Langlauf | Tour de Ski Oberwiesenthalerin Hennig beendet Tour de Ski als Neunte

Katharina Hennig übersteht auch die Schinderei zur Alpe Cermis und wird Neunte der Tour de Ski. Als erste Russin gewinnt Natalja Neprjajewa.

Katharina Hennig im Ziel
Katharina Hennig beendet die Tour de Ski zum dritten Mal in Folge in den Top Ten. Bildrechte: imago images/Sven Simon

Katharina Hennig sank nach der halbstündigen Schinderei entkräftet in den Schnee, erst der Blick auf die Anzeigetafel ließ Deutschlands beste Langläuferin wieder lächeln.

"Neunte, damit habe ich mein Ziel erfüllt. Da bin ich sehr glücklich drüber", sagte die 25-Jährige nach der letzten Etappe der Tour de Ski, die noch einmal zu einer echten Qual wurde. 400 Höhenmeter und eine maximalen Steigung von 28 Prozent musste Hennig hinauf zur Alpe Cermis überstehen, und das in der ungeliebten Skating-Technik.

Hennig beendet Tour als Neunte

Doch die Sächsin beendete die Etappe auf Rang zwölf und verteidigte so Platz neun in der Gesamtwertung. "Das hier ist schon einer der härtesten Wettkämpfe, die man sich vorstellen kann. Spaß macht das nicht", sagte Hennig, die in den vergangenen zwei Jahren bei der Tour jeweils Achte geworden war.

Bundestrainer Peter Schlickenrieder hatte für den Final Climb in Italien "Fighten bis das Licht ausgeht" als Marschroute ausgegeben und einen Kampf "mit Messer zwischen den Zähnen" gefordert. Daran hielt sich Hennig und kam erneut als beste Deutsche auf dem Gipfel an. Ein Ergebnis, das auch für die Olympischen Spiele in Peking (4. bis 20. Februar) hoffen lässt, wo die zehn Kilometer im klassischen Stil gelaufen werden.

Schlickenrieder freut sich auf tolle Jahre

Schlickenrieder denkt allerdings eher langfristig. "Katha ist inzwischen auch im Skating top. Sie wird Schritt für Schritt stärker, nicht nur in ihrer Paradedisziplin klassisch", sagte der Bundestrainer: "Von diesem Niveau aus kann man irgendwann den nächsten Schritt angreifen und um Medaillen kämpfen. Das ist jetzt noch zu früh, aber nach Olympia stehen uns tolle vier Jahre bevor. Das lässt uns hoffen."

Thüringerin Sauerbrey wieder

Eine starke Vorstellung lieferte erneut auch Katherine Sauerbrey ab. Der 24-Jährigen fehlten auf Rang 18 nur drei Positionen oder sechs Sekunden für das Olympia-Ticket, die Gesamtwertung ihrer ersten Tour schloss sie auf Platz 19 ab. Pia Fink belegte zum Abschluss den 28. Rang, Sofie Krehl folgte auf dem 30. Platz.

Neprjajewa feiert Siegpremiere

Den Tagessieg auf der sechsten Etappe holte sich die Norwegerin Heidi Weng, die 35:41,2 Minuten für die Schinderei benötigte. Natalja Neprjajewa reichte Rang vier, um als erste Russin die Tour und damit das Preisgeld in Höhe von 55.000 Schweizer Franken (ca. 53.100 Euro) zu gewinnen. Die 26-Jährige hatte 2018/19 und 2019/20 jeweils den zweiten Platz belegt, nun stand sie erstmals ganz oben.

Moch und Bögl überragend: Platz drei und vier

Langläufer Friedrich Moch ist beim Finale der Tour de Ski völlig überraschend auf das Podest gestürmt. Der 21-Jährige aus Isny landete beim steilen Anstieg auf die Alpe Cermis als Dritter erstmals in seiner Karriere auf dem Treppchen. Lucas Bögl komplettierte als Vierter das erstklassige deutsche Ergebnis auf der letzten Etappe. "Ich kann es noch nicht ganz glauben. Ich habe versucht, ein gutes Rennen zu machen. Ich dachte: Schaust du dir es mal an. Dass ich es so bis zum Ende durchziehen kann, habe ich nicht gedacht", sagte Moch im ZDF.

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sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 04. Januar 2022 | 19:30 Uhr

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