Biathlon | Weltcup in Oberhof Oberhof-Chef Grellmann: Zuschauerausschluss "alternativlos"

Auch 2022 findet der Biathlon-Weltcup in Oberhof ohne Zuschauer statt. Die Entscheidung ist vor allem für die Vereine und ihre Nachwuchsarbeit ein herber Schlag, meint Thomas Grellmann, Chef des Organisationskomitees.

Thomas Grellmann 1 min
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Ende November war es traurige Gewissheit: Der Biathlon-Weltcup in Oberhof (3. bis 9 Januar 2022) wird aufgrund der Corona-Pandemie wie auch schon in diesem Jahr vor einer Geisterkulisse stattfinden. Die aktuelle Verordnungslage in Thüringen gestattet zwar Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen unter freiem Himmel, nach Abzug aller Sportler und Offiziellen wären Zuschauer allerdings nur in geringem Umfang möglich, erklärte Thomas Grellmann, Chef des Organisationskomitees, im Gespräch mit dem MDR.

"Wir konnten im rechten Moment die Reißleine ziehen"

"Das tut uns fürchterlich weh. Die Entscheidung war aber alternativlos", sagte Grellmann. Der anstehende Geister-Weltcup sei im Hinblick auf die 2023 geplanten Weltmeisterschaften bedauernswert. Die Anlage in Oberhof wurde "gewaltig umgebaut. Das Stadion hat an Kapazität gewonnen. Es wäre gut gewesen, wenn wir alle logistischen Abläufe unter nahezu realen Bedingungen hätten ausprobieren können."

Aufgrund der Erfahrung, die Oberhof bereits Anfang des Jahres ohne Zuschauer gemacht hat, sei dies aber kein "schwerwiegendes Handicap". Zudem konnten zusätzliche Ausgaben, wie der geplante Aufbau einer zusätzlichen Tribüne, vorerst gestoppt werden. Die finanziellen Verluste halten sich so in Grenzen. "Wir konnten im rechten Moment die Reißleine ziehen", erklärte Grellmann.

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Vereine durch Zuschauerausschluss stark betroffen

Deutlich schlimmer wiegt für den OK-Chef die durch den Zuschauerausschluss bedingten finanziellen Verluste für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. In der Vergangenheit konnten so zusätzliche Gelder für die Vereinskassen generiert werden. Die wiederholt ausbleibenden Einnahmen sind "ein schwerer Schlag ins Kontor der Vereine und ihrer Nachwuchsarbeit. Das zu kompensieren ist die größte Herausforderung für den Thüringer Skiverband, weil wir die Vereine gut finanziell ausgestattet brauchen, damit sie ihrer Aufgabe in der Nachwuchsentwicklung nachkommen können."

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Sportblock | 06. Dezember 2021 | 10:40 Uhr

2 Kommentare

sportspecker vor 6 Wochen

„Das alternativlose“ hat seinen Hut genommen, möchte man meinen.
Hoffentlich bleibt man in Zukunft, nicht auf seinen Karten sitzen, nachdem der Steuerzahler für das Kleckernest Oberhof mit Millionen bluten durfte.
Ich war selbst bei einigen Bauvorhaben dabei, also erzählt mir nichts!

Thomas L. vor 6 Wochen

Zu Zeiten, in denen der breiten Masse wieder einmal jegliche organisiert sportliche Betägigung untersagt ist, sollte man mal die Frage stellen, ob so ein Weltcup auch ohne Zuschauer überhaupt legitimiert werden kann.

Die einen dürfen nicht einmal für sie hilfreiche Übungen wie eine Rückschule besuchen. Aber wenn es um Profisport geht, dann ist das natürlich alles anders.