Leichtathletik | DM Almas im Sprint stark - auch Heß und Purtsa Geistermeister bei der Leichtathletik-DM

Starke 100-Meter-Zeit für den Deniz Almas. Auch Dreispringer Max Heß feierte am Samstag in Braunschweig einen DM-Titel - war aber nicht zufrieden. Maria Purtsa feierte ihren ersten nationalen Titel und war den Tränen nahe.

Deniz Almas
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Der in Leipzig trainierende neue Top-Sprinter Deniz Almas hat für einen Lichtblick bei den Geistermeisterschaften der deutschen Leichtathleten gesorgt. Der 23-Jährige vom VfL Wolfsburg gewann am Samstag in Braunschweig die 100 Meter in ganz starken 10,09 Sekunden. Zweiter im praktisch leeren Eintracht-Stadion wurde 21 Jahre alte Kölner Joshua Hartmann in 10,23 Sekunden vor DLV-Rekordhalter Julian Reus aus Erfurt (10,26 Sekunden). "Mit der 10,08 hatte ich mir schon sehr, sehr große Chancen ausgerechnet. Aber man muss es erst mal machen - und ich hab' es gemacht!", meinte der jubelnde Almas. Der gebürtige Schwarzwälder hatte vor einer Woche in Weinheim schon mit 10,08 Sekunden überrascht.

Heß verpasst selbstgestecktes Ziel

Der frühere Europameister Max Heß ist zum vierten Mal nach 2016, 2017 und 2019 deutscher Freiluft-Meister im Dreisprung geworden. Bei den nationalen Leichtathletik-Titelkämpfen in Braunschweig setzte sich der 24-Jährige vom LAC Erdgas Chemnitz am Samstag mit mäßigen 16,58 Metern durch. Der Potsdamer Felix Wenzel hatte als Zweiter mit 15,95 Metern bereits einen Rückstand von 63 Zentimetern. Dritter wurde im praktisch leeren Eintracht-Stadion Heß' Chemnitzer Clubkollege Vincent Vogel, der mit 15,52 Metern eine persönliche Bestleistung aufstellte.

Vor den Titelkämpfen hatte Heß noch mit einem Sprung über 17 Meter gehofft: "Fürs Ego wären die 17,14 m schön, die ja die Olympia-Norm für Tokio gewesen wären. Einfach um mir selbst zu zeigen, dass ich es auch dieses Jahr geschafft hätte, mich für die Spiele zu qualifizieren."

Max Heß
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Dreispringerin Purtsa überwältigt

Maria Purtsa aus Chemnitz war nach ihrem Sieg im Dreisprung ganz aus dem Häuschen. Sie sagte: "Es ist einfach unglaublich, weil es mein erster deutscher Meistertitel ist. Für mich bedeutete Corona, sieben Wochen auf dem Feldweg zu trainieren." Das zahlte sich offenbar aus. Mit 13,65 Metern landete sie vor Jessie Maduka aus Düsseldorf (13,57) und Caroline Joyeux aus Berlin (13,37).

Dreispringerin Maria Purtsa (Chemnitz) 2 min
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Purtsa, Jahrgang 1995, war den Tränen nahe. Sie erklärte zu ihrer Trainingsgruppe: "Wir haben Spaß am Springen und geben uns gegenseitig gutes Feedback." 13,65 Meter seien "hoffentlich nicht das letzte Wort", blickte Purtsa schon auf die nächsten Wettkämpfe.

Die Leichtathletin Maria Purtsa mitten im Dreisprung.
Die Leichtathletin Maria Purtsa mitten im Dreisprung. Bildrechte: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring

Erster Titel an bayerischen Hammerwerfer

Den ersten Titel der Meisterschaften hatte sich Hammerwerfer Tristan Schwandke gesichert. Der Vorjahressieger vom TV Hindelang setzte sich im letzten Versuch mit 70,85 Metern durch. Zweiter im leeren Eintracht-Stadion wurde Merlin Hummel (Kalmbach) mit 69,53 Metern vor Fabio Hessling (Saarlouis/67,05).

Hammerwerfer Tristan Schwandke jubelt.
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Busemann: "Gespenstisch"

Blick in das Eintracht Stadion in Braunschweig aus der Südkurve während des Wettbewerbs im Stabhochsprung der Damen.
Blick ins leere Braunschweiger Eintracht-Stadion. Bildrechte: imago images / Christoph Worsch

Der frühere Zehnkampf-Star Frank Busemann, der als ARD-Experte in Braunschweig ist, beobachtet die Wettkämpfe so ganz ohne Zuschauer mit gemischten Gefühlen. "Ich war ja darauf vorbereitet. Es ist unsere einzige Chance, deshalb find' ich das hier gut", sagte der 45-Jährige zum Auftakt der Titelkämpfe ohne Zuschauer: "Aber gerade der erste 400-Meter-Hürdenlauf: Totenstille! So still, das war schon irgendwie gespenstisch." Rund 500 Athleten sind am Samstag in Braunschweig am Start - Zuschauer sind aber nicht zugelassen.

dh/mkö/dpa

Deniz Almas und Roy Schmidt im SpiO-Talk 19 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 08. August 2020 | 19:30 Uhr

1 Kommentar

ZP-HB64 vor 16 Wochen

Kann es vielleicht sein, dass mehrere Leichtathleten mit diesem Unsinn nicht einverstanden sind? Es waren übermäßig viele verletzt oder erkrankt. Oder war es ein stiller Protest? Hoffentlich verschwindet mein Kommentar nicht wieder beim MDR, obwohl sich jeweils herzlichst bedankt wird ... . Alles heuzutage Realität. Leider!