Olympia | Tokio Triumphe, Tränen, Rekorde - die Olympia-Bilanz der mitteldeutschen Athleten

Die Olympischen Sommerspiele in Tokio sind vorbei. Die deutsche Delegation kehrt am Ende mit 37 Medaillen im Gepäck heim. Doch wie schlugen sich die Athletinnen und Athleten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen? "Sport im Osten" blickt auf die Bilanz der mitteldeutschen Olympioniken zurück.

Collage aus unterschiedlichen Sportlerinnen und Sportlern
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33 Sportarten, 339 Wettkämpfe und über 11.000 Sportler. Die 32. Olympischen Sommerspiele in Tokio sind am Sonntag (8. August) zu Ende gegangen. Insgesamt sprangen 37 Medaillen (10 Gold / 11 Silber / 16 Bronze) für die deutsche Mannschaft heraus - das bisher schwächste Ergebnis seit der Wiedervereinigung.

Olympische Ringe in Tokio
Vom 23. Juli bis zum 08. August fanden in Tokio die 32. Olympischen Sommerspiele statt. Bildrechte: imago images/AFLOSPORT

Unter den über 400 Athletinnen und Athleten, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entsandte, kämpften auch rund 50 Sportlerinnen und Sportler aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um Edelmetall. Wir blicken auf die emotionalen Höhepunkte und Überraschungen der vergangenen zweieinhalb Wochen aus mitteldeutscher Sicht zurück.

Tina Punzel und Lena Hentschel holen erste Medaille für Deutschland

Am 25. Juli war es soweit: Die Wasserspringerinnen Tina Punzel und Lena Hentschel bescherten Deutschland die erste Medaille. Die Athletinnen vom Dresdner SC (Punzel) und Berliner TSC (Hentschel) sicherten sich im Synchronwettbewerb vom Dreimeter-Brett mit 284,97 Punkten Bronze. Für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) war es die erste Olympiamedaille in diesem Wettbewerb seit 2008. Der Sieg ging an die favorisierten Wang Han/Shi Tingmao, die China das fünfte Gold hintereinander in dieser Disziplin bescherten. Silber holten Melissa Citrini Beaulieu/Jennifer Abel aus Kanada. 

Das an diesem Tag alles passen muss, war von vornherein klar.

Tina Punzel

Die viermalige Europameisterin Punzel war bereits 2016 in Rio mit dabei und hatte vor den Spielen in Tokio mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. "Diese Medaille fehlte mir noch in meiner Kollektion", zeigte sich Punzel nach ihrer Rückkehr nach Deutschland sehr zufrieden: "Ich bin mit dem Traum hingefahren, eine Medaille mitzubringen. Das an diesem Tag alles passen muss, war von vornherein klar. Dass ich mich gleich im ersten Wettkampf mit der Medaille belohnen konnte, war natürlich Wahnsinn."

Eine Sportlerin hängt einer zweiten Sportlerin die Medaille um. 2 min
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Sport im Osten So 25.07.2021 14:00Uhr 02:28 min

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Tina Punzel zurück in Dresden 2 min
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Mi 04.08.2021 09:53Uhr 02:26 min

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Bogenschützinnen um Michelle Kroppen gewinnen Bronze

Noch am selben Tag (25. Juli) gab es die nächste Medaille für Deutschland zu bejubeln. Im Mannschaftswettbewerb der Bogenschützinnen sicherte sich Michelle Kroppen vom SV GutsMuths Jena im Verbund mit Lisa Unruh (Berlin) und Charline Schwarz (Nürnberg) Bronze. Das Trio war zuvor im Halbfinale an der russischen Delegation gescheitert, belohnte sich nach einem 5:1 gegen Belarus aber doch noch für die starken Leistungen. Es war die erste Medaille für das deutsche Frauen-Team seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Den Sieg holten sich die favorisierten Südkoreanerinnen.

Sarah Köhler beendet lange Durststrecke im Beckenschwimmen

Sprachlos zeigte sich Sarah Köhler nach ihrer Bronzemedaille über 1.500 Meter Freistil am 28. Juli. Die Vize-Weltmeisterin vom SC Magdeburg beendete eine 13 Jahre andauernde Olympia-Tristesse der deutschen Beckenschwimmer und gewann die erste deutsche Medaille seit dem Doppelgold von Britta Steffen 2008. In klarer deutscher Rekordzeit (15:42,91 Minuten) musste sich die 27-Jährige nur den Amerikanerinnen Katie Ledecky und Erica Sullivan geschlagen geben. 

