Schwimmen | WM in Südkorea "Wahnsinn" - Magdeburgerin Wunram schwimmt zu WM-Silber

Nächste Medaille für die deutschen Freiwasserschwimmer: Auch am letzten Tag der Wettkämpfe in Südkorea gab es Edelmetall für den Deutschen Schwimm-Verband. Erneut konnte eine Magdeburgerin jubeln.

(Fast) kein Tag ohne WM-Medaille für die deutschen Freiwasserschwimmer. Zum Abschluss der Wettkämpfe im südkoreanischen Yeosu ist die Magdeburgerin Finnia Wunram am Freitag (19.07.2019) überraschend zur Silbermedaille auf der 25-Kilometer-Marathonstrecke geschwommen.

"Einfach nur froh"

Nach mehr als 5:08 Stunden schlug die 23-Jährige 8,6 Sekunden hinter Titelverteidigerin Ana Marcela Cunha aus Brasilien und knapp zehn Sekunden vor der Französin Lara Grangeon an. Völlig erschöpft hatte Wunram im Ziel kaum richtig Kraft zum Jubeln: "Ich bin gerade einfach nur froh, dass es durch ist. Dass da Silber bei rausgesprungen ist, ist natürlich noch umso schöner", freute sie sich.

Finnia Wunram aus Deutschland steht mit ihrer Silbermedaille bei der Siegerehrung auf dem Podest.
Finnia Wunram mit ihrer Silbermedaille. Bildrechte: dpa

Fünf Medaillen und vier Olympia-Startplätze

Im starken Regen und bei heftigem Wellengang setzte Wunram den beeindruckenden Schlusspunkt hinter eine herausragende Weltmeisterschaft der deutschen Freiwasserschwimmer. Insgesamt fünf Medaillen fischten die Deutschen aus dem EXPO Ocean Park. Neben Gold für die Mixed-Staffel und für den Magdeburger Florian Wellbrock über 10 Kilometer schwammen Rob Muffels (Magdeburg) und Leonie Beck (Würzburg) zu Bronze. "Wahnsinn!", jubelte Bundestrainer Stefan Lurz. "Insgesamt war diese ganze Woche der Hammer für uns." Neben den Medaillen sicherten sich die deutschen Freiwasserschwimmer alle vier möglichen Olympia-Startplätze für Tokio 2020.

25 Kilometer: noch zwei Top-Ten-Plätze

Beim 25-Kilometer-Rennen am Freitag wurde Lea Boy (Würzburg) Zwölfte. Bei den Männern hatten Andreas Waschburger als Achter und Sören Meißner auf Rang neun über 25 Kilometer Top-Ten-Plätze erreicht.

Wasserball: Jubel über Niederlage

Knapp 90 Kilometer von Yeosu entfernt hatten bei den Beckenwettbewerben in Gwangju auch die deutschen Wasserballer Grund zur Freude. Die Auswahl von Bundestrainer Hagen Stamm verpasste gegen Italien eine Riesenüberraschung. Mit der knappen 7:8 (2:1, 2:3, 3:2, 0:2)-Niederlage gegen den Olympia-Dritten sicherten sich die Deutschen in ihrer Vorrunde aber den zweiten Platz. Im Ausscheidungsspiel um einen Viertelfinal-Platz, hat das DSV-Team nun eine gute Ausgangsposition: am Sonntag (11.30 Uhr/MESZ) sind die Deutschen klarer Favorit gegen Südafrika.

Wasserspringen: Punzel Final-Zehnte

Im Wasserspringerin ist die Dresdnerin Tina Punzel im südkoreanischen Gwangju im Finale vom 3-Meter-Brett Zehnte geworden. Die frühere Europameisterin, die schon mit dem Einzug in den Endkampf einen Olympiastartplatz gesichert hatte, kam auf 281,00 Punkte. Im Halbfinale hatte die 23 Jahre alte Dresdnerin als Fünfte überzeugt. Gold ging an die chinesische Titelverteidigerin Shi Tingmao vor ihrer Teamkollegin Wang Han und der Australierin Maddison Keeney.

"Alles in allem bin ich zufrieden. Ein Platz in den Top-Sechs wäre drin gewesen, aber ich war nach dem gestrigen Tag platt", sagte Punzel nach ihrem ersten WM-Finale in der olympischen Einzel-Disziplin.

