Kristina Vogel beim aktuellen Sportstudio zu Gast.
Bildrechte: imago/Martin Hoffmann

Bahnradsport Noch kein Gespräch zwischen Vogel und Unfallgegner

Rund ein halbes Jahr nach dem schweren Crash hat es noch keinen persönlichen Kontakt zwischen der inzwischen querschnittsgelähmten Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel und ihrem Unfallgegner gegeben.

Kristina Vogel beim aktuellen Sportstudio zu Gast.
Bildrechte: imago/Martin Hoffmann

Die querschnittsgelähmte zweimalige Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel steht dem niederländischen Fahrer, mit dem sie bei ihrem folgenschweren Trainingsunfall im Juni kollidiert war, mit gemischten Gefühlen gegenüber - auch, weil es bislang kein Gespräch gegeben hat. "Wenn er wirklich gewollt hätte, hätte er mich erreicht. Aber letztlich ist es mir inzwischen wurscht", sagte sie im Interview mit der "Bild am Sonntag". Die 28-Jährige führte aus, in seiner Situation hätte sie sich "gefragt, ob er mich überhaupt sprechen will und dann viel, viel früher den Kontakt gesucht."

Auf die Frage, ob sie dem Nachwuchsfahrer aufmachen würde, wenn er vor ihrer Tür stehen würde, erklärte Vogel allerdings durchaus versöhnlich: "Eine sehr, sehr schwere Frage. Vielleicht ja. Wenn ich derjenige wäre, der Kristina Vogel in den Rollstuhl gebracht hat, würde es mir richtig scheiße gehen. Wenn er dann den Mut aufbringt, hierher zu kommen, kann man ihn auch reinlassen."

Unfall im Juni 2018

Die Erfurterin war am 26. Juni beim Training auf der Betonbahn in Cottbus mit 60 km/h mit dem Fahrer kollidiert, der sich ebenfalls auf der Radrennbahn befand. Ihr Rückenmark wurde am siebten Brustwirbel durchtrennt. Kurz vor Weihnachten verließ sie das Unfallkrankenhaus Berlin, gemeinsam mit ihrem Freund Michael Seidenbecher plant sie derzeit das gemeinsame Haus um.

Sportler des Jahres 2018 - Kristina Vogel mit Partner Michael Seidenbecher.
Kristina Vogel (li.) und ihr Lebensgefährte Michael Seidenbecher Bildrechte: imago/Sportfoto Rudel

sid

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachmittag | 22. Dezember 2018 | 16:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2019, 11:26 Uhr

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4 Kommentare

07.01.2019 18:05 Jens 4

Was passiert ist traurig und prägend fürs Leben . Aber meine Frage : Wie geht es dem anderen Sportler. Jeder redet nur von der Verletzung von Kristina. Bei so einem Zusammenstoß hat er auch bestimmt Verletzungen davongetragen . Bitte nicht einseitig argumentieren.

06.01.2019 21:19 Christin 3

Es ist im Endeffekt egal, wer “Schuld” hat an diesem tragischen Unfall!
Aber man erkundet sich wenigstens nach dem wohl des Anderen.
Unsportlich, unfair und unfassbar! Soll er Zeit seines Lebens dieses Gewissen mit sich tragen… in sofern vorhanden. Geht nicht! Geht gar nicht! Nee, sorry, No-Go!

06.01.2019 15:48 Leonard 2

Ich finde es auch sehr unsportlich, wenn sich der Gegner nicht bei der Geschädigten meldet. Das ist kein Fair Play.

06.01.2019 12:29 Lisa 1

Ich wünsche den Liebespaar recht viel Glück und Schaffenskraft für ein gemeinsames Leben. Wer es verdient hat, dann dieses Paar. Vielleicht geschieht noch ein Wunder, ich würde es Ihnen wünschen, Frau Vogel!!! Und der Unfallgegner sollte sich etwas schämen, Unfälle können passieren, aber sich noch nicht einmal zu melden, dass ist für mich sehr Unsportlich und zeigt das er kein fairer Sportler ist.