Turnen Olympiastützpunkt stellt Gabriele Frehse frei

Die Chemnitzer Turntrainerin Gabriele Frehse ist vorläufig von ihren Aufgaben entbunden. Der Olympiastützpunkt Sachsen reagierte damit auf die Beschuldigungen mehrerer Turnerinnen. Frehse selbst bestreitet diese. Turner-Bund-Präsident Hölzl verteidigte die Entscheidung.

Turntrainerin Gabriele Frehse aus Chemnitz ist vom Olympiastützpunkt vorläufig freigestellt worden. Damit reagierte der Arbeitgeber der 60-Jährigen auf die Anschuldigungen mehrerer Turnerinnen, die in einem Bericht des "Spiegel" Frehse vorwerfen, Psychoterror auf die Athletinnen ausgeübt zu haben. Der Deutscher Turnerbund (DTB) hatte die Trainerin bereits für alle DTB-Trainings- und Wettkampfmaßnahmen suspendiert.  

Entscheidung im "gegenseitigen Einvernehmen"

Gabi Frehse
Bildrechte: imago images / Schreyer

Der OSB zog nun nach und schrieb: "Der Olympiastützpunkt Sachsen legt im vorliegenden Fall Wert auf eine unabhängige Untersuchung. Im gegenseitigen Einvernehmen mit Frau Gabriele Frehse haben wir beschlossen, dass die Arbeitnehmerin für den Zeitraum der Aufklärung des Sachverhalts - durch eine durch den Deutschen Turner-Bund unabhängige Untersuchungskommission - von ihren arbeitsrechtlichen Aufgaben freigestellt wird.“

DTB-Präsident Hölzl: "Neue Dimension hat alle überrascht"

Alfons Hölzl, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), verteidigte die Entscheidung, Frehse vorläufig zu suspendieren. Im "Sport-im-Osten"-Talk am Mittwoch (2.12.2020) sagte Hölzl: "Wir müssen auch Frau Frehse schützen. Von daher ist es richtig, dass wir sie suspendiert haben." Zudem erklärte Hölzl: "Wir haben großes Vertrauen in die Trainerinnen. Aber die Dimension der erhobenen Vorwürfe ist erheblich. Sie sind nicht in Übereinklang zu bringen mit unserer Philosophie von Leistungssport. Deshalb nehmen wir die Vorwürfe ernst. Wir werden die Vorwürfe unabhängig aufarbeiten lassen." Bereits früher hatte es Anschuldigungen gegen Frehse gegeben. Dazu sagte Hölzl: "Ich habe von ersten Vorwürfen bereits 2018 gehört. Wir haben das damals aufgearbeitet. Das war für uns erledigt. Die neue Dimension der Vorwürfe hat uns alle überrascht." Mit der Aufarbeitung sei nun eine unabhängige Kommission aus Juristen und Psychologen beauftragt.

Frehse: Vorwürfe "haltlos"

Die beschuldigte Trainerin bestreitet die Vorwürfe, betrachtet sie als "haltlos" und will über einen Anwalt dagegen vorgehen.

rei/dh

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 02. Dezember 2020 | 17:45 Uhr

8 Kommentare

unfallchirurg vor 6 Wochen

Von nix kommt eben nix. Und wenn man es nicht mehr drauf hat oder der Mentaltrainer versagt, muß man sich in der Öffentlichkeit auf andere Art und Weise interessant machen. Das passt in das Bild der allgemeinen Verweichlichung.
Den Hinweis auf W 50 und LO kann ich übrigens nur bestätigen,Gruß an die ehemaligen Kameraden.
Ich wünsche Gabi Frehse Kraft und alles Gute.

MeyerZwo vor 6 Wochen

Sicher ist es richtig, Frau Frehse aus der Schusslinie zu nehmen, aber betroffen ist der ganze Verein, weil immer auch das Trainnerinnenteam vielleicht gemeint, aber auf jeden Fall betroffen ist. Es geht grundsätzlich, um einen respektvollen Umgang miteinander, gerade auch in Konfliktsituationen. Und wenn Frau Schäfer hier psychische Gewalt anprangert, dann sollte sie wissen, dass die Entscheidung, sich in dieser Art und Weise an die Öffentlichkeit zu wenden, für die betroffenen Personen ( Trainerinnen, Teamkolleginnen im Verein und in der Nationalmannschaft etc.) nichts anderes als psychischen Druck, mentalen Stress und eine absolute Ausnahmesituation bedeutet. So werden vermeintliche Opfer, eben ganz schnell zu Täterinnen.

AufmerksamerBeobachter vor 6 Wochen

"...Dann wechselte sie und seit dem ist Ruhe...."

Das ist das Dilemma. Kann man mit Talent und den besten Voraussetungen im bundesdeutschen Sportfördersystem mit Kuscheltrainer Weltspitze sein?

Die Antwort ist NEIN. Hätte Katarina Witt mit 17 wegen scharfer Ansagen und Drill die Trainerin gewechselt, würde sie heute vmtl. keiner kennen. Frau Frehse hat wohl so weitergearbeitet, als wäre sie noch in K.-M.-Std. - der Erfolg gab ihr Recht, aber die Zeiten sind eben jetzt anders.

Ddie Turnerinnen aber viel zu lang gewartet. Ich habe direkt nach einem überharten Training Anfang der 80er im BTZ eine Beschwerde eingereicht - Ergebnis: wurde direkt zum FCK delegiert 8-)) Den schäumenden Antwort-Brief von Herrn Freyer habe ich ich noch in den Unterlagen... eigentlich ein Schenkung/Leihgabe an das NLZ des CFC wert... aber wie sie schon sagten, heute würden vmtl. schon wegen zuk. Rentenpunkte oder wegen Kindswohlgefährdung geklagt, wenn der Bus nicht beheizt zum Auswärtsspiel vorfährt...