Skispringen | SpiO-Talk Ski-Adler Hamann: "Es war soweit in Ordnung"

Martin Hamann hat bei der Vierschanzentournee positiv überrascht. Der 23-Jährige Sachse belegte in der Gesamtwertung den 28. Platz. Nach diesem Erfolg stellte sich das Skisprungtalent unseren Fragen im "SpiO-Talk".

Martin Hamann
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Der gebürtige Altenbacher (bei Wurzen), der beim SV Lok Eilenburg auf der Josef-Dotzauer-Schanze mit dem Skispringen begann, glänzte bei der Tournee vor allem in Garmisch mit Rang elf. Er stellte damit zum dritten Mal seine beste Weltcupplatzierung ein. Auch in Innsbruck zeigte Hamann mit Platz 13 eine bärenstarke Vorstellung, während es in Oberstdorf mit Rang 43 und auch in Bischofshofen als 37. nicht so rund lief. Dennoch fällt sein Fazit positiv aus. "Für meine erste komplette Vierschanzentournee sollte ich zufrieden sein. Ich denke, es war soweit in Ordnung. 50 Prozent waren am Ende gut, die anderen 50 Prozent haben nicht ganz so gut funktioniert. Oberstdorf und Bischofshofen sind eigentlich die beiden schöneren Schanzen, wenn ich mir zwei von den vier aussuchen könnte, doch die waren leider nicht ganz so toll."

SpiO Talk mit Martin Hamann (Skispringer) 15 min
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Patzer in Bischofshofen

Beim finalen Springen in Bischofshofen hatte Hamann das direkte Duell gegen seinen Teamkollegen Pius Paschke verloren, da er den Absprung verpatzt hatte. "“Ich wäre natürlich gern in Bischofshofen zweimal gesprungen, das habe ich mir am Schanzentisch aber in bisschen verscherzt. Richtig abspringen hätte ich schon müssen, um Pius vielleicht gefährlich werden zu werden. Leider haben wir beide nicht unsere besten Sprünge gezeigt, umso schöner ist, wenn dann noch ein Deutscher mehr im Finale war und ich unten stand und den Deutschen zujubeln konnte."

Traum erfüllt

Hamann, der bei der Junioren-WM dreimal Silber holte, gab im August 2014 im finnischen Kuopio als 22. sein Continental-Cup-Debüt. Im Weltcup war in der Saison 2018/2019 erstmals am Start, als er im Gesamtklassement 49. wurde. Mit der erneuten Teilnahme an der Vierschanzentournee hat er in seiner Entwicklung eine weitere Stufe seiner sportlichen Karriere gemeistert, obwohl die interne Konkurrenz groß ist. "Ich bin stolz darauf, dass ich Teil dieses starken Teams sein kann. Damit habe ich mir schon mal einen großen Traum erfüllt. Deutschland ist nun mal eine Skisprungnation und die Mannschaft ist dafür da, letztlich die Medaillen zu holen. Ich hoffe, dass ich mich weiter etablieren kann."

Hamann überrascht in Wisla

Für Aufsehen sorgte Hamann beim ersten Einzel-Weltcupspringen dieser Saison im polnischen Wisla, als er im zweiten Durchgang mit 138,5 m den Schanzenrekord des Österreichers Stefan Kraft aus dem Jahr 2013 um einen halben Meter verfehlte. Obwohl er den Riesensatz nicht stehen konnte, landete das Talent des Deutschen Skiverbandes am Ende auf Rang 18. "Das hat mir auf jeden Fall viel Selbstvertrauen mitgegeben, gleich zum Start der Weltcup-Saison. Natürlich hätte ich gern vom ersten Qualisprung an gezeigt, was ich kann. Das ist mir nicht ganz gelungen, aber das ist vollkommen menschlich. Umso besser war es dann, dass ich im letzten Sprung zeigen konnte, was in mir stecken kann."

Martin Hamann
Martin Hamann konnte in Wisla seinen 138,5-Meter-Satz nicht stehen. Bildrechte: imago images / Eibner Europa

Nordische Ski-WM im Visier

Bei der Ski-Flug-WM im slowenischen Planica war Hamann auch dabei. Trotz guter Trainingssprünge (222 m und 224,5 m) erhielt für die Einzelkonkurrenz Teamkollege Constantin Schmid den Vorzug. Bei der Nordischen Ski-WM (23. Februar – 7. März) in Oberstdorf will der Sachse erneut wieder für Deutschland durch die Luft segeln. "Ich würde gern bei der WM im Einzel, Team oder Mixed die Goldmedaille holen, aber letztendlich treffen andere die Entscheidung. Ich kann nur mit meiner Leistung diejenigen, die die Entscheidung treffen, mit meinen Sprüngen überzeugen. In Planica hat es nicht so funktioniert, aber vielleicht klappt es bei der nordischen Ski-WM."

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. Januar 2021 | 19:30 Uhr

1 Kommentar

mamola vor 47 Wochen

Im Moment versinkt er leider im Mittelmaß. Während man bei den Polen sieht, dass die sich immer weiter verbessern, stagniert es bei den deutschen Springern.