Podcast | "Themengrätsche" Burghardt: "Ich bin optimistisch, dass die Tour Ende August starten kann"

Die Straßen sind sein Metier: Radprofi Marcus Burghardt steht vor seiner zwölften Teilnahme an der Tour de France. Vor der Rundfahrt sprachen Markus Herwig und Philipp Weiskirch im "Themengrätsche"-Podcast mit ihm über Hoffnungen, Sorgen und ausgefallene Dopingkontrollen.

Logo MDR 26 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR AKTUELL Mi 15.04.2020 20:20Uhr 25:57 min

Audio herunterladen [MP3 | 23,8 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 47,3 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/themengraetsche/audio-1373694.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Jetzt ist es offiziell: Die Tour de France wird um rund zwei Monate nach hinten verschoben. Neuer Starttermin: der 29. August 2020. Doch kann die Frankreich-Rundfahrt dann wirklich stattfinden? Und wenn ja, dann mit oder ohne Zuschauer? Und was würde es für den Radsport bedeuten, wenn das wichtigste Radrennen der Welt doch noch der Corona-Krise zum Opfer fällt?

Darüber haben wir in der "Themengrätsche", dem "Sport im Osten"-Podcast, mit Radprofi Marcus Burghardt (elf Teilnahmen an der Tour de France) gesprochen. Der gebürtige Zschopauer vom deutschen Team bora-hansgrohe erzählt von seinen Hoffnungen und Sorgen, den ausfallenden Dopingkontrollen – und er erklärt, warum er jetzt eine Reckstange im Garten stehen hat.

Tour überlebenswichtig für die Teams

Auf die Frage, ob er denn glaube, dass die Tour Ende August starten könne, holt Marcus Burghardt erst mal tief Luft und sagt dann: "Die Garantie wird einem keiner geben können, aber ich bin optimistisch, dass die Tour zu diesem Zeitpunkt stattfinden kann." Und dann so wie immer – vor tausenden von Zuschauern an der Strecke? Der 36-Jährige weiß es nicht, zur Not solle es aber auch eine Geister-Tour sein. Hauptsache, es wird gefahren.

Denn es wäre eine "Katastrophe und ein herber Rückschlag" für den Radsport, so Burghardt, wenn die Tour de France doch ausfallen würde.  Die Tour ist wirtschaftlich eben sehr wichtig, teilweise überlebenswichtig für die Teams, rund 70 Prozent des Werbewerts generieren die meisten Radsport-Mannschaften über die Tour. Doch Burghardt räumt auch ein, sollte es gesundheitliche Bedenken geben, dann sei die Austragung der Etappen eben nicht möglich.

Marcus Burghardt
Marcus Burghardt. (Archiv) Bildrechte: imago images / Mario Stiehl International

Letzte Dopingkontrolle im Februar

Aber nun gibt es erstmal diesen neuen Termin, und der gibt Fahrern wie Burghardt Halt: "Für uns ist es wichtig, sich an Zielen zu orientieren, nur so kann man richtig trainieren." Und Burghardt kann ja trainieren, weil hierzulande Sport machen draußen erlaubt ist. In anderen Ländern geht das nicht. Inwieweit das eine Wettbewerbsverzerrung für etwaige künftige Radrennen hat, erklärt uns Burghardt im Podcast.

Auch zum Thema Dopingkontrollen äußert er sich. Aktuell finden keine statt, ein Riesenproblem für den Radsport – "meine letzte Kontrolle war im Februar", sagt Klassikerspezialist und Helfer Marcus Burghardt.

Estrich und Reckstange statt Frühjahrs-Radrennen

Corona wirbelt auch den Radsport durcheinander, doch es gibt es positive Seiten der Krise: die Zeit. Burghardt hat grade so viel davon wie selten zuvor, normalerweise wäre er momentan nur unterwegs bei verschiedenen Frühjahrs-Radrennen. So aber hat er jetzt daheim eben Estrich angerührt: "Hätte ich auch nicht gedacht, dass das mal passiert, aber so habe ich eine neue Reckstange im Garten für meine Kinder gebaut." Gedanken übers Karriereende macht sich Burghardt übrigens nicht, mit 40 möchte er schon noch Radprofi sein. Durch Corona will er sich nicht ausbremsen lassen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 15. April 2020 | 21:40 Uhr

0 Kommentare

Mehr Themengrätschen