Turnen Nach Anschuldigungen gegen Frehse: Vorwürfe gegen weiteren Chemnitzer Trainer

Die Diskussionen um den Olympiastützpunkt in Chemnitz reißen nicht ab. Nachdem mehrere Kunstturnerinnen Ende November schwere Vorwürfe gegen die Trainerin Gabriele Frehse erhoben haben, sorgt nun die Meldung über eine weitere umstrittene Personalie für Aufsehen.

Turnerin Maija Leinonen bei einem Sprung
Die Diskussion im Kunstturnen am Olympiastützpunkt Chemnitz gehen weiter. Bildrechte: imago images / Schreyer

Erneut sind die Trainingsumstände für die Kunstturnerinnen am Stützpunkt Chemnitz ins Zwielicht geraten. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Montag (15. Dezember) berichtete, ist der umstrittene niederländische Coach Gerrit Beltman seit 1. August beim TuS Chemnitz-Altendorf als Coach angestellt.

Frehse machte sich scheinbar für Beltman stark

Der 64-Jährige hatte selbst im Sommer in einem Interview mit der Zeitung "Noordhollands Dagblad" eingeräumt, in der Vergangenheit junge Athletinnen während des Trainings gedemütigt zu haben: "Ich wollte Medaillen, ich stellte mir nie die Frage, ob die Turnerinnen das auch wollten." Laut "Spiegel" hatte sich für die Beschäftigung von Beltman dessen Trainerkollegin Gabi Frehse stark gemacht. Frehse ist aktuell als Trainerin am Olympiastützpunkt freigestellt, nachdem ihr unter anderem von der ehemaligen Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer verbale Nötigung und überhartes Training vorgeworfen worden war.

DTB sind juristisch die Hände gebunden

In einer Mitteilung des Deutschen Turner-Bundes (DTB) heißt es, man lehne das Engagement Beltmans beim TuS Chemnitz-Altendorf ab, könne aber dessen Beschäftigung dort juristisch nicht verhindern. Zu DTB-Lehrgängen und Wettkämpfen sei er grundsätzlich nicht zugelassen. Aufmerksam gemacht auf die Arbeit von Beltman in Chemnitz hatte dessen ehemalige Athletin Simone Heitinga. "Leute wie Beltman haben eine Schneise der Verwüstung hinterlassen", sagte die mittlerweile 41-Jährige.

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red/sid

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Sportblock | 16. Dezember 2020 | 16:40 Uhr

7 Kommentare

MeyerZwo vor 25 Wochen

Nach meinem Stand hat Herr Beltman die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestätigt, dafür die Verantwortung übernommen, Reue gezeigt und sich -soweit dies möglich ist- in aller Form entschuldigt. Die Frage ist, warum er jetzt mit einer Art Berufsverbot belegt werden soll? Kann es nicht vielmehr ein Qualitätsmerkmal sein, wenn sich ein solch erfahrener Trainer reflektiert, von alten tradierten Trainingskonzepten Abstand nimmt und sich progressiveren Methoden zuwendet? Ich kann vor diesem Hintergrund die Entscheidung des TuS Altendorf verstehen, sich für diesen Sportler als Mitarbeiter zu interessieren und dann den Mut aufzubringen, ihn einzustellen. Unser bundesdeutsches Strafrecht kenn glücklicherweise die "zweite Chance", den Gedanken, niemanden ein lebenlang zum Täter zumachen, wenn er Reue zeigt und Bereitschaft sich zu ändern. Dieser Gedanke, so scheint mir, ist bei einigen Menschen, Verbänden und Medien, die hier wieder mal schnell öffentlichkeitswirksam richten, nicht vorzukommen.

Bikelike vor 25 Wochen

es ist oft falscher Ehrgeiz der Eltern, die sich nicht Hinterfragen, warum sie das selbst nicht geschafft haben.
Das Kind soll, weil es talentiert ist, gleich durch die Turntalentschulen in die OSP's durch- gereicht werden.
Klar können das einige vertragen, aber bitte,
11 Jahre alt, Schule und in der Woche 40 Stunden Sport?
Das bedeutet 70 Stunden Konzentration und Leistung pro Woche.
Bitte Mal als Vater oder Mutter einfach den Arbeitgeber fragen, ob man nicht aufstocken kann.
Mal sehen wie es in einem halben Jahr aussieht.

Dreissiger vor 25 Wochen

Einfach nur primitive Chemnitz Hetze, man hat sich auch im "Heimatsender" auf Chemnitz eingeschossen wegen der vielen Nazis...
Leistungssport ist halt nicht immer ein Vergnügen, nichts für Mimosen.
Meine Vorschreiber haben es richtig formuliert.