Radsport | Bahnrad Bahnrad-Trainer René Wolff: "In Neuseeland ist es noch relativ entspannt"

Der Thüringer Bahnrad-Olympiasieger René Wolff arbeitet jetzt am "Ende der Welt", im ebenso fernen wie schönen Neuseeland. Der "SpiO"-Talk am Dienstagmorgen war für den dortigen Nationaltrainer ein Talk am Abend. Darin sprach er, wie er seine Mannschaft überhaupt trainieren kann und was die aktuelle Situation mit ihm macht.

Zehn Stunden Zeitverschiebung sind es zwischen Deutschland und Neuseeland. Also erreicht Thomas Kunze im 9:00-Uhr-"SpiO"-Talk den gebürtigen Erfurter und Bahnrad-Nationaltrainer von Neuseeland, René Wolff, um 19:00 Uhr abends Ortszeit.

Olympia-Verschiebung auch als Chance

Rein sportlich hat Corona auf Wolffs Sportler noch gar keine so großen Auswirkungen: "Es gibt keinen persönlichen Kontakt, und wir können nicht auf der Bahn trainieren". Das seien aber die einzigen Einschränkungen. Auf dem Rad draußen trainieren, das geht. Die Olympia-Verschiebung von 2020 auf 2021 sieht der 42-Jährige, der selbst 2004 in Athen Gold im Teamsprint holte, mit gemischten Gefühlen: "Da gibt es einerseits die älteren Sportler, die ihren letzten Höhepunkt vor sich hatten. Und andererseits junge Sportler, die die Verschiebung als Chance sehen mit einem weiteren Jahr Vorlauf in bessere Verfassung zu kommen."

Das deutsche Sprint-Team mit (v.l.) Jens Fiedler, Rene Wolff und Carsten Bergemann freut sich über die Goldmedalle (2003)
2003: René Wolff (Mi.), Jens Fiedler (li.) und Carsten Bergemann jubeln bei der Bahnrad-WM in Stuttgart über Gold im Teamsprint. Bildrechte: dpa

Früher von Erfurt nach Neuseeland

In Neuseeland sei es "noch relativ entspannt". Hamsterkäufe gibt es keine, Wolff geht jetzt nur noch alle paar Tage zum Einkaufen und nicht mehr wie sonst jeden Tag. Die Leute halten sich an die Beschränkungen. Nur bei der Abreise von der WM im März in Berlin musste er sich beeilen: Da sollte der Weltmeister von 2003 drei Tage früher Erfurt verlassen und schneller Richtung neue Heimat fliegen: "Da gab es eine dringende Empfehlung, direkt hierher zu kommen". Also wurde der Flug umgebucht, denn die Einreisebestimmungen seien "sehr restriktiv", wie der Thüringer berichtet. Es folgten zwei Wochen Selbstisolation in Cambridge, einer 19.000-Einwohner-Stadt auf der Nordinsel: "Das war ein bisschen komisch". Die Zeit mit der Familie genießt er aber nun, es sei vom Kopf her ein wenig "zurück zu den Wurzeln".

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cke

Dieses Thema im Programm: MDR+ | SpiO-Talk | 14. April 2020 | 09:00 Uhr

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