Ich weiß gerade selber nicht genau, was ich sagen soll. Ich habe die Chance einfach genutzt.

Sarah Köhler

"Ich wollte unbedingt diese Medaille und habe versucht, den Schmerz zu ignorieren", erklärte Köhler im Anschluss. Die Jura-Studentin war 2018 zur Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn nach Magdeburg gewechselt, wo ihr ein Leistungssprung gelang. Nach der Vize-Weltmeisterschaft über 1.500 Meter Freistil und dem Titel mit der Freiwasserstaffel im Sommer 2019 folgte ein Kurzbahn-Weltrekord über 1.500 Meter Freistil im Winter. Zwei Jahre später nun der Höhepunkt bei Olympia. "Ich weiß gerade selber nicht genau, was ich sagen soll. Ich habe die Chance einfach genutzt", sagte Köhler tiefgerührt nach dem Rennen.

Andrea Herzog paddelt zu Bronze

Einen Tag darauf (29. Juli) kletterte die nächste mitteldeutsche Athletin auf das Olympia-Podium. Für die Leipziger Slalomkanutin Andrea Herzog sprang Bronze im Canadier-Einer heraus. Die 21 Jahre alte Weltmeisterin von 2019 musste im Finale nur den mehrmaligen Weltmeisterinnen Jessica Fox aus Australien und Mallory Franklin aus Großbritannien den Vortritt lassen.

Ich habe versucht ruhig zu bleiben und mir gesagt, ich kann nichts mehr verlieren.

Andrea Herzog

Am Ende hatte Herzog auf der anspruchsvollen Strecke im 25-Stangen-Labyrinth 6,09 Sekunden Sekunden Rückstand auf die Olympiasiegerin. "Ich habe versucht ruhig zu bleiben und mir gesagt, ich kann nichts mehr verlieren. Bei der einen Berührung habe ich mir sehr geärgert, aber im Endeffekt ist alles gut gegangen", erklärte die Sportsoldatin bei ihrer frenetisch bejubelten Rückkehr nach Deutschland.

Schwanitz' frühes Olympia-Aus mit Tränen

Ein jähes Ende ihrer olympischen Reise musste Kugelstoßerin Christina Schwanitz verkraften. Die ehemalige Weltmeisterin musste bereits in der Qualifikation am Freitag (30. Juli) die Segel streichen. Am Ende stand Platz 14 mit 18,08 Metern zu Buche, fast einen halben Meter am Finale der besten Zwölf vorbei. Damit blieb der 36-Jährigen auch bei ihren vierten Sommerspielen der Traum von einer Olympiamedaille verwehrt. Die Goldmedaille ging an die Chinesin Gong Lijiao (20,58 Meter) vor Raven Saunders (USA) und Valeria Adams (Neuseeland).

Ich bin am großen Coup gescheitert, habe mir zuviel vorgenommen.

Christina Schwanitz

"Es sind meine letzten Spiele, und dann muss ich so vom Platz schleichen", sagte die zweimalige Europameisterin Schwanitz nach ihrem Aus tief enttäuscht: "Das habe ich mir ganz anders vorgestellt." Körperliche Probleme seien es nicht gewesen, "es war der Kopf. Ich bin am großen Coup gescheitert, habe mir zuviel vorgenommen", sagte Schwanitz, deren Saison unter keinem guten Stern stand: Anfang des Jahres erlitt sie einen Bandscheibenvorfall, war so spät in die Saison eingestiegen, landete in Corona-Quantäne und kam nie an ihre Bestform heran.

Schwimm-Ass Wellbrock macht es Köhler gleich

Nach seiner Verlobten Sarah Köhler konnte auch Florian Wellbrock eine 21 Jahre andauernde Durststrecke beenden. Der Ausnahmeathlet vom SC Magdeburg bescherte dem DSV die erste Männer-Medaille im Beckenschwimmen seit den Spielen 2000 in Sydney. Der Doppel-Weltmeister schlug in einem packenden Rennen am 1. August nach langer eigener Führung als Dritter an und musste am Ende Robert Finke aus den USA und Vize-Weltmeister Michailo Romantschuk aus der Ukraine den Vortritt lassen. Am Ende fehlten 1,26 Sekunden.

