Breitensport | Corona-Pandemie Sächsische Amateursportvereine fordern mehr Chancengleichheit

Um den Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegenzuwirken, haben sich mehrere sächsische Amateur- und Freizeitsportvereine zur Initiative "Amateursport in Sachsen" zusammengeschlossen. In einem offenen Brief wird zum einen die zunehmende "Ungleichbehandlung" kritisiert. Darüber hinaus wird ein konstruktiver Austausch mit Politik und Verbänden angestrebt, um Lösungsansätze zu finden.

Schild zeigt durchgestrichenen Fußballspieler udn Schriftzug CORONA
Besonders der Amateur- und Freizeitsport ist von der Corona-Pandemie betroffen. Bildrechte: IMAGO / Marcel Lorenz

Wie sehr der Amateursport unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leidet, wurde erst vor wenigen Tagen deutlich: Die Zahl der Vereinsaustritte in Mitteldeutschland hat sich im letzten Jahr drastisch erhöht. Während der organisierte Sport in Sachsen-Anhalt einen Schwund von fast 10.000 Mitgliedern verzeichnete, hat der Landessportbund in Thüringen rund 16.500 Vereinsaustritte zu beklagen. In Sachsen beläuft sich die Zahl der Vereinsaustritte gar auf 20.000, wie eine Befragung aller Vereine für die jährliche Mitgliederbestandserhebung ergab.

Offener Appell: "Solidarisch bleiben, gemeinsam handeln"

Um auf die existenzbedrohende Lage für viele Vereine aufmerksam zu machen, haben sich nun mehrere sächsische Amateur- und Freizeitsportvereine unter Federführung des Landesligisten VfL Pirna-Copitz zur Initiative "Amateursport in Sachsen" zusammengeschlossen. Mit dem Ziel gemeinsame Lösungen zu finden, um das Überleben des Vereinssports in der Corona-Pandemie zu sichern, wurde ein offener Appell mit dem Titel "Solidarisch bleiben, gemeinsam handeln" an Politik und Verbände gerichtet.

Spaltung zwischen Amateur- und Profisport nimmt zu

Darin wird zum einen die "fortschreitende Bevorzugung exklusiver Arbeitsgruppen" kritisiert, insbesondere mit Blick auf die Nachwuchsleistungszentren im Profifußball. Zum anderen wird auf die ausgearbeiteten und zugelassenen Hygienekonzepte im Breitensport verwiesen, die jedoch nichts wert seien, "wenn sie nicht angewendet werden dürfen".

Im Zuge dessen stellt die Initiative fest, " dass die anfangs viel zitierte Solidarität und die gegenseitige Rücksichtnahme mit zunehmender Dauer der Einschränkungen schwinden." Insbesondere bei Minderjährigen sollte "keine Spaltung forciert werden", meinen die Vereine: "Es braucht Lösungen, die für den Freizeitsport generell gelten."

Ziel: Konstruktiver Austausch mit Politik und Verbänden

Um der "Ungleichbehandlung" entgegenzuwirken, strebt der Zusammenschluss einen konstruktiven Austausch mit politischen Entscheidungsträgern und Verbänden an, um Lösungsmöglichkeiten auszutauschen. Gleichwohl betont die Initiative, dass der organisierte Vereinssport die aktuelle Krise nur im Team und unter der Prämisse der "Chancengleichheit" bewältigen kann.

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jsc/pm

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Sportblock | 22. Februar 2021 | 15:40 Uhr

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