Wasserball | DSV Noch-Bundestrainer Hagen Stamm: "Der Wasserballgott war in diesem Jahr kein Deutscher"

Denkt man an Wasserball, fällt unweigerlich der Name Hagen Stamm. Der 61-Jährige ist eine Legende, kein anderer hat diese Sportart in Deutschland so geprägt wie er. Vor dem Auftritt der Nationalmannschaft am Dienstagabend (22. Juni) in Dresden gegen die Slowakei haben wir mit dem scheidenden Bundestrainer im "SpiO"-Talk gesprochen.

Hagen Stamm
Hagen Stamm ist die Wasserball-Legende schlechthin in Deutschland. Bildrechte: imago images/Insidefoto

Die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft hat die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio verpasst und absolviert derzeit eine ausgiebe Testspielreihe. Wenige Stunden vor dem Länderspiel in Dresden gegen die Slowakei am Dienstagabend (22. Juni, ab 19:30 im MDR-Livestream) haben wir mit dem noch amtierenden Bundestrainer Hagen Stamm im "SpiO"-Talk gesprochen.

Stamm sieht seine "Generationsverpflichtung" erfüllt

"Ich bin noch Bundestrainer bis zum 31. August. Jetzt versuche ich die Zeit zu überbrücken und alles zu übergeben", sagte Stamm, der mittlerweile seine "Generationsverpflichtung" als erfüllt sieht. Gegen die Slowakei hat das deutsche Nationalteam in den vergangenen Tagen bereits zwei Tests absolviert (15:7 und 8:7), jetzt folgen noch zwei Spiele in Dresden und Zwickau. Danach ist viermal die niederländische Nationalmannschaft der Gegner. Als Vertretung für Stamm leiten Petar Kovacevic von Rekordmeister Wasserfreunde Spandau und Co-Trainer Predrag Jokic vom aktuellen Meister Hannover die Geschicke vom Beckenrand aus.

"SpiO"-Talk mit Wasserball-Legende Hagen Stamm 21 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Di 22.06.2021 12:00Uhr 20:48 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"SpiO"-Talk mit Wasserball-Legende Hagen Stamm 21 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Di 22.06.2021 12:00Uhr 20:48 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

"Von da an lief alles schief"

Schwer enttäuscht ist Hagen Stamm, der an fünf Olympischen Spielen teilnahm, über die verpasste Chance, in Tokio anzutreten. Für ihn ein Desaster: "Wir wollten noch einmal angreifen mit einer Mannschaft, die zum Olympia-Qualifikationszeitpunkt im März 2020 in sehr guter Form war. Dann kam Corona und der Lockdown und die Olympiaqualifikation wurde um ein Jahr verschoben. Von da an lief alles schief."

So wurde zum Beispiel in den Ligen nicht gespielt. Zudem durfte das Team nicht ins Ausland reisen und mussten die ganze Vorbereitung zum größten Teil in Warendorf ohne Gegner absolvieren. "Ärgert mich für die Jungs, denn wir haben gezeigt, dass wir oben mit hingehören. Der Wasserballgott war in diesem Jahr kein Deutscher", meinte Stamm.

"Man muss die Robustheit lieben"

Obwohl sich der Berliner, der auch Präsident der Wasserfreunde Spandau ist, von der aktiven Bühne zurückzieht, bleibt er am Ball. Das Resümee des Olympia-Bronzemedaillengewinners von 1984 in Los Angeles: "Ein guter Wasserballer muss auch ein guter Schwimmer sein. Man muss den Mannschaftssport und auch die Robustheit lieben. Je höherklassiger der Wasserball ist, umso geringer sind die Verletzungen. Es ist nicht so brutal, wie es manchmal dargestellt wird."

---
jmd

Wasserball 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten | 22. Juni 2021 | 19:30 Uhr

0 Kommentare