Badminton | 2. Bundesliga Der irre Aufstieg von GutsMuths Jena

Moritz Predel, Kapitän der Mannschaft von GutsMuths Jena, war am Dienstag zu Gast im "Spio"-Talk und erzählte die Geschichte vom irren Aufstieg seiner Mannschaft in die Eliteklasse des deutschen Badmintons.

SVG-Kapitän Moritz Predel (re.) mit seinem Doppel-Partner Pit Hofmann.
SVG-Kapitän Moritz Predel (re.) mit seinem Doppel-Partner Pit Hofmann. Bildrechte: SV GutsMuths Jena/Steffen Nichterlein

Moritz Predel probiert sich dieser Tage auf weniger beschrittenen Terrains aus. Der Kapitän der Thüringer Badminton-Mannschaft des SV GutsMuths Jena versucht, die Corona-Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen. "Ich gehe mit meiner Freundin in den Wald, mache Frühjahrsputz und pflanze Tomaten an", verriet Predel am Dienstag im Talk bei "Sport im Osten". Obwohl er seiner Leidenschaft, dem Badminton-Spiel, aktuell nicht nachgehen kann, zeigte er sich gut gelaunt.

Das hat natürlich Gründe. Denn während andere Vereine unter dem neuartigen Virus eher leiden oder sogar um ihre Existenz fürchten müssen, profitierte der SV GutsMuths Jena davon. Aufgrund des vorzeitigen Saisonabbruchs in der 2. Bundesliga haben die Thüringer den Aufstieg in die Eliteklasse des deutschen Badmintons geschafft - und das als Tabellenvierter. Eine irre Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.

Aufstieg als Vierter - zwei Spiele vor Schluss

Zwei Spieltage wären noch zu absolvieren gewesen, als das Coronavirus auch der deutschen Badminton-Meisterschaft einen Strich durch die Rechnung machte und die letzten beiden Spieltage (14./15. März) verhinderte. Der Deutsche Badminton-Verband entschied, die Tabelle nach 16 von 18 Spieltagen zum Abschluss zu bringen, Auf- und Absteiger entsprechend des aktuellen Tabellenstands zu benennen.

Im Normalfall wäre nur Schlusslicht Neuhausen-Nymphenburg direkt aus der 1. Bundesliga abgestiegen, der Vorletzte TSV 1906 Freystadt hätte sich mit den Zweitliga-Spitzenreitern der Staffeln Nord und Süd eine Aufstiegsrunde geliefert. "Doch durch den Rückzug von Freystadt und Mülheim gibt es gar keinen Absteiger aus der ersten Liga", berichtete Predel.

Und weil aus der 2. Bundesliga Nord kein einziges Team aufsteigen will, gingen beide Aufstiegsplätze an die Südstaffel - wobei Staffelsieger 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim 2 als zweite Mannschaft keine Berechtigung zum Aufstieg hat. Also hätte der Tabellendritte TV Marktheidenfeld nachrücken können, doch verzichtete ebenfalls freiwillig aufgrund des finanziellen Risikos - und reichte den Kelch an den SV GutsMuths Jena weiter, der ihn dankend annahm. "Wir hätten natürlich gern ein schönes sportliches Ende geliefert", zeigte sich Moritz Predel beim "SpiO"-Talk etwas traurig über den vorzeitigen Saisonabbruch, freute sich aber zugleich über den Aufstieg: "Wir gehen gern in die 1. Liga."

Höhere Anforderungen an GutsMuths Jena

Dort müssen die Thüringer nun höheren Anforderungen genügen - und das nicht nur sportlich. Ist der Klassenerhalt in dieser bezahlten Profiliga ohnehin eine hohe Hürde, sind die Jenaer außerdem noch zum Investment in ein entsprechendes Umfeld verpflichtet. "Wir müssen jedes Spiel live streamen und mehr Zuschauerkapazitäten generieren", so Predel, "und außerdem müssen wir Nachwuchsarbeit nachweisen". Was aber für die Jenaer kein Problem sei, denn man arbeite eng mit dem örtlichen Sportgymnasium zusammen.

Bleibt abzuwarten, ob die neue Badminton-Saison wie geplant im September starten kann. Sicher, der Badminton-Sport steht nicht in einem derartigen Fokus wie der Fußball, zieht weit weniger Zuschauer an - und lässt sich daher auch in Virenzeiten leichter durchführen. Doch sicher ist derzeit nichts. Klar ist: In der 1. Bundesliga sind die Thüringer Außenseiter, kämpfen um den Klassenerhalt. Wobei Moritz Predel zuversichtlich ist: "Ich denke, den schaffen wir."

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mze

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 24. März 2020 | 17:45 Uhr

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