Wintersport | Paralympischer Skiweltcup Nordisch Dresden und Altenberg richten Paralympics-Weltcup 2020 aus

Die sächsische Landeshauptstadt Dresden und das erzgebirgische Altenberg richten im Januar 2020 gemeinsam einen Paralympischen Skiweltcup Nordisch aus. Zwischen dem 10. und 19. Januar 2020 finden an beiden Standorten Weltcup-Rennen von Sitz-Skifahrern sowie von stehenden und visuell eingeschränkten Athleten statt. Für alle drei Klassen werden drei Disziplinen angeboten: Sprint-, Distanz- und Biathlon-Rennen.

Die deutsche Paralympics Schüler-Nationalmannschaft veranstaltet einen Demonstrations-Wettbewerb Para-Skilanglauf.
Schon beim Inklusionstag 2018 fanden am Dresdner Elbufer Wettbewerbe in paralympischen Sportarten statt. Bildrechte: Thomas Eisenhuth

Weltpremiere: FIS-Weltcup und Paralympische Wettbewerbe an einem Ort

Der Sprint wird auf der originalen Strecke des Skilanglauf-Sprint-Weltcups Dresden direkt vor der beeindruckenden Kulisse der Dresdner Altstadt ausgetragen. Die Qualifikationsläufe finden am Samstag, dem 11. Januar 2020, im Anschluss an die Weltcup-Rennen des FIS Skiweltcup Dresden statt. Am Sonntag, dem 12. Januar 2020 folgen nach Team-Sprint dann die Finalläufe. Diese Nähe zwischen olympischen und paralympischen Athleten an einem Weltcup-Wochenende ist für den Wintersport ein absolutes Novum. Austragungsort für die Distanz- und die Biathlon-Rennen ist die Arena Altenberg, rund 50 Kilometer südlich von Dresden.

"Für Menschen in Sachsen ist ein Paralympischer Weltcup ein spannendes Erlebnis, das zeigt, wozu Menschen mit Behinderung fähig sind. Wir freuen uns auf eine intensive Vorbereitungszeit und auf eine tolle Zusammenarbeit mit Altenberg", erklärte Thomas Stantke, Vorsitzender des lokalen Veranstalters Skiclub Elbufer e.V.

Weltcup ursprünglich in Ukraine vorgesehen

Die Wettbewerbe sind Teil einer Weltcup-Serie, die vom Internationalen Paralympischen Komitee IPC entwickelt wurde und zwischen Dezember 2019 und März 2020 unter anderem in Norwegen und Schweden stattfindet. Aufgrund der logistischen Herausforderungen sind Weltcup-Wettbewerbe nur einmal im Monat und zumeist über einen Zeitraum von 10 Tagen geplant. Für den Januar 2020 war zunächst ein Weltcup in der Ukraine vorgesehen. Das Organisationskomitee dort hat den Weltcup jedoch kurzfristig abgesagt, sodass das IPC daraufhin die Organisatoren des FIS Skiweltcup Dresden als Ausrichter anfragte. Nach ersten Gesprächen im Juni dieses Jahres wurde die Planung im Spätsommer finalisiert.

Das Bild zeigt das Logo des Paralympischen Weltcups in Dresden und Altenberg.
Logo des Paralympischen Weltcups in Dresden und Altenberg. Bildrechte: CitySki GmbH

Das sich der Plan in dieser kurzen Zeit realisieren ließ, freut auch Ralf Rombach, den Bundestrainer Paralympics Ski Nordisch & Biathlon: "Erstmals werden ein Paralympischer Weltcup und ein klassischer FIS Weltcup zeitgleich und am selben Ort ausgetragen. Darauf und auf die beeindruckenden Bedingungen in Dresden freue ich mich total. Mein allergrößter Respekt und Dank gilt den Organisatoren in Dresden und Altenberg. Ich weiß was es bedeutet, ein solches Projekt in so kurzer Zeit zu stemmen."

Fogarasi freut sich auf Heimrennen

Auch für Patrik Fogarasi, gebürtiger Dresdner und Sitzski-Athlet, kann es nicht schnell genug losgehen. Erst vor drei Jahren war der seit 2002 inkomplett Querschnittsgelähmte in den Wintersport gewechselt. Im vergangenen Jahr absolvierte er in Schweden seinen ersten Weltcup. "Ich bin begeistert, dass unser Para-Sport nun in meinem Heimat- Bundesland und vor so toller Kulisse in Dresden am Elbufer und in Altenberg starten darf. Es ist der absolute Oberhammer, ich freue mich riesig. Mir kribbelt es schon jetzt total in der Bauchgegend und ich bin dankbar für diese Chance", so der zweifache Familienvater.

pm

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 01. Oktober 2019 | 15:40 Uhr

1 Kommentar

Manfred vor 44 Wochen

Für die meisten dieser speziell angefertigten Sportgeräte, könnte man vielen tausenden älteren Behinderten helfen und ihnen einfache Geräte zur Verfügung stellen um ihren Alltag entsprechend zu gestalten. Nichts gegen Sport für Behinderte, aber ich glaube kaum das der Grossteil diese Sportler das selber finanziert.