Turnen Offener Brief - Sophie Scheder bittet um Ende der Frehse-Suspendierung

Im Fall Gabriele Frehse hat sich Sophie Scheder erneut für ihre langjährige Trainerin eingesetzt. In einem offenen Brief an den Olympiastützpunkt Sachsen bittet die Olympiadritte "eindringlichst", die Freistellung Frehses aufzuheben.

Sophie Scheder GER bereitet sich am Stufenbarren vor.
Sophie Scheder hat sich für ein Ende der Suspendierung von Gabriele Frehse eingesetzt. Bildrechte: IMAGO / Pressefoto Baumann

Im Fall der wegen zweifelhafter Trainingsmethoden und Umgangsformen suspendierten Chemnitzer Kunstturn-Trainerin Gabi Frehse ist die Olympiadritte Sophie Scheder ihrer langjährigen Betreuerin erneut beigesprungen. Gemeinsam mit sieben weiteren Kaderathletinnen ist die 24-Jährige, die bei den Spielen von Rio 2016 Bronze am Stufenbarren gewann, Mit-Unterzeichnerin eines Offenen Briefes an den Olympiastützpunkt Sachsen, dem Arbeitgeber Frehses.

Bitte um Ende der Suspendierung

"Wir bitten Sie eindringlichst, uns wieder ein Stück Normalität und vor allem eine seriöse und faire Vorbereitung auf kommende sportliche Ereignisse zu ermöglichen. Lassen Sie unsere Trainerin umgehend wieder ihrer Leidenschaft nachgehen und beenden Sie die vorübergehende Freistellung", heißt es in dem Schreiben. Seit Ende des vergangenen Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft Chemnitz gegen Frehse und zwei weitere Personen wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Bereits im November hatten die ehemalige Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Athletinnen ihrer früheren Betreuerin im "Spiegel" Beschimpfungen, überhartes Training und die Verabreichung von Medikamenten ohne ärztliche Absprache vorgeworfen.

die Turntrainerin Gabriele Frehse, TuS Chemnitz, mit ihrem Schützling Turnerin Sophie Scheder
Sophie Scheder gemeinsam mit Gabriele Frehse. Bildrechte: imago images/Matthias Rietschel

Sportausschuss hält öffentliche Anhörung ab

Auch der Sportausschuss des Deutschen Bundestages hatte sich am Mittwoch mit dieser Problematik beschäftigt. Am 5. Mai werden sich die Parlamentarier in Berlin bei einer öffentlichen Anhörung mit dem Thema "Physische, psychische oder sexualisierte Gewalt gegen Sportlerinnen und Sportler" befassen.

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red/sid

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Sportblock | 26. Februar 2021 | 14:40 Uhr

3 Kommentare

Leonard vor 15 Wochen

Wer die angeblichen Vorwürfe nicht offen legt, hat etwas zu verschweigen. Und warum wollen dann Sportler weiter mit der Trainerin arbeiten ? Kann man mir das bitte beantworten ?

MeyerZwo vor 15 Wochen

Also, wer glaubt hinter diesem offenen Brief stünden lediglich die Unterzeichner, der irrt. Wer die sozialen Netzwerke verfolgt, sieht vielfältige Oppositionsparteien aus vielen Teilen der Republik. Ich denke, dass gerade die Chemnitzer Lokalpolitik jetzt registrieren sollte, dass es hier um vielmehr geht als um die meiner Ansicht unfaire Behandlung einzelner Menschen.

Erichs Rache vor 15 Wochen

Ich kann diesen offenen Brief nur begrüßen.

Wer " im "Spiegel" Beschimpfungen, überhartes Training und die Verabreichung von Medikamenten ohne ärztliche Absprache" vorwirft, sollte auch belastbare FAKTEN für diese Anwürfe LIEFERN, die eine Suspendierung rechtfertigen. Alles andere ist DENUNZIATION.