Podcast | "Themengrätsche" FSV Zwickau: Wachsmuth fordert "einheitliche Lösung für Chancengleichheit"

Im vergangenen Sommer hatte Toni Wachsmuth seine Profikarriere beendet und ist seitdem Sportdirektor bei Drittligist FSV Zwickau. In Zeiten von Corona ist er aktuell aber eher als Krisenmanager gefragt – der 33-Jährige versucht seinen Klub vor dem finanziellen Kollaps zu retten. Wie bedrohlich die Lage für die Sachsen ist, was für einen Abbruch der Saison spricht und was er von einer Reform der 3. Liga hält – darüber hat Toni Wachsmuth im Sport-im-Osten-Podcast "Themengrätsche" gesprochen.

Toni Wachsmuth
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Der Arbeitsalltag von Toni Wachsmuth ist komplett auf den Kopf gestellt. An seine ursprünglichen Aufgaben – Kaderplanung zum Beispiel – ist momentan nicht zu denken. Warum Verträge verlängern, wenn niemand weiß, ob es den FSV Zwickau bald noch gibt? Erstmal müsse Klarheit herrschen, ob und wenn ja, wie es mit der Saison weitergeht, "sonst drehen wir uns im Kreis", sagt Wachsmuth.

Sollte es irgendwann weitergehen, dann eigentlich nur mit Zuschauern, denn Geisterspiele wären "ein Verlustgeschäft" für die Zwickauer. Doch an Spiele vor Publikum ist wegen der Corona-Krise wohl kaum in naher Zukunft zu denken.

"Geht darum, Entscheidungen zu treffen"

Bleibt eigentlich nur die Variante: Saisonabbruch. Dann müsste der FSV auf eine Annullierung hoffen, weil man gerade auf einem Abstiegsplatz steht. Den Ist-Stand einzufrieren fände Wachsmuth jedenfalls falsch: "Die jetzige Tabelle ist die unwahrscheinlichste, weil unfairste." Es gibt Verzerrungen, weil manche Klubs mehr Heim- als Auswärtsspiele haben. Wettbewerbsnachteile fürchtet Wachsmuth aber auch, falls der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden sollte.

An anderen Standorten werde nämlich inzwischen schon wieder trainiert (1860 München z.B., wenn auch unter Auflagen, Anm. d.Red.), so Wachsmuth, in Zwickau sei das weiter untersagt. Es brauche eine einheitliche Lösung für Chancengleichheit, fordert der Zwickauer Sportdirektor.

Und selbst wenn der Ball bald irgendwie wieder rollen sollte: "Wenn alle drei Tage Spiele gemacht werden sollen", um die Saison zu Ende zu kriegen, "braucht es ja auch Ärzte und Sanitäter im Stadion", so Wachsmuth, "und ich bin mir nicht sicher, ob das der richtige Zeitpunkt ist oder ob die nicht woanders mehr gebraucht werden." Es braucht jedenfalls Planungssicherheit, und zwar schnell: "Es geht darum Entscheidungen zu treffen", sagt Wachsmuth.

Die Ungewissheit macht zu schaffen

Die Ungewissheit macht auch ihm zu schaffen. "Bis Anfang Juni" zumindest sei der Verein finanziell abgesichert, so sagte es FSV-Vorstandssprecher Tobias Leege im Deutschlandfunk. Danach wird es düster. Wachsmuth hofft deshalb, dass die vom FSV ergriffenen Maßnahmen, an weiteres Geld zu kommen, fruchten – welche das sind, erzählt er uns im Podcast.

Für Drittligisten sei es jedenfalls nicht möglich, aus den Fernsehgeldern einen Puffer anzuhäufen, um sich über eine solch schwere Zeit zu retten. Vom DFB sei bislang auch noch keine Unterstützung gekommen. Von diesem Dachverband möchten sich die Zwickauer – und nicht nur die – aber sowieso gerne künftig entfernen. Unters Dach der DFL kommen, das ist das Ziel. Wie der gebürtige Thüringer Toni Wachsmuth aktuelle Reformvorschläge bewertet, diskutieren wir im Podcast.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 07. April 2020 | 15:40 Uhr

5 Kommentare

Chemieschwein. vor 17 Wochen

@Marco Dorn nä Jahr kommen meine Auerbacher Fußballhelden wieder auf euren Sportplatz in Probstheida!!! Da ihr ja auch keine Lizens für die 3.Liga bekommen würdet. Hihi...

Zwickauer1 vor 17 Wochen

Was ist denn unter den momentan gegebenen Umständen richtig ?
Wachser kämpft um den Erhalt des FSV Zwickau in der 3.Liga.
Das ist legitim. Keiner weiß wie lange noch diese Krise dauert.
Die Frage ist doch, wie viele Vereine werden das überhaupt wirtschaftlich überstehen ?
Vielleicht ist diese Art der Regulierung oder Konsolidierung gut für den ohnehin überhitzten Markt im Fußball.
Diese nicht Systemrelevanten Profis erhalten doch einen Lohn der jenseits von Gut und Böse liegt.
Also schade wäre das bei so manchem nicht.
Sind doch manche dieser Herren der Meinung der Nabel der Welt zu sein.

Dorniger Marco vor 17 Wochen

Zwickau war schon immer langweilig und nicht gerade originell, im Gegensatz zu LOK auch sportlich eher fad.

Insofern viel Spaß nächste Saison in Liga 4, wir sind dann in Liga 3.

Unsere Saison !