Turnen Nach Chemnitzer Turn-Affäre: Sportausschuss tagt zum Thema

Die Turn-Affäre um die Chemnitzer Trainerin Gabriele Frehse hat den Sportausschuss des Deutschen Bundestages auf den Plan gerufen. Am 5. Mai werde man sich in einer Öffentlichen Anhörung mit dem Thema "Physische, psychische oder sexualisierte Gewalt gegen Sportlerinnen und Sportler" befassen.

Dagmar Freitag 3 min
Dagmar Freitag Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Turnaffäre um die Chemnitzer Trainerin Gabriele Frehse, der von Sportlerinnen um Weltmeisterin Pauline Schäfer unter anderen psychischer Druck und die Abgabe verschreibungspflichtiger Schmerzmittel vorgeworfen wird, hat weitere Konsequenzen. Wie der Sportausschuss des Deutschen Bundestages bekannt gab, wird er sich am 5. Mai dieses Jahres in einer Öffentlichen Anhörung mit dem Thema "Physische, psychische oder sexualisierte Gewalt gegen Sportlerinnen und Sportler" befassen. Zuvor würde bereits am 24. Februar der Fall Chemnitz auf der Tagesordnung einer Ausschusssitzung stehen. Frehse hat die Vorwürfe mehrfach bestritten.

Freitag: "Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt"

Ausschussvorsitzende Dagmar Freitag erklärte im Interview mit "Sport im Osten", dass dann auch um Standards im Umgang mit Kindern im Leistungssport gehen muss. "Kinder sind teilweise fernab des Elternhaus untergebracht sind. Sie sind schon sehr alleine in diesem Hochleistungstraining und da müssen wir gemeinsam an einem Strang ziehen und sagen: Bei allem Willen zum Erfolg muss das Wohl des Kindes an erster Stelle stehen."

Die 67-Jährige stellte sich zudem hinter den vom Deutschen Turner-Bund (DTB) in Auftrag gegebenen unabhängigen Untersuchungsbericht und die vom DTB ausgesprochene Aufforderung an den Olympiastützpunkt Chemnitz, sich von Frehse zu trennen. Welche Konsequenzen es im Fall einer Nichtbefolgung geben könnte, deutete Freitag an: "Das ist dann auch eine Sache, die man mit dem Bundesinnenministerium diskutieren muss. Natürlich fließen auch öffentliche Mittel in die Struktur  der Olympia-Stützpunkte, da haben wir dann auch Möglichkeiten einzugreifen, doch das bleibt jetzt dem Ergebnis der Sitzung vorbehalten."

red/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 10. Februar 2021 | 19:30 Uhr

1 Kommentar

Wachtmeister Dimpfelmoser vor 17 Wochen

"Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt". Zustimmung, auch im Leistungssport.
"Kinder müssen zu jeder Zeit das Gefühl haben, dass nicht nur ihre Leistung gesehen und gefördert wird". Ablehnung, jedenfalls im Leistungssport.
Ist leider so. Harmoniejunkietum wird im Leistungssport nicht zu Spitzenleistungen führen. Wer das nicht durchhalten kann, ist im täglichen Leben weiterhin geachtet und willkommen, wird aber nie auf dem Treppchen landen.