Ski Nordisch Skispringer Martin Hamann: Angriff statt Aufhören

Ein Winter zum Abhaken liegt hinter Skispringer Martin Hamann. Doch in der neuen Saison will der Sachse neu angreifen - und hat dabei große Ziele.

Skispringen Martin Hamann
Skispringer Martin Hamann träumt von der Teilnahme an der Skiflug-WM im Februar in Planica. Bildrechte: IMAGO / Christian Heilwagen

Die Enttäuschung über die zurückliegende Skisprung-Saison sitzt bei Martin Hamann immer noch tief. Olympia war das große Ziel des Sachsen. Doch statt von der Olympiaschanze von Peking ging es für den 25-Jährigen im Februar von der Continentalcup-Schanze in Brotterode. "Ich habe es mir ein bisschen schwergemacht in der letzten Saison", blickt Hamann auf den Winter zurück.

Hamann: "Wurde alles ein bisschen viel"

Martin Hamann
Hamann: "Ein paar Dinge nicht so richtiggemacht" Bildrechte: imago images/Christian Heilwagen

Im "Sport im Osten"-Gespräch sagt der in der Nähe von Eilenburg geborene und für Aue startende Hamann: "Ein paar Dinge habe ich nicht so richtiggemacht, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte." Neben dem Skispringen machte Hamann eine Ausbildung zum Polizeimeister bei der Bundespolizei. "Das wurde vielleicht alles ein bisschen viel."

Starke Saison 2020/21

Dabei durfte der 39-fache Weltcupspringer doch in der Saison 2020/21 bereits an der Weltspitze schnuppern. Platz zehn in Klingenthal, bei der Vierschanzentournee zweimal in den Top 15 und drittbester Deutscher in der Gesamt-Wertung. Hinzu kam seine erste Weltcup-Podestplatzierung als Dritter mit dem Team in Lahti.

Doch von Top-Springer Hamann war im zurückliegenden Jahr wenig zu sehen, die Form zu instabil. Hamann schaffte es nur zu einem Weltcup-Springen. Zwischenzeitlich habe er sogar schon ans Aufhören gedacht.

Aus der B-Gruppe ins Weltcup-Team?

Jetzt heißt das Motto aber: Angriff statt Aufhören. "Da gilt es, die Fehler, die man gemacht hat, kein zweites Mal zu machen, neu anzugreifen und neuen Schwung zu nehmen", so Hamann. Großes Ziel des Sachsen ist das Weltcup-Team und die WM im Februar in Planica. Ein ambitionierter Plan, schließlich muss Hamann aus der Skisprung-B-Gruppe einen der sechs deutschen Weltcupspringer Markus Eisenbichler, Karl Geiger, Constantin Schmid, Andreas Wellinger, Stephan Leyhe oder Pius Paschke verdrängen. "Da muss ich schon ziemlich viel richtigmachen."

Skispringen Martin Hamann
Skispringer Martin Hamann träumt von der Teilnahme an der Skiflug-WM im Februar in Planica. Bildrechte: IMAGO / Christian Heilwagen

Sehnsuchtsort Planica

Momentan schwitzt Hamann noch im Kraftraum und auf der Ausdauerstrecke. Die Meister des Winters werden ja bekanntlich im Sommer gemacht. Einen vorsichtigen Blick auf den Winter traut sich der dreifache Medaillengewinner bei Junioren-Weltmeisterschaften aber schon. Das slowenische Planica ist dabei der Sehnsuchtsort des Auers. Dort finden im Februar und März die Nordische- und die Skiflug-Weltmeisterschaft statt. Und einen großen Traum hat Hamann schließlich noch: "Mein größtes Ziel war schon immer, Skiflug-Weltmeister zu werden."

Dirk Hofmeister/Thorsten vom Wege

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell | 29. Juni 2022 | 17:40 Uhr

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