Eisschnelllauf | Shorttrack Shorttrackerin Anna Seidel dachte an Karriereende

Auf dem Weg zu den Winterspielen in Peking spürt Shorttrackerin Anna Seidel noch immer die Nachwirkungen ihrer schweren Verletzung. Sogar ein vorzeitiges Karriereende stand im Raum.

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Anna Seidel Bildrechte: imago images/Matthias Rietschel

"Ich habe jeden Tag Schmerzen, vor allem beim Gehen. Das Laufen ist auch noch nicht richtig rund. Ich humpele etwas", sagte die 23-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch/17.11.2021). Bei einem Trainingssturz im März hatte sich die Dresdnerin das Schien- und Wadenbein gebrochen.

Im Rennen könne sie die Schmerzen zwar komplett ausblenden, Joggen oder hohe Sprünge aber seien nicht möglich. "Komplett frei und unbedarft stürze ich mich noch nicht in die Kurve", räumte Seidel ein.

Halbe Norm für Peking sicher

Mit Blick auf Olympia in China nehme ihr die Verletzung "vielleicht auch Druck und gibt mir die Leichtigkeit von meinen ersten Spielen zurück. Das kann eine Chance sein", sagte Seidel. Bislang hat sie die halbe Olympia-Norm für Peking geschafft. Sie müsse "noch zweimal in den Top 15 sein oder einmal in den Top acht. Ich war jetzt einmal Neunte. Jetzt muss ich das in den europäischen Wettbewerben noch mal schaffen. Das ist das große Ziel."

Vor ihrer Verletzung galt die Dresdnerin als Medaillenhoffnung für die Winterspiele. Im Frühjahr hatte sie gesagt, dass ihre dritten Spiele im kommenden Februar die letzten ihrer Karriere sein sollen.

Shorttrack: Anna Seidel verletzt 2020
Die Athletin nach ihrer Verletzung. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Matthias Rietschel

Seidel war kurz davor, zu sagen: "Ich lasse es"

Deutschlands beste Shorttrackerin hatte nach ihrem schweren Sturz sogar vorübergehend an ein vorzeitiges Karriereende gedacht. "Eigentlich dachte ich, ich bin ein superpositiver Mensch, der sich nicht runterziehen lässt. Aber das war echt tough. Ich hätte nie gedacht, dass ich da mal reinrutsche. An einen Punkt komme, wo ich super 'down' und deprimiert bin. Und kurz davor bin, zu sagen: Ich lasse es", sagte Seidel im FAZ-Interview.

Geholfen habe ihr die Arbeit mit Mentaltrainern. Sie habe die Kurve gekriegt und "Methoden gelernt, mich da rauszuziehen. Das hat mich reifen lassen."

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dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 17. November 2021 | 10:40 Uhr

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