Notfallzentrum für Olympia
Bildrechte: MDR/Raiko Richter

"Olympia im Osten" - Teil 10 Druck, Doktor und Diagnosen

Raiko Richter ist Chef des ARD-Olympiateams bei den Winterspielen in Pyeongchang. Für MDR.DE schreibt er ein Tagebuch. Heute: Druck, Doktor und Diagnosen.

Notfallzentrum für Olympia
Bildrechte: MDR/Raiko Richter

Am Ende einer Karriere wächst der Druck erfolgreich zu sein. Aljona Savchenko hat im fünften Anlauf endlich ihr Gold. Die aus der Ukraine stammende Wahl-Chemnitzerin schaffte mit dem Deutsch-Franzosen Bruno Massot doch noch "ihren" Olympiasieg. Nach zweimal Bronze mit Robin Szolkowy wollte die 34-Jährige mehr. Die Tränen sprachen Bände nach dem Triumph und auch Katarina Witt war in diesem Moment nah am Wasser gebaut. Aljona, die wie keine andere sächsisch mit einem Akzent aus ihrer ukrainischen Heimat würzt, hat den Druck ausgehalten, den auch Katarina Witt kennt. 

Kati Witt und Aljona Savchenko
Bildrechte: MDR/Raiko Richter

Druck verspürte auch ich die letzten Tage – und zwar im Ohr. Das lag nicht an der Dauerbeschallung durch unsere Reporter, sondern daran, dass ich den eisigen koreanischen Wind in den ersten Tagen wohl etwas unterschätzt hatte. "Junge, setze dir im Winter eine Mütze auf und ziehe ein Unterhemd an“, predigte Oma immer. Leider wird man auch mit über 40 erst schlau, wenn es einen erwischt hat. Dann kommen die Kindheitserinnerungen wieder.

Hämmern wie im CSSR-Ferienlager

Letztmalig verspürte ich so ein Hämmern im Ohr während meiner Ferienlagerzeit in der CSSR, als ich beim Schwimmen Wasser ins Ohr bekam und sich daraus eine Mittelohrentzündung entwickelte. Auch wenn ich es sehr gern als Männergrippe – die es eigentlich nur in der Erfindung von Frauen gibt - abgetan hätte, die Kollegen drängten mich zu einem Marsch ins Medical-Center. Dort überwies mich ein Arzt direkt zum Spezialisten ins Hospital. Der Spezialist behandelte übrigens auch gebrochene Beine!

Diagnose Ohrenaua
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Nicht nur im Straßenverkehr gibt es die Olympic-Lane. Auch im örtlichen Krankenhaus. Olympia-Teilnehmer werden hier bevorzugt behandelt und das gilt auch für Olympia-Journalisten. Die Krankenschwester rammte mir voller Freude das Fieberthermometer ins Ohr. Und Dr. Kim, so heißen hier wirklich alle, diagnostizierte "Inflammation of the outer and middle ear". Außen- und Mittelohrentzündung. Mit einem Sack voller Medikamente ging es zurück ins Hotel. Das Mannschaftsgold der Rodler trug sofort zur Genesung bei. Jetzt hängt eine Medikamenten-Kalender im Zimmer für die tägliche Dosis. Fazit: In Südkorea kann man krank werden. Die Versorgung ist top. Die einstündige Behandlung inklusive aller Medikamente kostete 150.000 Won, also ungefähr 110 Euro. Nun habe ich nur noch den Druck, zum nächsten Sendetag im Ersten wieder fit zu sein. 

Olympische Grüße!
Raiko Richter

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 16. Februar 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2018, 09:56 Uhr

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1 Kommentar

16.02.2018 18:13 Fahsel 1

Gute Besserung Herr Richter.
Ina Fahsel und Jörg Weste

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