Turnen Turn-Ass Lukas Dauser und der Traum von Olympia: "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben"

Vor einem Jahr schrammte Lukas Dauser denkbar knapp am WM-Titel vorbei. Nun will es der Barrenspezialist noch einmal wissen – und verlegt, das große Ziel Olympia 2021 vor Augen, seinen Trainingsstützpunkt von Berlin nach Halle. Wir sprachen mit ihm über seine sportliche Zukunft.

Die Enttäuschung ist verflogen, der Traum von Olympia lebt. Nach seiner unglücklichen Niederlage am Barren bei der Heim-WM 2019 in Stuttgart, beschreitet Lukas Dauser einen neuen Weg. Nach acht Jahren am Bundesstützpunkt in Berlin wird der 27-jährige Turner ab August seine Zelte in Halle aufgeschlagen.

ein Turner an den Ringen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wiedersehen mit Teamkollege Klessing

"Man braucht manchmal eine Veränderung, um einen Schritt nach vorne zu machen", erklärte Dauser im "SpiO"-Talk am Montag (27. Juli). Auch wenn die Entscheidung nicht leichtfiel, wolle er nun etwas Neues versuchen, "um nächstes Jahr in Tokio erfolgreich zu sein". Ausschlaggebend für den Standort Halle war dabei nicht nur der dortige Stützpunkttrainer Hubert Brylok, sondern auch sein Teamkollege Nick Klessing. Von ihm erhofft sich Dauser einige Tipps, vor allem an den Ringen.

Während Training und Wettkämpfe bedingt durch die Corona-Pandemie in den letzten Wochen und Monaten mehr denn je auf Eis lagen, nutzte Dauser die freie Zeit auch anderweitig. Zum Beispiel zum Fasten: "Eine coole Erfahrung. Es tut gut, den ganzen Körper einfach mal zu entschlacken und alle Giftstoffe herauszuspülen. Es fühlt sich danach deutlich besser an."

Lukas Dauser
Lukas Dauser bei einer Übung an den Ringen. (Archiv) Bildrechte: imago images/Eibner

Dauser will aus Final-Niederlage lernen

Seit Anfang Juli steht der gebürtige Ebersberger aber wieder voll im Saft. Die bittere Final-Niederlage der letztjährigen Heim-WM ist verdaut. "Viele haben mir gesagt, versuch es abzuhaken. Ich will aber aus meinen Fehlern lernen, um es dann später besser zu machen. Ich habe viele Gespräche mit meinem Mentaltrainer geführt und will die positiven Dinge mit in den nächsten Wettkampf nehmen", reflektierte Dauser.

Neue Impulse in Halle

Die nötigen Impulse sollen nun am Stützpunkt in Halle her. Eine Neuorientierung strebte der Turner sowieso bereits in diesem Sommer an. "Ich bin überzeugt, dass es mir im Hinblick auf das nächste Jahr viel Kraft geben wird", blickte der Barrenspezialist voraus. Denn das große Ziel bleiben weiterhin die Olympischen Spiele. Nach der diesjährigen Absage des Mega-Events sei er in "kleines Loch gefallen", berichtete der dreimalige Deutsche Meister: "Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, deshalb bin ich sehr motiviert."

___
jsc

Dieses Thema im Programm: MDR+ | "SpiO"-Talk | 27. Juli 2020 | 11:00 Uhr

0 Kommentare