Pferdesport | "Partner Pferd" Springreiter-Elite beim Weltcup in Leipzig

Für den Springreiter-Weltcup der "Partner Pferd" in Leipzig hat das Who is Who gemeldet – mit Stars wie Marcus Ehning, Daniel Deußer und Philipp Weishaupt. Ein Olympiasieger reist allerdings ohne Vierbeiner an.

Vier Personen und ein Pferd
Bildrechte: MDR/Maria Köhler-Thiel

Elfte Weltcup-Station mit Guerdat, Devos und Gaudiano

Bei der "Partner Pferd" in Leipzig (16.-19.01.2020) ist die Elite des Springsports vertreten. Organisationschef Volker Wulff sagte vor der 23. Auflage des Turniers: "19 Reiter der ersten 33 des Weltcup-Rankings sind vertreten. Das ist enorm." Mit dabei sind international erfolgreiche Starter wie Emanuele Gaudiano (ITA), Pieter Devos (BEL) und Steve Guerdat (SUI), der jüngst in Basel das Weltcup-Springen gewann.

Beerbaum und Fuchs starten nicht

Ludger Beerbaum reist indes ohne Vierbeiner an. Wulf erklärte bei der Pressekonferenz am Dienstag (14.01.2020): "Bei seinen Pferden ist eine Influenza ausgebrochen. Trotzdem wird Ludger als Gast der Veranstaltung beiwohnen." Er schob nach: "Da war man wohl heilfroh, dass es nicht Herpes ist." Ein einmal erkranktes Pferd bleibt lebenslang Virusträger und die Krankheit kann sich schnell ausbreiten.

Ludger Beerbaum
Ludger Beerbaum Bildrechte: imago images/ThomasReiner.pro

Auch Martin Fuchs aus der Schweiz fehlt beim Wettstreit um Weltcuppunkte. Der aktuelle Siebte des Rankings, der diese Saison in Lyon und London gewann, kann weder auf sein Weltcup-Pferd noch auf sein Championats-Pferd setzen. Beide sind verletzt.

Bisher zwei deutsche Weltcup-Sieger 2019/20

Viele Weltklassespringreiter nutzen das Turnier, um sich noch für das Weltcup-Finale der besten 18 Reiter in Las Vegas (15. bis 19.04.2020) zu qualifizieren - darunter auch Philipp Weishaupt und Christian Ahlmann. Zum Leipziger Titelverteidiger erklärte Organisationschef Wulff: "Bei dem Teilnehmerfeld wird es für Christian Ahlmann kein Spaziergang werden." Aus Erfahrung brauchen Reiter 40 Punkte und mehr, um sich für das Finale zu qualifizieren. Bisher gab es in dieser Saison zwei deutsche Weltcup-Siege durch Marcus Ehning in Madrid und Daniel Deußer in Mechelen.

Christian Ahlmann auf Solid Gold Z
Christian Ahlmann auf Solid Gold Z Bildrechte: imago images/ThomasReiner.pro

Sächsisches Talent Jüngel vor spannendem Turnier

Ein besonderes Turnier wird es für Marvin Jüngel. Der 18-Jährige aus dem sächsischen Hausdorf startet mit drei Pferden in Leipzig. Er gehört zu den vier Nominierten für den Goldenen Sattel, einem der wichtigsten Nachwuchsförderpreise in Deutschland. Dabei handelt es sich um ein M-Springen (mittlerer Schwierigkeitsgrad) mit Pferdewechsel.

Vorab hat Jüngel Videos mit den Pferden von den ebenfalls Nominierten Max Haunhorst (19), Alia Knack (16) und Natalia Stecher (18) studiert. Jüngel, der sechs Prüfungen vor sich hat, gab zu: "Am liebsten wäre es mir, wenn ich beim Goldenen Sattel am besten abschneiden könnte."

Marvin Jüngel auf der Partner Pferd
Bildrechte: MDR/Maria Köhler-Thiel

Im Vierspänner-Weltcup messen sich Boyd Exell, Benjamin Aillaud, Georg von Stein, Bram Chardon, Ijsbrand Chardon, Koos de Ronde, Jerome Voutaz und Chester Weber. Bei den Voltigierern treten 16 Starter aus sechs Nationen an. "Das kann sich mehr als sehen lassen", erklärte Wulff. In Leipzig wir ein Preisgeld von insgesamt 600.000 Euro ausgeschüttet. Der Große Preis am Sonntag ist mit 160.000 Euro dotiert.

mkö

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 18. Januar 2020 | 14:00 Uhr

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Pferdesport | "Partner Pferd" Die besten Springreiter im Weltcup

Der Belgier Pieter Devos ist im aktuellen Weltcup der Springreiter das Maß aller Dinge. Vor der "Partner Pferd" gibt es aber auch viele deutsche Starter, die schon ordentlich gepunktet haben.

