Kristina Vogel und Stephanie Morton
Kristina Vogel (re.) im Zielsprint mit Stephanie Morton. (Archiv) Bildrechte: imago/Thomas Frey

Radsport | Bahnradsport Kristina Vogel schwer verunglückt

Kristina Vogel und Stephanie Morton
Kristina Vogel (re.) im Zielsprint mit Stephanie Morton. (Archiv) Bildrechte: imago/Thomas Frey

Große Sorgen um Kristina Vogel: Die zweimalige Bahnrad-Olympiasiegerin ist am Dienstag beim Training in Cottbus schwer verunglückt. Die Erfurterin kollidierte bei voller Geschwindigkeit mit einem Fahrer, der sich ebenfalls auf der Radrennbahn befand und erlitt eine gravierende Wirbelsäulenverletzung.

Wie der Bund Deutscher Radfahrer mitteilte, sei Vogel mit Brüchen zunächst in ein Cottbusser Krankenhaus gebracht worden. Daraufhin wurde die elfmalige Bahn-Weltmeisterin mit einem Rettungshubschrauber direkt ins Unfallkrankenhaus Berlin geflogen und wurde dort intensivmedizinisch betreut. Ihr Manager Jörg Werner teilte mit: "Sie ist schwer verletzt" und werde die ganze Nacht operiert. Weitere Informationen nannte er nicht. Ebenso zeigte sich der Bahnrad-Bundestrainer Detlef Uibel schockiert und äußerte sich zu der "Lausitzer Rundschau" folglich: "Wir machen uns große Sorgen um Kristina."

Beton statt Holz in Cottbus

In Cottbus wird auf einer Betonpiste gefahren, es ist kein modernes Holzoval. Die 27-Jährige soll dem Beriecht zufolge den anderen Fahrer, der einen stehenden Start übte, übersehen haben. Laut der "Bild"-Zeitung besteht für Vogel keine Lebensgefahr. In dieser Woche soll auf der Radrennbahn in der Lausitz der jährlich ausgetragene traditionsreiche "Große Preis von Deutschland" stattfinden.

Die Vergangenheit holt Vogel ein

Kristina Vogel Olympiasieg
Erfolgreiche Zeiten bei Kristina Vogel. 2016 holte die Erfurterin in Rio de Janeiro die erste Deutsche olympische Goldmedaille im Sprint. Bildrechte: IMAGO

Schon einmal erlitt Kristina Vogel einen schweren Unfall. Am 20. Mai 2009 nahm ein Zivilfahrzeug der Polizei der damals 18-Jährigen die Vorfahrt und rammte sie vom Rad. Sie erlitt schwere Verletzungen und lag zwei Tage im Koma. Anschließend bangte Vogel um ihre Karriere. Fünf Jahre später gewann sie einen Rechtsstreit gegen den Freistaat Thüringen. Vogel erhielt 100.000 Euro Schmerzensgeld.

Danach sagte Vogel dem MDR: "Das ist für mich endlich Licht am Ende des Tunnels. Jetzt kann ich endlich einen Haken an die Geschichte machen". Sie hatte sich unter anderem einen Brustwirbel und die Handwurzelknochen gebrochen und verlor mehrere Zähne. Nur ihre Muskulatur habe sie vor einer Querschnittslähmung gerettet, sagte Vogel.

Erfolgreiches Comeback

Drei Jahre nach dem Unfall feierte Kristina Vogel ihren bis dahin größten Erfolg. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewann sie mit Miriam Welte die Goldmedaille im Teamsprint. Bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro holte sie als erste Deutsche olympisches Gold im Sprint und mit Welte erneut Bronze.

Die Erfolge von Kristina Vogel: Olympia:
2012 Gold im Teamsprint mit (Miriam Welte)
2016 Gold im Sprint und Bronze im Teamsprint (mit Miriam Welte)

Weltmeisterschaften:
2012 Weltmeisterin im Teamsprint (mit Miriam Welte) und Dritte im Keirin
2013 Weltmeisterin im Teamsprint (mit Miriam Welte) und Silbe im Sprint
2014 Weltmeisterin im Sprint, Keirin und Teamsprint (mit Miriam Welte)
2015 Weltmeisterin im Sprint
2016 Weltmeisterin Keirin und Dritte im Teamsprint (mit Miriam Welte)
2017 Weltmeisterin im Sprint und Keirin, Dritte im Team (mit Miriam Welte)

Europameisterschaften:
2010 Zweite im Sprint und Dritte im Teamsprint (mit Miriam Welte)
2011 Dritte im Teamsprint (mit Miriam Welte)
2013 Europameisterin im Sprint
2014 Europameisterin im Keirin
2015 Zweite und Dritte bei Bahn-EM im Teamsprint und Sprint
2017 Bahnrad-Europameisterin im Keirin und Sprint

tw/sid/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 26. Juni 2018 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2018, 15:14 Uhr

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12 Kommentare

27.06.2018 09:26 Sportler 43 12

Was für eine traurige Nachricht. Ich bin bestürzt. Ich wünsche Ihnen gute Besserung!

27.06.2018 08:53 Kerstin Müller und Ralf Ulitzsch 11

Liebe Kristina, wir wünschen dir viel Kraft und drücken die Daumen.
Grüße aus dem Thüringer Radsportlager und von der Radhelmkampagne.

27.06.2018 08:21 Svenner 10

Liebe Kristina Vogel, mit tiefster Bestürtzung erreichte mich die Nachricht von Ihrem schweren Unfall. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen baldige und hoffentlich völlige Genesung, ganz viel Kraft hierbei! Sie haben mich, mein Thüringen und Deutschland viel Stolz und Freude durch Ihre sportlichen Erfolge bereitet, nochmals alles erdenklich
Gute und viel Kraft!

27.06.2018 07:59 Wolfgang Werner 9

Liebe Kristina, alles Guten und ganz viel Kraft; ganz Chemnitz steht hinter dir -du wirst zurück kommen !

27.06.2018 07:49 Icke 8

Auf dem Weg die besten Genesungswünsche, Kristina!

27.06.2018 07:18 pkeszler 7

"In Cottbus wird auf einer Betonpiste gefahren, es ist kein modernes Holzoval."
Die modernste deutsche Bahn auf Holzoval befindet sich in Frankfurt (Oder). Warum wird dort nicht gefahren?
Alles Gute für Kristina Vogel und gute Besserung.

27.06.2018 06:01 Sr.Raul 6

Beste Genesungswünsche!

27.06.2018 03:20 Sabrina 5

Ich hatte auch Radsport getrieben und einen sehr guten Trainingszustand.
Als ich bei einem Kriteriumsrennen auf einen plötzlich vor meiner Nase auftauchenden anderen Teilnehmer nicht angemessen reagiert hatte, entschloss ich mich nach einer Bedenkzeit, den Sport nicht fortzusetzen.
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Und - was das Polizeiauto betrifft - wenn ich in der Stadt auf dem Radweg fahre und Vorfahrt habe, überzeuge ich mich in der Regel vorher, ob mir diese auch gewährt wird. Denn es ist sehr oft so, dass die Autofahrer den Radfahrer nicht wahrnehmen.
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Ich kenne auch die Autofahrer-Perspektive und kann nur dringend davor warnen, als Radfahrer einfach drauf los zu fahren, nur weil man Vorfahrt hat.

27.06.2018 00:15 Regionalliga 4

OMG! Alles gute und kommen Sie schnell zurück.

26.06.2018 22:45 Dampflok1989 3

Liebe Frau Vogel, ich wünsche gute Besserung!