Olympiabewerbung Olympische Spiele in Deutschland? DOSB startet Dialoginitiative

06. Juli 2023, 14:05 Uhr

64 Jahre nach den Spielen in München könnten 2036 erstmals wieder Olympische Spiele in Deutschland stattfinden. Auch Leipzig spielt in den Überlegungen des DOSB eine Rolle, der nun eine Dialoginitiative gestartet hat.

Christian Dahms 1 min
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Nach den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und 1972 in München könnte das größte Sportevent der Welt erstmals wieder in Deutschland ausgetragen werden. Wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Donnerstag (06.07.2023) mitteilte, wurde unter dem Namen "DEINE IDEEN. DEINE SPIELE." eine Dialog- und Informationsinitiative zu einer möglichen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele gestartet.

Deutsche Olympischer Sportbund
Unter dem Motto "DEINE IDEEN. DEINE SPIELE." startet der DOSB eine Dialoginitiative zu einer möglichen deutschen Bewerbung für Olympische Spiele. Bildrechte: Deutsche Olympischer Sportbund

Entscheidungsfindung mit der Gesellschaft

Ziel des Prozesses sei es, "gemeinsam mit der Gesellschaft Rahmenbedingungen zu definieren, die als Grundlage für ein innovatives und von einer Mehrheit der Bevölkerung akzeptiertes Bewerbungskonzept dienen." Man wolle in "einem offenen und argumentativen Diskurs die Frage beantworten, warum Deutschland eine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele will. Oder warum eben nicht", erklärte der DOSB-Vorsitzende Torsten Burmester.

Wir möchten gemeinsam diskutieren und herausfinden: Warum möchtet ihr die Spiele, warum nicht?

Thomas Weikert DOSB-Präsident

Klar ist bereits, dass für die Spiele - egal ob im Sommer oder Winter - ausschließlich bereits vorhandene Sportstätten genutzt werden sollen. Insbesondere die European Championships in München im vergangenen Jahr und die jüngst in Berlin ausgetragenen Special Olympics hätten gezeigt, dass die Bevölkerung solche Sportgroßveranstaltungen mitträgt, teilte der DOSB mit. Nun wolle man mit der Gesellschaft ins Gespräch kommen, führte DOSB-Präsident Thomas Weikert aus: "Wir möchten gemeinsam diskutieren und herausfinden: Warum möchtet ihr die Spiele, warum nicht? Und wie sollen sie aussehen, was müsste sich ändern?"

Leipzig mit im Rennen?

Welche deutsche Stadt schlussendlich eine Bewerbung einreicht, steht noch nicht fest. Neben Hamburg, Berlin und München wird auch Leipzig als "interessierte und geeignete Stadt" genannt. Möglich wäre beispielsweise auch, dass die Spiele in Berlin ausgetragen werden, einzelne Wettbewerbe aber in Leipzig stattfinden.

"Wir wollen gemeinsam und nicht gegeneinander definieren, welches Konzept das Beste für Deutschland ist, international die höchsten Erfolgschancen hat und das Warum einer Bewerbung am besten abdeckt", argumentierte Stephan Brause, Leiter der Stabsstelle Olympiabewerbung beim DOSB.

Spiele 2036 und 2040 in der Verlosung

Adolf Hitler und Joseph Goebbels geben Autogramme bei den Olympischen Winterspielen 1936
1936 hatte die Nazidiktatur in Deutschland die Olympischen Spiele in Berlin für eine Propagandaschau missbraucht. 100 Jahre später könnten die Spiele nach Berlin zurückkehren. Bildrechte: imago/United Archives International

Die Entscheidung, ob sich der DOSB um Olympische und Paralympische Spiele bewirbt, soll voraussichtlich im kommenden Jahr fallen. Für eine Bewerbung infrage kommen die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036 und 2040 beziehungsweise die Winterspiele 2038 oder 2042. Bis dahin will der DOSB einen entsprechenden Dialog über "verschiedene analoge und digitale Beteiligungsformate" führen. Fachtalks mit Experten aus den Themenbereichen Sport, Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Gesellschaft sowie Vergangenheit und Zukunft sind ebenso inbegriffen.

"Und natürlich wollen wir auch in den Städten vor Ort mit den Bürger*innen ins Gespräch kommen", kündigte Weikert an. "Dafür veranstalten wir im Herbst Dialogforen in den fünf Städten bzw. Regionen, die dann am Ende im Mittelpunkt eines Konzeptes stehen." Die Ergebnisse des Dialogprozesses werden auf der Mitgliederversammlung des DOSB im Dezember 2023 bekanntgegeben.


red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 06. Juli 2023 | 19:30 Uhr

24 Kommentare

HeWe vor 40 Wochen

Ich weis ja nicht, wo sie zu DDR-Zeiten gelebt haben! Die DDR hat 1989 gar nichts mehr gestemmt! Ich gebe ihnen noch einmal eine kleine Hilfe: suchen sie mal nach den Videos "Ist Leipzig noch zu retten", "Die Altstädte der DDR" und "Leipzig 1989"! Gerade im letztgenannten Film haben sie ihre real existierende DDR! Pleite, dreckig, verfallen und kaputt war die DDR.

Thommi Tulpe vor 40 Wochen

Wenn Sie einen Kommentar als "Schwachsinn" empfinden, sollten Sie Ihre Auffassung idealerweise begründen!? Übrigens kann ich mich nicht erinnern, Ihnen mal das "Du" angeboten zu haben.

Thommi Tulpe vor 40 Wochen

Es wird 2036 absolut nicht mehr passen. Darauf vertraue ich mal, weil ich an das Gute glaube. Wenn ein Herr Gauland einst behauptete, der Nationalsozialismus sei nur ein "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte gewesen, bin ich sehr optimistisch in dem Gedanken, dass irgendwann diese Wahlen dort sozusagen als "Ausrutscher" der Demokratie einzig eine klitzekleine Randnotiz in künftigen Geschichtsbüchern erwähnt werden.