Pieter Devos auf Espoir
Der Belgier Pieter Devos ging bei seinen fünf Starts im aktuellen Weltcup bisher nur einmal leer aus – ausgerechnet beim Heim-Turnier in Mechelen (mit Apart). Unschlagbar war er mit Apart in Stuttgart, wo er mit Wallach Apart vor Steve Guerdat (SUI) und Scott Brash (GBR) siegte. Auch auf Wallach Espoir und Stute Claire Z ritt Devos schon zu Weltcup-Punkten. Hier die besten deutschen Springreiter: Bildrechte: imago images/ThomasReiner.pro
Pieter Devos auf Espoir
Der Belgier Pieter Devos ging bei seinen fünf Starts im aktuellen Weltcup bisher nur einmal leer aus – ausgerechnet beim Heim-Turnier in Mechelen (mit Apart). Unschlagbar war er mit Apart in Stuttgart, wo er mit Wallach Apart vor Steve Guerdat (SUI) und Scott Brash (GBR) siegte. Auch auf Wallach Espoir und Stute Claire Z ritt Devos schon zu Weltcup-Punkten. Hier die besten deutschen Springreiter: Bildrechte: imago images/ThomasReiner.pro
Philipp Weishaupt auf Che Fantastica
Philipp Weishaupt ist aus dem Stall von Ludger Beerbaum, der seinem Chef im Parcours inzwischen ordentlich Konkurrenz macht. Sein Vater ist ein erfolgreicher Pferdezüchter und sein Bruder Maximilian ist ebenfalls Springreiter. Bildrechte: imago images/Stefan Lafrentz
Christian Ahlmann auf Solid Gold Z
Christian Ahlmann hat schon siebenmal das Weltcup-Springen in Leipzig gewonnen. Er startet als Titelverteidiger, da er 2019 mit „Caribis Z“ die schnellste Nullrunde im Stechen hinlegte. Als Junge hat ihn Fußball anfangs mehr gereizt als der Reitsport. Mit elf Jahren nahm er seine erste Reitstunde. Als Zwölfjähriger gewann er sein erstes S-Springen. Weitere zwei Jahre später erhielt Ahlmann das Goldene Reitabzeichen als jüngster Reiter der Geschichte. Bildrechte: imago images/ThomasReiner.pro
Marcus Ehning auf Firth Of Lorne
Marcus Ehning war sieben Jahre jung, als er mit dem Reiten begann. Wie er auf seiner Webseite berichtet, erhielt er einmal einen Sonderpreis, weil er trotz dreier Stürze eine Prüfung beendete. Als 16-Jähriger stieg er endgültig auf Großpferde um. Mit der Mannschaft gewann er 2000 Olympia-Gold und 2010 WM-Gold. In seiner Freizeit spielt Ehning Fußball. Bildrechte: imago images/ThomasReiner.pro
Christian Kukuk auf Mumbai
Vor knapp acht Jahren heuerte Christian Kukuk im Beerbaum-Stall in Riesenbeck als Bereiter an. 2016 erfüllte er sich den Traum vom Start beim CHIO Aachen, der aber durch einen Sturz am Wassergraben jäh endete. Kukuk brach sie die Schulter dreifach. Während der Rehabilitation musste er sich in Geduld üben, ehe er wieder an einem Turnier teilnahm. Aktuell präsentiert er sich in einer blendenden Form. Bildrechte: imago images/Hartenfelser
Daniel Deußer auf der Stute Happiness van’t Paradijs
2014 gewann Daniel Deußer mit Cornet D’Armour das Weltcup-Finale in Lyon. Darauf und auf andere Highlights arbeitete der Springreiter lange hin. Im Alter von nur zwei Jahren begann er im Stall seines Onkels mit dem Reitsport. Als 15-Jähriger gewann er sein erstes S-Springen. 2012 zog es ihn in die Stephex Stables in Mechelen, wo er mehrere Spitzenpferde fand. Harte Zeiten machte Deußer mit dem Fuchswallach First Class durch. Das Pferd, mit dem er in Rio de Janeiro zu Team-Bronze ritt, starb nach einer Kolik-Operation. Bildrechte: imago/Stefan Lafrentz
Ludger Beerbaum
Eine Auflistung sämtlicher Erfolge Ludger Beerbaums würde diese Seite sprengen. Der 56-Jährige hat schon viel erlebt: 1992 musste er bei den Olympischen Spielen von einer in Panik umher galoppierenden Classic Touch abspringen, nachdem der Zügel gerissen war.  Am Folgetag gewann er in Barcelona Einzel-Gold. Zudem gewann Beerbaum dreimal Mannschaftsgold (1988, 1996, 2000). Bildrechte: imago images/ThomasReiner.pro
Michael Jung
Michael Jung feierte seine größten Erfolge in der Vielseitigkeit: zweimal gewann er Gold in der Einzelwertung (2012, 2016). Im Weltcup, in dem die sieben besten Ergebnisse zählen, startete der 37-Jährige in dieser Saison bisher viermal. In Helsinki holte er mit "fischerChelsea" sieben Punkte. Jung wuchs auf der Reitanlage seiner Familie auf, wo er eine grundsolide Ausbildung in Dressur, Springen und Vielseitigkeit erhielt. Bildrechte: imago images/ThomasReiner.pro
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Pferdesport | "Partner Pferd" Millimeterarbeit - Vierspänner im FEI-Weltcup

Mit vier Pferden und einer Kutsche möglichst schnell und fehlerfrei ans Ziel zu kommen ist ihre Paradedisziplin. Diese Weltcup-Teilnehmer sind mit ihren Vierspännern eine Wucht.

