingspause ein, haben bis zum 19. April frei. Man müsse jetzt den Reset-Knopf drücken und sich neu orientieren. Auf die Frage nach einem Wunschtermin legte sich Vesely schnell fest: "Am besten im Frühjahr. Im Hinblick auf die Hitze würde uns das entgegenkommen." Allerdings bedeute dies "auch wieder eine völlig neue Vorbereitungssituation". Die entscheidende Phase wäre dann im Winter. Das würde bedeuten, so Vesely, "dass wir in wärmere Gefilde reisen müssten, um zu trainieren". Ob diese Reisemöglichkeiten dann wieder gegeben sind, steht in den Sternen.

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sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 26. März 2020 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2020, 14:32 Uhr

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