Rodeln | Weltcup in Winterberg Taubitz gewinnt nach Aufholjagd - Olympia-Aus für Eitberger?

Der Kampf um die Olympia-Tickets bei den Rodlerinnen ist in der heißen Phase. Bundestrainer Norbert Loch kündigte an, nach dem Weltcup in Winterberg zu entscheiden. Julia Taubitz ist sicher dabei, für Dajana Eitberger sieht es schlecht aus.

Rodlerin jubelt 2 min
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Julia Taubitz vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal hat beim Weltcuprennen am Sonntag (2.1.2022) in Winterberg Nerven aus Stahl bewiesen und ist vom vierten Platz nach dem ersten Durchgang noch zum Sieg gerodelt. Natalie Geisenberger (SV Miesbach/+ 0,231 Sekunden), die zur Halbzeit in Führung gelegen hatte, wurde Zweite.

Der kurze Moment der Enttäuschung dürfte bei Geisenberger schnell in Freude umgeschlagen sein, denn im Kampf um eine Olympia-Nominierung hat die Bayerin nun alle Trümpfe in der Hand. Dagegen stehen die Peking-Chancen für Dajana Eitberger vom RC Ilmenau schlecht. Die Thüringerin stürzte nach einer Zwangspause nach einer Corona-Infektion im zweiten Durchgang und kam nicht in die Wertung. In der Weltcup-Gesamtwertung ist sie Neunte und hinter Taubitz (1.), Anna Berreiter (RC Berchtesgaden/3.) und Geisenberger (4.) platziert.

Dajana Eitberger im Ziel
Dajana Eitberger war zuletzt vom Pech verfolgt, in Winterberg stürzte sie bei schwierigen Bedingungen. Bildrechte: imago images/foto2press

Loch nominiert Olympia-Team

"Ich bin sehr zufrieden mit den Frauen, die sehr konstante Rennläufe gezeigt haben. Das ist das Wichtigste mit Blick auf die Vorbereitung zu Olympia", sagte Bundestrainer Norbert Loch. Am Montag will der 59-Jährige seine Vorschläge zur Nominierung bekannt geben. Er hat bei vier extrem guten Rodlerinnen die Qual der Wahl und schon im Vorfeld von einer "schwierigen Entscheidung" gesprochen. Deutschland darf nur mit drei Athletinnen bei Olympia starten. In jedem anderen Land wäre Eitberger sicher dabei, im deutschen Team droht ihr nun das Aus.

Deutsche mit Problemen im ersten Durchgang

Der Weltcup in Winterberg war geprägt von schwierigen Bedingungen. Geisenberger, die auf dieser Bahn alle Rekorde hält, kam damit im ersten Durchgang am besten klar und setzte sich in Führung. Taubitz (4.), Eitberger (11.) und Berreiter (14.) bauten kleinere Fehler ein und mussten im zweiten Lauf auf Angriff fahren. Taubitz gelang das tadellos, auch Berreiter machte einen großen Sprung nach vorn und rodelte vom 14. Platz als Vierte in der Endabrechnung nur knapp am Podest vorbei. Neben Taubitz und Geisenberger fuhr die Österreicherin Madeleine Egle auf das Siegertreppchen.

Für Taubitz war es der vierte Weltcupsieg in dieser Saison. Die Sächsin untermauerte damit ihre Ambitionen auf einen Podestplatz bei Olympia in Peking. "Die Bahn hat besser gehalten als gedacht. Es waren halbwegs faire Bedingungen", sagte Taubitz, nachdem im zweiten Durchgang Regen eingesetzt hatte: "Ich habe das Beste draus gemacht. Im Endeffekt sind die ersten vier aus der Weltcup-Reihenfolge auch vorne gelandet."

Teamstaffel nur auf Rang vier

Nach den erfolgreichen Einzeln lief es im Team für die deutsche Mannschaft nicht rund. JohannesLudwig, Julia Taubitz und die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt landeten nur auf den vierten Platz. Der Sieg ging an Lettland vor Österreich und den Rodlern aus den USA.

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sst/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 02. Januar 2022 | 19:30 Uhr

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