Mir ist natürlich ein riesen Stein vom Herzen gefallen - keine Frage.

Florian Wellbrock

"Mir ist natürlich ein riesen Stein vom Herzen gefallen - keine Frage", sagte Wellbrock nach dem Rennen. Zufrieden wirkte der große Goldfavorit allerdings nicht wirklich. "Ein bisschen ärgerlich, dass ich es hinten raus nicht halten konnte. Aber die anderen beiden Jungs haben einen super Job gemacht und ich möchte jetzt auf gar keinen Fall bei einer Bronzemedaille bei Olympischen Spielen meckern", so der 23-Jährige. Lange sollte die große Krönung aber nicht auf sich warten lassen...

Lisa Klein und die Rekordshow im Bahnrad-Vierer

In einem schier unglaublichen Rennen, das von einer Fabelzeit nach der anderen geprägt war, raste die Erfurterin Lisa Klein gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Lisa Brennauer, Franziska Brauße und Mieke Kröger am 3. August im Bahnrad-Vierer zu Gold. Ein historischer Erfolg - es war der erste Olympiasieg eines deutschen Frauen-Teams in der Königsdisziplin des Bahnrad-Sports.

Bereits im Vorlauf hatte das deutsche Quartett einmal mehr einen Weltrekord aufgestellt. Im überraschend einseitigen Finale ließen die Deutsche keine zwei Stunden später dann in 4:04,242 Minuten eine weitere Weltbestmarke, ihre dritte binnen kaum 24 Stunden, folgen und damit Olympiasieger Großbritannien hinter sich. Der Vorsprung im Ziel betrug unglaubliche 6,365 Sekunden. Bronze ging an die USA.

Es ist fantastisch, was sie für eine Leistung gebracht haben. Das ist unfassbar.

Kristina Vogel Zweifache Olympiasiegerin

"Oh, mein Gott, in was für einer Zeit. Ich hätte niemals gedacht, dass das in den Mädels überhaupt steckt. Sie vermutlich vor ein paar Monaten auch nicht", sagte die zweimalige Olympiasiegerin Kristina Vogel in ihrer Rolle als ZDF-Expertin: "Es ist fantastisch, was sie für eine Leistung gebracht haben. Das ist unfassbar."

Lukas Dauser turnt sensationell zu Silber

Den größten Erfolg seiner Karriere feierte Lukas Dauser. Mit einer exzellenten Vorführung an seinem Spezialgerät Barren holte sich der Athlet, der am Stützpunkt in Halle trainiert, am 3. August zum Abschluss der Turn-Wettbewerbe die Silbermedaille. Mit 15,700 Punkten musste sich der 28-Jährige nur dem Chinesen Jingyuan Zou (16,233) geschlagen geben. Dritter wurde der Türke Ferhat Arican mit 15,633 Punkten.

Für mich ist das immer noch wie im Film, der ganze Tag schon, die letzten Tage.

Lukas Dauser

"Ich kann das noch gar nicht realisieren", stammelte der überwältige Sportler danach. "Für mich ist das immer noch wie im Film, der ganze Tag schon, die letzten Tage." Im Wettkampf setzte er nicht alles auf eine Karte: Als Letzter der Konkurrenz ging der Unterhachinger ans Gerät und turnte wie in der Qualifikation die Schwierigkeit 6,7 - mit durchschlagendem Erfolg. Dauser verhinderte mit seiner überzeugenden Übung zudem, dass der Deutsche Turner-Bund ohne Medaille aus Tokio abreisen muss. 

Freiwasser-König Wellbrock schreibt sein "persönliches Sommermärchen"

Vier Tage nach seiner Bronzemedaille setzte sich Florian Wellbrock endlich die Krone auf. Der Magdeburger ließ der Konkurrenz in der Bucht von Tokio am 5. August keine Chance und gewann das erste deutsche Freiwasser-Gold der olympischen Geschichte. Im Zehn-Kilometer-Rennen im Odaiba Marine Park in der Bucht von Tokio schlug der 23-Jährige mit deutlichem Vorsprung vor dem ungarischen Fünf-Kilometer-Weltmeister Kristof Rasovszky (+25,3 Sekunden) und dem italienischen Europameister Gregorio Paltrinieri (+27,4) an.

