Wintersport Sparpläne in Chemnitz - kleine Halle am Küchwald wird nicht vereist

Verliert Chemnitz die Bundesstützpunkte im Eiskunstlauf und Eisschnelllauf? Wegen der Energiekrise soll die Trainingshalle der Wintersportler nicht mehr vereist werden. Die Vereine laufen gegen die Entscheidung Sturm.

Luis Schuster und Letizia Roscher beim Paarlauf
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Auch in Chemnitz gehen seit dem 1. September am Abend die Lichter aus. So werden die Wahrzeichen der Stadt nicht mehr angeleuchtet, wird das Wasser in den Schwimmhallen nicht mehr so warm wie üblich sein. Alles, um durch die Energiekrise und über den Winter zu kommen. Die Lichter ausgehen könnten aber als Konsequenz einer anderen Sparmaßnahme bald auch für die Eissportvereine USG, Eislauf-Club, Eisschnelllauf Club und Eissportverein 03.

Stadt Chemnitz: Vereisung der Halle sehr kostenintensiv

Läufer auf der Eisschnelllaufbahn des Eissportzentrums Am Küchwald in Chemnitz
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Grund dafür ist, dass die kleine Eishalle im Sportzentrum am Küchwald nicht vereist werden soll. Stadtsprecher Matthias Nowak bestätigte die Pläne in der "Freien Presse“. Es soll nur noch die große Halle vereist werden. Die kleine wäre nicht nutzbar. Und was mit der Freiluftbahn - wichtig für die Eisschnellläuferinnen und Eisschnellläufer - passiert, sei noch offen. Eine endgültige Entscheidung gebe es zwar noch nicht. Klar sei aber, so Nowak, dass die "Vereisung einer Halle und der dauerhafte Betrieb sehr kostenintensiv" sei.

Bundesstützpunkte in Gefahr?

Letizia Roscher und Luis Schuster
Das Chemnitzer Eiskunstlauf-Paar Letizia Roscher und Luis Schuster trainiert auch in der Eishalle am Küchwald. Bildrechte: IMAGO / AFLOSPORT

Die Vereine gehen angesichts der angekündigten Maßnahmen auf die Barrikaden, fürchten das Ende des Vereinssports. Die kleine Halle wurde und wird als Trainingshalle genutzt, hier sind auch die Bundesstützpunkte Eisschnelllauf und Eiskunstlauf aktiv.

"Diesen Status der Stützpunkte werden die jeweiligen Sportarten verlieren, wenn die Trainingsmöglichkeiten nicht mehr wie gefordert vorhanden sind", erklärt Torsten Buschmann, sportlicher Leiter des Eissportvereins 03 in der "Freien Presse". Ein Trainingsbetrieb aller Gewerke in dann nur einer Halle sei ohne Einschnitte nicht möglich. Auch sei der Profisport an der Sportoberschule und im Sportgymnasium in Gefahr. Die Vereine hoffen, dass Stadtvertreter noch einmal die Maßnahmen überdenken. Ansonsten schicke man "vier Eissportvereine in die Liquidation".

rei

25 Kommentare

Jeff22 vor 3 Wochen

Das wäre sicher überlegenswert, nur löst es das Kapazitätsproblem nicht, weil ja beide Vereine bereits jetzt gemeinsam auf dem Eis stehen. Der Eissport wird wahrscheinlich aussterben, weil er ohne Unterstützung für die breite Masse nicht mehr bezahlbar ist. Das ist Schade, aber ich sehe nicht, wie das verhindert werden kann. Auch der Verband kann da wenig tun, wo soll das Geld herkommen. Und auch wenn die Bemerkung vlt. unfair ist, Eissportler sind eben keine Fussballer, es fehlt die Lobby.

Youn8805 vor 3 Wochen

Ehrlicherweise wäre eventuell auch einmal an der Zeit, das sich die beiden Eiskunslaufvereine an einen Tisch setzen und über einen Zusammenschluss nachdenken bzw. eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wir bekommen das nun schon über zwei Jahrzehnte mit, was weder für die Eltern und schon gar nicht für die Sportler gut ist, wenn man zwischen die Fronten gerät. Meiner Ansicht nach, wäre es an der Zeit eines gründlichen Umdenkens, den vieles stammt sowohl als Materielles wie Gedankliches aus der Steinzeit. Nicht alles was vor 30 Jahren funktionierte, funktioniert auch heute.

Jeff22 vor 3 Wochen

Man muss leider feststellen, dass Eissport in Chemnitz immer mehr zur Randsportart wird. Es scheint in der öffentlichen Wahrnehmung kein Interesse zu bestehen, dabei geht vollkommen unter, dass hier hunderte junge Sportler a) eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gefunden haben und b) aus Leistungssportlicher Sicht hier der Nachwuchs für künftige Medaillen heranwächst. Um zu verstehen, warum es so problematisch ist, eine von 2 Hallen zu schließen, muss man sich den notwendigen Trainingsumfang anschauen. Im Leistungssport sind dies 5 oder 6 Tage die Woche. Wenn man hier einfach um 50 Prozent kürzt, ist es mit der Wettbewerbsfähigkeit dahin. Dann werden die jungen Sportler, die jahrelang ihre Freizeit investiert haben (von den Eltern und dem Geld ganz zu schweigen) einfach ihre leistungssportliche Karriere beenden müssen Das Ende ist faktisch klar. Die Vereine sterben. Die Frage nach Sponsoren und Preisgeld ist eigentlich schon mit der "Randsportart" beantwortet.