Florian Wellbrock in der Schwimmhalle
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Schwimmen | WM in Südkorea Magdeburger Wellbrock geht im Becken baden

Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt: Nach seinem Gold-Triumph über 10 Kilometer im Freiwasser ist Florian Wellbrock am Dienstag (23.07.2019) bei der Schwimm-WM in Südkorea über 800 Meter Freistil im Vorlauf überraschend gescheitert. Sein Aus sorgt für große Ernüchterung und auch ein bisschen Verzweiflung.

Florian Wellbrock in der Schwimmhalle
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Ratlos kletterte Florian Wellbrock am Dienstag aus dem Becken in Gwangju. Der frisch gebackene Freiwasser-Weltmeister verpasste völlig überraschend die Qualifikation für das Finale über 800 Meter Freistil und wollte danach nur eins: schnell weg. Deutschlands größte Gold-Hoffnung im WM-Becken packte direkt seine Sachen. Öffentlich reden wollte der Zehn-Kilometer-Weltmeister über die riesengroße Enttäuschung und Platz 17. nicht. Der Frust saß tief.

Zehn Sekunden über persönlicher Bestzeit

Bernd Berkhahn, DSV-Teamchef Beckenschwimmen
DSV-Teamchef Bernd Berkhahn: "Wellbrock ist nicht reingekommen." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Er ist natürlich gar nicht glücklich mit dem Ergebnis und auch ein bisschen verzweifelt, weil er nicht weiß warum. Es war auf der ersten Bahn klar, es war bei der ersten Wende klar: Er ist überhaupt nicht reingekommen", beschrieb Teamchef Bernd Berkhahn den Gemütszustand und das Rennen seines Top-Schwimmers. Wellbrock blieb am Dienstag in Südkorea in 7:53,75 Minuten mehr als zehn Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit. Für das Finale fehlten dem Weltranglistenzweiten über fünf Sekunden. "Ich bin überhaupt nicht ins Rennen reingekommen. Und ich kann es mir zurzeit auch nicht erklären, eigentlich hatte ich mich ganz gut gefühlt", lautete das rund eine Stunden nach dem Rennen ein vom Deutschen Schwimm-Verband verbreitetes Statement Wellbrocks.

Das frühe Ende der Medaillenträume des Mitfavoriten auf der 800-Meter-Strecke war trotz starker Konkurrenz absolut nicht abzusehen gewesen. Im Freiwasser hatte Wellbrock in der ersten WM-Woche Gold über zehn Kilometer gewonnen und sich souverän das Olympia-Ticket gesichert.

Er ist natürlich gar nicht glücklich mit dem Ergebnis und auch ein bisschen verzweifelt, weil er nicht weiß warum.

Teamchef Bernd Berkhahn

Die Erwartungshaltung an den EM-Zweiten war vor dem 800-Meter-Rennen entsprechend hoch gewesen. "Das ist nicht so einfach, das alles auf die Reihe zu bekommen und dann hier gleich wieder zu glänzen", sagte Berkhahn. Vorlaufschnellster war der Italiener Gregorio Paltrinieri, den Wellbrock im Hafenbecken von Yeosu noch geschlagen und ihm anschließend Tipps gegeben hatte. Eine Goldchance bleibt Wellbrock noch. Am Samstag geht er über die 1500 Meter Freistil ins Becken. "Wir müssen sehen, dass wir ihn jetzt klarkriegen", sagte Berkhahn. Wellbrocks Magdeburger Coach weiß jedoch auch: "Jetzt ist die Erwartungshaltung noch größer."

Sport

Die mitteldeutschen Starter bei der Schwimm-WM

Sarah Köhler
Sarah Köhler (Magdeburg) Starterin mit Außenseiterchancen: Sarah Köhler geht über 800 und 1.500 Meter Freistil ins Becken - sie könnte für eine Überraschungsmedaille sorgen. Bildrechte: dpa
Sarah Köhler
Sarah Köhler (Magdeburg) Starterin mit Außenseiterchancen: Sarah Köhler geht über 800 und 1.500 Meter Freistil ins Becken - sie könnte für eine Überraschungsmedaille sorgen. Bildrechte: dpa
Schwimmerin Franziska Hentke im Becken.
Franziska Hentke (Magdeburg) Auch die Magdeburgerin Franziska Henkte könnte mit etwas Glück eine Medaille holen. Sie geht über 200 Meter Schmetterling an den Start. Bildrechte: imago/Bernd König
Schwimmerin Laura Riedemann im Becken.
Laura Riedemann (Halle/Saale) Laura Riedemann aus Halle startet über 100 Meter Rücken. Bildrechte: imago/Camera 4
Schwimmerin Marie Pietruschka im Becken.
Marie Pietruschka (Leipzig) Die Leipzigerin Marie Pietruschka ist auf Freistil spezialisiert, sie wird wohl in einer Staffel an den Start gehen. Bildrechte: imago/Eibner
Schwimmer Marius Zobel im Becken.
Marius Zobel (Magdeburg) Marius Zobel aus Magdeburg wurde 2018 Europameister mit der Lagen-Staffel. Bildrechte: imago/Eibner
Schwimmer David Thomasberger im Becken.
David Thomasberger (Leipzig) David Thomasberger aus Leipzig wird über 200 Meter Schmetterling ins Wasser gehen. Bildrechte: imago/Bernd König
Schwimmer Florian Wellbrock
Florian Wellbrock (Magdeburg) Florian Wellbrock reist als Europameister über 1.500 Meter Freistil nach Südkorea. Bei der WM geht er über 400 Meter Freistil, 800 Meter Freistil und 1.500 Meter Freistil ins Becken. Zudem ... Bildrechte: IMAGO
Florian Wellbrock, Freiwasserschwimmer
Florian Wellbrock (Magdeburg) ... startet er über 10 Kilometer im Freiwasserschwimmen. Bildrechte: dpa
Finnia Wunram
Finnia Wunram (Magdeburg) Ebenfalls im Freiwasser unterwegs: die Magdeburgerin Finnia Wunram ... Bildrechte: dpa
Rob Muffels
Rob Muffels (Magdeburg) ... und ihr Teamkollege Rob Muffels. Bildrechte: dpa
Lou Massenberg und Tina Punzel
Tina Punzel (Dresden) Tina Punzel (re., bei der EM mit Lou Massenberg) geht im Wasserspringen in vier Wettbewerben an den Start: vom Drei-Meter-Brett im Einzel, im Synchronspringen und im Mixed sowie im Synchronspringen vom Turm. Bei der EM vor einem Jahr gewann sie Gold, Silber und Bronze. Bei Weltmeisterschaften war ihr bester Platz Rang 5 2015 vom 1-Meter-Brett. Bildrechte: dpa
Timo Barthel beim Sprung.
Timo Barthel (Halle/Saale) Timo Barthel, der seit Anfang des Jahres von Dresden nach Halle/Saale wechselte, geht im Turmspringen und im Synchron-Wettbewerb vom Turm an den Start. Bildrechte: dpa
Martin Wolfram beim Wasserspringen.
Martin Wolfram (Dresden) Der Dresdner Martin Wolfram startet vom Drei-Meter-Brett. Seinen größten Erfolg feierte er 2015, als er in Rostock EM-Gold im Turmspirngen gewann. Bildrechte: dpa
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sst/dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 23. Juli 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 13:31 Uhr

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