Das Ziel war eine Medaille, auf Gold hatte ich nicht spekuliert.

Florian Wellbrock

"Das ist mein persönliches Sommermärchen", sagte Wellbrock anschließend: "Das Ziel war eine Medaille, auf Gold hatte ich nicht spekuliert. Vielleicht habe ich den kleinen Dämpfer über 800 Meter gebraucht, um heute so stark zurückzukommen", so der Schwimmer mit Blick auf den dritten Platz im Beckenwettbewerb. Die Überlegenheit des Olympiasiegers mussten auch Wellbrocks Konkurrenten unumwunden zugeben. "Florian war heute auf einem anderen Planeten", meinte der Drittplatzierte Paltrinieri.

Hilbert feiert emotionales Silber im Gehen

Eine der wohl bewegendsten Geschichten der Spiele schrieb Jonathan Hilbert. Der Thüringer sorgte im 50-Kilometer-Wettbewerb der Geher für eine Sensation und holte sich dank einer taktisch herausragenden Leistung Silber. Der 26-Jährige von der LG Ohra musste sich in einer Hitzeschlacht in Sapporo am 6. August in 3:50:44 Stunden nur dem Polen Dawid Tomala (3:50:08 Stunden) geschlagen geben. Bronze ging an Evan Dunfee aus Kanada (3:50:59).

Das ist auch für dich, Anna.

Jonathan Hilbert

"Wenn es Top 15 geworden wäre, hätte ich mich riesig gefreut. Jetzt ist es die Silbermedaille", sagte der gebürtige Mühlhäuser im Anschluss und schickte einen besonderen Dank in die Heimat. "Sie glaubt in jeder Sekunde an mich, sie hatte die ganze Zeit ein sehr gutes Gefühl, sie hat mich immer aufgebaut, sie ist immer an meiner Seite. [...] Sie hat einfach geschaut, dass es mir gut geht. Das ist auch für dich, Anna", dankte Hilbert seiner tausenden von Kilometern entfernten Freundin in Deutschland.

Anna Kristin Fischer 3 min
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3 min

Fr 06.08.2021 11:46Uhr 03:17 min

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Frauen-Staffel um Haase verpasst Bronze

An einem Platz auf dem Olympia-Podest schrammte das deutsche Frauenquartett über 4 x 100 Meter vorbei. Die gebürtige Zschopauerin Rebekka Haase, Alexandra Burghardt (Burghausen), Tatjana Pinto (Paderborn) und Gina Lückenkemper (Berlin) mussten sich am 6. August nach einem schwachen letzten Wechsel mit Platz fünf zufrieden geben.

Wir haben alles gegeben. Natürlich ärgern wir uns.

Rebekka Haase
Olympia: Rebekka Haase
Rebekka Haase am Startblock. Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

Dem DLV-Quartett, das im Vorlauf 42,00 Sekunden gelaufen war, fehlte im Finale mit 42,12 Sekunden 24 Hundertstel zu Bronze, das sich Großbritannien sicherte. "Wir haben alles gegeben. Natürlich ärgern wir uns", sagte Haase nach dem Rennen in der ARD. Schlussläuferin Lückenkemper bilanzierte trocken: "Es ist scheiße." Über Gold durfte sich am Ende Jamaika (41,02) freuen, Silber ging an die US-Amerikanerinnen (41,45).

Auch die deutschen Sprinter um Julian Reus vom Erfurter LAC gingen leer aus, durften mit dem Finaleinzug aber dennoch einen Erfolg bejubeln. Zusammen mit Joshua Hartmann (Köln), Deniz Almas (Wolfsburg) und Lucas Ansah-Peprah (Hamburg) kam das Quartett über die 4 x 100 Meter-Strecke nach 38,12 Sekunden ins Ziel. Den Olympiasieg sicherte sich Italien (37,50) vor Großbritannien (37,51) und Kanada (37,70).

