Leichtathletik | Dreisprung Dreispringer Max Heß sieht sich als Gewinner der Corona-Krise

Max Heß zählt zum Besten, was der Dreisprung in Deutschland momentan zu bieten hat. Am Freitag tritt der Europameister von 2016 beim Springer-Meeting in seiner Heimatstadt Chemnitz an. Im Anschluss geht es zu den Deutschen Meisterschaften nach Braunschweig. Wir sprachen mit ihm über die anstehenden Events sowie das große Ziel, die Olympischen Spiele 2021 in Tokio.

Max Heß 17 min
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Dreispringer Max Heß ist zurück. Nachdem ihn Rückenprobleme 2019 monatelang außer Gefecht setzten, greift der mehrfache Deutsche Meister wieder an. Eine erste Duftmarke setzte der 24-Jährige vor knapp zwei Wochen beim DSC-Abendsportfest in Dresden. Mit satten 16,71 Meter katapultierte sich Heß an die Spitze der deutschen Jahresrangliste.

Vorfreude auf "Heimspiel" in Chemnitz

Vor den anstehenden Deutschen Meisterschaften am 8./9. August in Braunschweig ist der Europameister von 2016 also wieder voll im Rennen. Am Freitag (24. Juli) folgt aber zunächst die Generalprobe beim Springer-Meeting in seiner Heimatstadt. "Chemnitz begleitet mich seit 24 Jahren. Dementsprechend habe ich eine große Verbundenheit zu der Stadt", blickte Heß im "SpiO"-Talk am Donnerstag (23. Juli) vorfreudig auf das anstehende Event. Seine Heimatstadt auch bei den Deutschen Meisterschaften vertreten zu können, erfülle ihn mit Stolz.  

Olympia 2021: "Dann muss man eben in den sauren Apfel beißen"

Grundsätzlich ist der angehende Wirtschaftsingenieur aber vor allem froh, überhaupt wieder an Wettkämpfen teilnehmen zu können. Zumal ihm die Verschiebung der Olympischen Spiele, die heute in einem Jahr in Tokio beginnen sollen, durchaus in die Karten gespielt hat. "Ich bin ein kleiner Gewinner der Corona-Krise", meinte Heß: "So bin ich im nächsten Jahr wieder zu 100 Prozent fit und kann mich intensiv und fokussiert vorbereiten."

Der Dreispringer Max Heß jubelt nach seinem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt.
Max Heß ist sechsfacher Deutscher Meister (2x Freiluft, 4x Halle). Bildrechte: IMAGO

Ob und vor allem unter welchen Bedingungen das Mega-Event in Japan steigen wird, ist aktuell noch nicht abzusehen. Doch auch mit Maskenpflicht und strikten Abstandsregeln wäre eine Austragung der Spiele möglich, so der Leichtathlet: "Wenn es nicht anders geht, dann muss man eben in den sauren Apfel beißen. Für einen Athleten ist das Größte, bei den Spielen dabei zu sein. Deshalb würden wohl viele mit dem Szenario leben können."

"Ich brauche das Publikum"

Auf ungewohnte Bedingungen muss sich der 1,86 Meter große Sportler auch bei den anstehenden Wettkämpfen in Chemnitz und Braunschweig einstellen. Die gewohnte Unterstützung von den Rängen wird fehlen. Keine leichte Umstellung: "Ich brauche das Publikum", unterstrich Heß: "Es ist eine Motivation für mich, den Zuschauern eine Show und gute Weiten zu bieten." Seinem Ziel, auch den vierten Deutschen Meistertitel einzufahren, soll das aber keinen Abbruch tun.

Springer-Meeting in Chemnitz live im MDR

Der MDR überträgt das Springer-Meeting in Chemnitz am Freitag, 24. Juli, im Livestream in der "Sport im Osten"-App und auf sport-im-osten.de. Ab 16:30 Uhr startet das Hauptprogramm mit dem Weitsprung der Männer und Frauen, sowie der U20 und der U18. Ab 18:30 Uhr geht es mit dem Dreisprung der Männer und Frauen, der U20 und der U18 weiter. Als Co-Kommentatorin wird die mehrfache Deutsche Meisterin und Halleneuropameisterin im Dreisprung Kristin Gierisch fungieren.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR+ | "Spio"-Talk mit Max Heß | 23. Juli 2020 | 13:00 Uhr

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