Leichtathletik DLV-Generalsekretär Gonschinska - "Keine Chancengleichheit"

Die deutschen Leichtathleten begrüßen die Verschiebung der Olympischen Spiele. Im "Sport im Osten"-Talk nannte Verbands-Generalsekretär Gonschinska die Verlegung "unabdingbar".

Cheick-Idriss Gonschinska
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Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat die Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr auf 2021 begrüßt. DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska sagte am Mittwoch (01.04.2020) im "Sport im Osten"-Talk: "Die Verschiebung von Olympia war unabdingbar."

Gonschinska: "Verschiebung die richtige Entscheidung"

Gonschinska begründete: "Eine professionelle Vorbereitung war unter den Rahmenbedingungen, die wir momentan weltweit vorfinden durch die dramatische Verbreitung des Coronaviruses, nicht mehr gegeben. Es gab keine Chancengleichheit mehr. Und letztlich war auch das weltweite Anti-Doping-System praktisch ausgesetzt. Die Verschiebung war die richtige Entscheidung im Sinne der Athleten und im Sinne der Gesundheit. Aktuell steht der Sport nicht im Mittelpunkt. Es geht darum, die Gesundheit der Menschen zu sichern."

Olympia zur Hitze: "Keine Wunsch-Möglichkeiten"

Die Olympischen Spiele in Tokio waren wegen der Corona-Pandemie vom Sommer 2020 um ein Jahr verschoben worden. Nun soll Olympia vom 23. Juli bis 8. August 2021 stattfinden. Zur Kritik einiger Leichtathleten, die Spiele im heißen japanischen Sommer stattfinden zu lassen, sagte Gonschinska der Deutschen Presse-Agentur: "Es hat keine großen Wunsch-Möglichkeiten gegeben und letztlich müssen sich alle Athleten auf dieselben Bedingungen einstellen. Wir konnten im Vorfeld und bei den WM 2019 in Doha unsere Erfahrungen sammeln und werden gut vorbereitet auf die Bedingungen in Tokio 2021 eingestellt sein."

Sporthilfe führt Förderung fort

Zu den psychologischen Effekten der Olympia-Verschiebung sagte Gonschinska im SpiO-Talk, er könne jeden Athleten verstehen, der jetzt "in ein Loch falle". Finanziell müssten die Sportler Einbußen hinnehmen, weil die für das Frühjahr und den Sommer vorgesehene Meeting-Serie aktuell nicht stattfinden kann. Hier gebe es aber auch gute Nachrichten: "Die Stiftung Deutsche Sporthilfe führt die Förderung für die Kaderathleten fort. Auch die Förderplätze im Rahmen der Bundeswehr, Bundespolizei und Landespolizei sind gesichert. Dadurch haben wir in vielerlei Hinsicht eine Basis gegeben." Zudem unterstützt der Deutsche Leichtathletik-Verband die Sportler, "indem wir Trainerteams finanzieren und fortbilden."

dh

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell - Sport | 01. April 2020 | 11:40 Uhr

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