Tom Liebscher paddelt im Kajak-Vierer zu Gold

Zum Abschluss der Spiele sorgte der deutsche Kajak-Vierer noch einmal für ein Highlight und holte am 7. August Gold über 500 Meter. Das Quartett, bestehend aus dem Dresdner Tom Liebscher, Max Rendschmidt, Ronald Rauhe und Max Lemke lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Spanien. Bronze ging an die Slowakei. "Das war die beste Leistung der letzten fünf Jahre", sagte der leitende Bundestrainer Arndt Hanisch anschließend. Für die Rennsport-Kanuten des Deutschen Kanu-Verbandes war es zudem im letzten Rennen der Spiele das erste Gold.

Ein wahnsinnig geiles Gefühl.

Tom Liebscher

"Alle haben uns super unterstützt, von den Physios bis zu den Bootsbauern, Ärzten und Trainern. Ein wahnsinniges Kompliment an den ganzen Verband und alle, die uns die Daumen gedrückt haben. Das haben wir versucht, in den letzten sechs Tagen zurückzugeben. Ein wahnsinnig geiles Gefühl", freute sich Liebscher nach der Medaillenübergabe. Ein krönender Abschluss auch für Ronald Raue. Für den 39-Jährigen war es im letzten Rennen seiner Karriere seine fünfte Olympiamedaille und die zweite goldene nach dem Zweier-Triumph 2004 in Athen. Als Krönung durfte er am Sonntag die deutsche Fahne bei der Schlussfeier ins Olympiastadion tragen.

Die deutschen Ruderer überqueren als erstes Boot die Ziellinie. 1 min
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1 min

MDR aktuell Sa 07.08.2021 16:25Uhr 01:16 min

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Ein völliger gebrauchter Tag für Speerwurf-Hoffnung Johannes Vetter

"Das ist bitter und kotzt mich tierisch an", sagte ein sichtlich frustrierter Johannes Vetter nach seinem kurzen, aber schmerzhaften Intermezzo bei den Olympischen Spielen. Der gebürtige Dresdner war als Topfavorit bei den Speerwerfern an den Start gegangen und mit 19 Siegen als Weltjahresbester nach Japan gereist. Doch am Ende musste sich der Athlet von der LG Offenburg am 7. August mit 82,52 Metern und Platz neun schon vor dem Endkampf der besten Acht verabschieden. Olympiasieger wurde der Inder Neeraj Chopra mit 87,58 Metern vor den Tschechen Jakub Vadlejch (86,67) und Vitezslav Vesely (85,44). Der Mainzer Julian Weber verpasste als Vierter die Bronzemedaille um 14 Zentimeter denkbar knapp

Die Anlage kann man nach dem Wettkampf in die Tonne kloppen.

Johannes Vetter

Durch die brütende Hitze, die die gesamten Spiele begleitete, hatten Helfer zuvor noch versucht, die Anlage mit Eisbeuteln herunterzukühlen. Auf dem nassen Belag hatte Vetter sichtlich zu kämpfen, rutschte beim zweiten Versuch weg und hielt sich danach den Knöchel. "Die Anlage kann man nach dem Wettkampf in die Tonne kloppen. Es ist gefährlich, es ist nicht gesund", kritisierte der Weltmeister von 2017 und erklärte: "Ich brauche halt ein starkes Stemmbein und kann das System nicht von Quali auf Finale einfach umlernen."

Medaillenspiegel der Olympischen Spiele (Platz 1 - 10)

  Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 USA 39 41 33 113
2 China 38 32 18 88
3 Japan 27 14 17 58
4 Vereinigtes Königreich 22 21 22 65
5 ROC (Russian Olympic Committee) 20 28 23 71
6 Australien 17 7 22 46
7 Niederlande 10 12 14 36
8 Frankreich 10 12 11 33
9 Deutschland 10 11 16 37
10 Italien 10 16 20 40

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jsc/red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 09. August 2021 | 17:45 Uhr

2 Kommentare

peter1 vor 24 Wochen

Einfach nur peinlich das Abschneiden. Dazu die Kommentare eines Herrn Weise, seines Zeichens Leiter des OSP. Was für Leute sitzen hier am Ruder. Megapeinlich!!!

Soldaten Norbert vor 24 Wochen

Ich habe mir nicht eine Minute dieser Olympiade gegeben.