Wintersport | Langlauf Olympiasiegerin Katharina Hennig über das "Rennen ihres Lebens"

Im Interview mit MDR-Reporter Thorsten Kutschke erinnert sich die Langläuferin Katharina Hennig an ihre Erfolge bei den Olympischen Winterspielen, ihre Heimat Oberwiesenthal und ihre Familie. Außerdem äußerte sich die 25-jährige Sächsin zum Ausschluss russischer Athletinnen und Athleten.

Katharina Hennig 19 min
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Als wäre der Olympiasieg nicht schon besonders genug gewesen, setzte ARD-Kommentator Jens-Jörg Rieck Katharina Hennig vom WSC Oberwiesenthal mit der Reportage ihres Zieleinlaufs im Teamsprint mit Victoria Carl ein Denkmal. "Hast du denn die Pfanne heiß", brüllte der Reporter als Hennig den ersten deutschen Langlauf-Olympiasieg seit 2010 besiegelte.

Erst spät realisiert

Obwohl Hennig den Zieleinlauf noch am selben Abend in ihrem Hotelzimmer sah, brauchte die 25-Jährige eine Weile, um zu realisieren, was sie und Carl geleistet hatten: "Die Tränen kamen erst vor drei Wochen", sagt Hennig im MDR-Interview. Sie hoffe auf einen positiven Effekt für ihre gesamte Sportart. "Der deutsche Langlauf war lange unter dem Radar". Womöglich seien nun wieder mehr junge Sportler motiviert, mit dem Training zu beginnen.

Katharina Hennig und Victoria Carl freuen sich.
Katharina Hennig und Victoria Carl bejubeln ihre Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Peking. Bildrechte: IMAGO / Bildbyran

Training im Allgäu statt Erzgebirge

Etwa bei ihrem Heimatverein in Oberwiesenthal. Aber auch wenn Hennig das Erzgebirge liebt und wann immer sie kann, ihre Familie besucht, müssen die sächsischen Talente auf das Training mit ihr verzichten. Denn Hennig trainiert im Allgäu mit ihren Teamkolleginnen aus dem Nationalkader. In Peking zahlte sich das aus, die deutsche Damen-Staffel holte völlig überraschend die Silbermedaille. "Es war von uns allen Vieren das Rennen unseres Lebens", erinnert sich Hennig drei Monate danach.

Hennig würde Russen starten lassen

Damit sie im kommenden Winter an diese Erfolge anknüpfen kann, trainiert sie hart. Allein im Juni stünden für sie 85 Stunden Ausdauertraining an, rechnet Hennig vor. Das gilt auch für russische Athletinnen und Athleten. Hennig wünscht sich deshalb, dass sie in der neuen Saison trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine wieder starten dürfen.

Im März habe sie den Ausschluss auch zum Schutz der Sportlerinnen und Sportler für die richtige Entscheidung gehalten. Jetzt sieht sie es anders: "Die Sportler können nichts dafür", denn im Sport sollte die Politik nicht die größte Rolle spielen. "Sport ist Völkerverständigung", sagt die deutsche Olympiasiegerin.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 28. Mai 2022 | 19:00 Uhr

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