Leichtathletik und Rudern Sächsische Spitzensportler kritisieren Fußball-Sonderrolle

Der Neustart der Fußball-Bundesligen stößt bei mehreren Spitzensportlern aus Sachsen auf wenig Gegenliebe. In der Kritik steht bei Schwanitz & Co. die Sonderrolle der Kicker, die zu großen Teilen anderen Athleten nicht zuteilwird.

Schwanitz: Fußball setzt sich über alles hinweg

Christina Schwanitz, GER/LV 90 Erzgebirge, im Khalifa International Stadium in Doha.
Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz. (Archiv) Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz vom LV 90 Erzgebirge bekannte in der "Sächsischen Zeitung" (06.05.), dass sie es nicht schön finde, "dass der Fußball eine Sonderrolle einnimmt und sich über alles hinwegsetzt, nur weil die Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger stimmt".

Vetter: Der Staat verkauf die Gesundheit des Volkes

Johannes Vetter
Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Scharfe Worte zum Re-Start fand auch Speerwurf-Weltmeister und Fußball-Anhänger Johannes Vetter. Der 27-jährige Dresdner, der bei der LG Offenburg trainiert, sagte: "Wenn dem wirklich so ist, dann verkauft der Staat die Gesundheit des Volkes und der leidenden Menschen an den Fußball. Das ist pervers." Nach seiner Meinung befinden sich alle in einer Phase, in der alle zusammenhalten sollten. "Denn alle durchleiden jetzt das Gleiche. Extrawürste gehören da für mich nicht dazu."

Schulze: Entweder alle treiben wieder Sport oder gar keiner

Karl Schulze
Karl Schulze: Zweifacher Olympiasieger im Doppelvierer. (Archiv) Bildrechte: imago images / Eibner

Ruder-Olympiasieger Karl Schulze, der aus Dresden stammt und Anhänger von Dynamo Dresden ist, spricht sich ebenfalls gegen eine Saison-Fortsetzung aus: "Dass es der Fußball nicht einmal mehr nötig hat, vor Fans zu spielen, zeigt, in welcher dekadenten Welt die leben. Da geht es nicht mehr um den Sport, denn der lebt ja von den Fans und der geilen Atmosphäre im Stadion." Schulze hofft auf einheitliche Regelungen für den Sport. "Letztlich muss da eine politische Entscheidung fallen - entweder alle treiben wieder Sport oder gar keiner. Da sollte es eine einheitliche Linie geben. Ein Wiederbeginn nur im Fußball ist nicht begründbar."

red/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 06. Mai 2020 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

makawi vor 13 Wochen

Darf denn Christina Schwanitz nicht alleine trainieren? Ist es die Schuld des Fußballs, dass ihr Dachverband kein Konzept für Leichtathletik Veranstaltungen erstellt. Was spicht denn dagegen, wenn ein z.B. ein Kugelstoß Wettbewerb (ohne Zuschauer) live im TV übertragen wird? Nicht jammern, machen! Die Basketballer der BBL haben es ja auch verstanden und richten ein Playoff Turnier in München aus. Es wird also mitnichten nur der Fußball bevorzugt.

Netti5472 vor 13 Wochen

Ich bin Fußballfan und finde es nicht richtig das es weitergehen soll. Hier brät man den Fußball eine extra Wurst. Für die Sportler anderer Sportarten ist das ein Schlag ins Gesicht . Hier sieht man das der DFB auf Fans verzichten kann, und auf Geisterspiele besteht . Warum kann man das nicht so machen wie Belgien und Frankreich. einfach aufhören und man sieht es das es nur noch ums Geld geht, und nicht um die Gesundheit der Spieler.

Tor vor 13 Wochen

Ich gebe da den Sportlern anderer Sportarten vollkommen Recht. Das Fußball keine Sonderrolle haben darf. Die Spieler bekommen ein Maulkorb (von der DFL und den DFB) und dürfen sich nicht mehr darüber äußern sonst werden die Suspendiert. Hier werden die deutschen Grundrechte vom Fußball der DFL und dem DFB gebrochen. Wo gibt es so was - nur im deutschen Fußball. Schade, ich hoffe die Profis kommen gesund darüber hinweg gegen diesen Zwang. Hier muss ich der DFL und den DFB sagen, dass Grenzt schon an Menschenrechtsverletzung an.