Tina Punzel aus Deutschland in Aktion (Wasserspringen)
Punzel: "War platt" Bildrechte: dpa

Sport

Die mitteldeutschen Starter bei der Schwimm-WM

Sarah Köhler
Sarah Köhler (Magdeburg) Starterin mit Außenseiterchancen: Sarah Köhler geht über 800 und 1.500 Meter Freistil ins Becken - sie könnte für eine Überraschungsmedaille sorgen. Bildrechte: dpa
Sarah Köhler
Sarah Köhler (Magdeburg) Starterin mit Außenseiterchancen: Sarah Köhler geht über 800 und 1.500 Meter Freistil ins Becken - sie könnte für eine Überraschungsmedaille sorgen. Bildrechte: dpa
Schwimmerin Franziska Hentke im Becken.
Franziska Hentke (Magdeburg) Auch die Magdeburgerin Franziska Henkte könnte mit etwas Glück eine Medaille holen. Sie geht über 200 Meter Schmetterling an den Start. Bildrechte: imago/Bernd König
Schwimmerin Laura Riedemann im Becken.
Laura Riedemann (Halle/Saale) Laura Riedemann aus Halle startet über 100 Meter Rücken. Bildrechte: imago/Camera 4
Schwimmerin Marie Pietruschka im Becken.
Marie Pietruschka (Leipzig) Die Leipzigerin Marie Pietruschka ist auf Freistil spezialisiert, sie wird wohl in einer Staffel an den Start gehen. Bildrechte: imago/Eibner
Schwimmer Marius Zobel im Becken.
Marius Zobel (Magdeburg) Marius Zobel aus Magdeburg wurde 2018 Europameister mit der Lagen-Staffel. Bildrechte: imago/Eibner
Schwimmer David Thomasberger im Becken.
David Thomasberger (Leipzig) David Thomasberger aus Leipzig wird über 200 Meter Schmetterling ins Wasser gehen. Bildrechte: imago/Bernd König
Schwimmer Florian Wellbrock
Florian Wellbrock (Magdeburg) Florian Wellbrock reist als Europameister über 1.500 Meter Freistil nach Südkorea. Bei der WM geht er über 400 Meter Freistil, 800 Meter Freistil und 1.500 Meter Freistil ins Becken. Zudem ... Bildrechte: IMAGO
Florian Wellbrock, Freiwasserschwimmer
Florian Wellbrock (Magdeburg) ... startet er über 10 Kilometer im Freiwasserschwimmen. Bildrechte: dpa
Finnia Wunram
Finnia Wunram (Magdeburg) Ebenfalls im Freiwasser unterwegs: die Magdeburgerin Finnia Wunram ... Bildrechte: dpa
Rob Muffels
Rob Muffels (Magdeburg) ... und ihr Teamkollege Rob Muffels. Bildrechte: dpa
Lou Massenberg und Tina Punzel
Tina Punzel (Dresden) Tina Punzel (re., bei der EM mit Lou Massenberg) geht im Wasserspringen in vier Wettbewerben an den Start: vom Drei-Meter-Brett im Einzel, im Synchronspringen und im Mixed sowie im Synchronspringen vom Turm. Bei der EM vor einem Jahr gewann sie Gold, Silber und Bronze. Bei Weltmeisterschaften war ihr bester Platz Rang 5 2015 vom 1-Meter-Brett. Bildrechte: dpa
Timo Barthel beim Sprung.
Timo Barthel (Halle/Saale) Timo Barthel, der seit Anfang des Jahres von Dresden nach Halle/Saale wechselte, geht im Turmspringen und im Synchron-Wettbewerb vom Turm an den Start. Bildrechte: dpa
Martin Wolfram beim Wasserspringen.
Martin Wolfram (Dresden) Der Dresdner Martin Wolfram startet vom Drei-Meter-Brett. Seinen größten Erfolg feierte er 2015, als er in Rostock EM-Gold im Turmspirngen gewann. Bildrechte: dpa
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dh/dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 19. Juli 2019 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 07:47 Uhr

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2 Kommentare

19.07.2019 12:42 Leser 2

Meinen Glückwunsch allen Schwimmern. Ihr seid klasse.

19.07.2019 09:02 netzadler 1

saustark, meinen allergrößten Respekt

5 stunden bei solchen Bedingungen schwimmen.... kaum zu glauben

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