Schwimmen | EM in Budapest Wellbrock nur "im Freien" - Köhler verzichtet auf EM

Zwei Monate vor den Olympischen Spiele will Deutschlands Top-Schwimmer Florian Wellbrock bei der EM eine seltene Chance auf Wettkampf-Praxis nutzen. Weltmeisterin und Freundin Sarah Köhler fehlt dagegen in Budapest.

Florian Wellbrock im Schwimmbecken.
Florian Wellbrock bei der WM 2019 Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

Für Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock (Magdeburg) ist es der große Olympia-Härtetest im Freiwasser, für Brustschwimmer Marco Koch (Frankfurt) ein willkommener Formcheck auf internationalem Niveau. Bei der Europameisterschaft in Budapest kämpfen von diesem Montag an Beckenschwimmer, Freiwasser-Asse, Wasserspringer und Synchronschwimmerinnen um Medaillen. Die Wettkämpfe an der Donau sind für die deutschen Sportler Chance und Herausforderung zugleich: Einerseits sind sie in Zeiten mit coronabedingt nur wenigen Wettkämpfen eine gute internationale Vergleichsmöglichkeit. Andererseits passen sie gut zwei Monate vor den Sommerspielen oft nicht ins Vorbereitungskonzept.

Wellbrock lässt Becken-Wettbewerbe aus

Titel-Hoffnungsträger Wellbrock hat für sich den passenden Kompromiss gefunden. Der 23-Jährige will als Zehn-Kilometer-Weltmeister im Lupa-See starten, die Becken-Wettbewerbe unter dem Dach der Duna-Arena lässt er jedoch aus.

Im Freiwasser, wo es neben der eigenen Zeit auch auf das Durchsetzungsvermögen im direkten Duell ankommt, ist Rennpraxis enorm wichtig. Dementsprechend nutzen auch Wellbrocks starke Gegner wie der WM-Zweite Marc-Antoine Olivier aus Frankreich und der Italiener Gregorio Paltrinieri die Chance zum Kräftemessen. Vom Deutschen Schwimm-Verband sind in Rob Muffels (Magdeburg) und Leonie Beck (Würzburg) zwei weitere Olympia-Starter dabei. Finnia Wunram (Magdeburg) sagte kurzfristig ab. "Budapest ermöglicht uns eine wichtige Standort-Überprüfung, bevor es in die Vorbereitungsphase für Tokio geht", sagte Beckenschwimm-Teamchef Bernd Berkhahn, der Wellbrock in Magdeburg trainiert.

Florian Wellbrock
Bei der EM 2018 in Glasgow holte Florian Wellbrock Gold über 1.500 Meter. Den Titel wird er nicht verteidigen. Bildrechte: IMAGO

DSV-Aufgebot als Debütantenball

Im Becken verzichten dagegen wie Wellbrock auch die meisten anderen DSV-Topathleten auf einen EM-Start - der frühere Weltmeister Marco Koch ist da eine Ausnahme. Im 22-köpfigen Team stehen gleich zehn Sportlerinnen und Sportler, für die das Event das erste Großereignis auf der Langbahn ist. "Es ist wichtig, dass unsere jungen Leute mit Blick auf die übernächsten Olympischen Spiele 2024 in Paris diese internationale Erfahrung sammeln", sagte Teamcoach Hannes Vitense. "Die Europameisterschaften sind dafür eine ausgezeichnete Gelegenheit." Da andere Nationen bei der EM ihre finale Olympia-Qualifikation austragen, bekommen es die Schwimmer mit etablierten Gegnern zu tun.

Köhler lehnt Ausschwimmen ab und verzichtet auf EM-Teilnahme

Sarah Köhler
Sarah Köhler Bildrechte: Andrea Masini

Freiwasser-Staffelweltmeisterin Sarah Köhler tritt hingegen nicht wie geplant in Budapest an. Für einen Einzelstart hätte die Magdeburgerin «aus Gründen der Gleichbehandlung und Fairness ein "internes Ausschwimmen" machen müssen, wie der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) bekannt gab. Dies lehnte die Vizeweltmeisterin über 1.500 m Freistil ab. "Ich hätte den Wettbewerb als Vorbereitung auf Olympia gerne gemacht, um nochmals einen internationalen Wettkampf zu haben", sagte Köhler dem SID: "Aber für meine Leistungsentwicklung für Tokio ist es nicht entscheidend. Es war eher für die Zeit nach Tokio gedacht."

Wasserspringen mit Wolfram und Hausding

Wasserspringer Martin Wolfram mit Medaille
Wasserspringer Martin Wolfram gewann gerade beim Weltcup in Tokio den Wettkampf vom Dre-Meter-Brett. Bildrechte: Dresdner SC

Auf starke Kontrahenten treffen die Wasserspringer, für die nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation in Tokio direkt die Weiterreise nach Ungarn anstand. Dort will das Team um Rekordeuropameister Patrick Hausding (Berlin) und den formstarken Dresdner Martin Wolfram um die Medaillen mitkämpfen und weiter an der Form für die Olympischen Spiele feilen.

Synchronschwimmen: Hoffnung auf historische Olympia-Tickets

Spannend wird zudem der Auftritt der deutschen Synchronschwimmerinnen. Das neue Duett Marlene Bojer (München) und Michelle Zimmer (Berlin) will sich zunächst an der Donau auf internationaler Bühne gut präsentieren und sich im Juni in Barcelona dann das Olympia-Ticket sichern. Zuletzt war Deutschland 1992 im Synchronschwimmen beim Ringe-Spektakel vertreten.

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dpa/sid/cke

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | Sachsen-Anhalt Heute | 07. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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