Boyd Exell
Boyd Exell ist fünffacher Weltmeister und achtfacher Weltcup-Sieger. Das kommt bei dem "Champion of Champions" nicht von ungefähr. Aus dem Fahrsport ist der Australier nicht wegzudenken. Schon als Sechsjähriger war er von Pferden fasziniert.  Über das gegenseitige Vertrauen mit den Tieren sagte er: "Ich habe eine Verbindung zu den Pferden, wenn ich mit ihnen trainiere. Ich fühle über die Zügel, ob sie angespannt sind oder ob sie ausdrucksstark sind und angeben wollen." Bildrechte: imago images/Stefan Lafrentz
Boyd Exell
Boyd Exell ist fünffacher Weltmeister und achtfacher Weltcup-Sieger. Das kommt bei dem "Champion of Champions" nicht von ungefähr. Aus dem Fahrsport ist der Australier nicht wegzudenken. Schon als Sechsjähriger war er von Pferden fasziniert.  Über das gegenseitige Vertrauen mit den Tieren sagte er: "Ich habe eine Verbindung zu den Pferden, wenn ich mit ihnen trainiere. Ich fühle über die Zügel, ob sie angespannt sind oder ob sie ausdrucksstark sind und angeben wollen." Bildrechte: imago images/Stefan Lafrentz
Ijsbrand Chardon mit seinem Vierspänner.
Exells ärgste Konkurrenten sind drei Fahrer aus den Niederlanden. Ijsbrand Chardon holte Einzel-Gold bei den Weltreiterspielen 2002 und gewann die FEI-Weltcups 2005 und 2006. Die Pferden Feles, Casper Kendi und Maestoso XLV-7 bilden ein durchaus konkurrenzfähiges Quartett. Bildrechte: imago/Stefan Lafrentz
Bram Chardon mit seinem Vierspänner
Bram Chardon schickt hingegen die Wallache Dreef Kapitany, Dreef Inca und Favory XXXI mit Stute Favory Farao vor seiner Kutsche ins Rennen. Mit Dreien davon ist er in dieser Saison neu am Start. Mit Platz zwei glänzte Chardon in Budapest. Nach Platz acht vor einem Jahr hat er in Leipzig noch einiges gutzumachen. Bildrechte: imago images/Stefan Lafrentz
Koos de Ronde mit seinem Vierspänner
Koos de Ronde setzt zur aktuellen Weltcup-Saison nicht mehr auf Wallach Ikar, stattdessen ist Wallach Siglavy Capriola dabei. In Stockholm und London fuhr der 43-Jährige Ende 2019 zweimal auf den zweiten Rang. Das Fahren eines Vierspänners auf Niederländisch heißt übrigens „Vierspanrijden“. Bildrechte: imago images / Rene Schulz
József Dobrovitz mit seinem Vierspänner
Der Ungar József Dobrovitz bildet in Vecsés Pferde für den Fahrsport aus. Starke Vierbeiner verkaufte er schon an Topstars wie Boyd Exell und IJsbrand Chardon. Unterstützung erhält Dobrovitz von seinen Neffen Mark und Kristóf Osztertág. Bildrechte: IMAGO/Stefan Lafrentz
Glenn Geerts
Glenn Geerts bekam im Alter von sechs Jahren sein erstes Pony. Zunächst fuhr der Belgier auch mit Ponys. Erst 2010 stieg er auf große Pferde um. Seine Leidenschaft für das Fahren von Kutschen stammt von seinem Großvater Achille Snoeys. Als dieser seine Karriere beendet hatte, entschloss er sich diesen Sport intensiver zu betreiben. Bildrechte: imago/Stefan Lafrentz
Wertungsprüfung für den FEI Driving World Cup
Chester Weber war in dieser Saison vor allem in Stuttgart gut drauf. Der Mann aus Florida schrieb 2008 Geschichte, als er als erster US-Amerikaner eine Silbermedaille bei den FEI-Weltmeisterschaften der Vierspänner im Einzel gewann. Mehrfach siegte er bei der Royal Windsor Horse Show, wo ihm Königin Elizabeth II gratulierte. Bildrechte: imago images/Stefan Lafrentz
Zeit-Hindernisfahren für Vierspänner
Benjamin Aillaud betreibt im Süden Frankreichs seine Internationale Pferdeakademie. Seit einem Jahr ist er nun auch offiziell Trainer der französischen Jugendfahrer. Seine Leidenschaft für den Reitsport begann, als er sich als Sechsjähriger von seinem Taschengeld ein Pferd kaufte. Bildrechte: imago images/Stefan Lafrentz
Georg von Stein German Masters 2018
Georg von Stein ist der einzige deutsche Starter in Leipzig. Über die Auswahl seines Vierspänners sagte er dem MDR: "Wir suchen kleinere, kompaktere, gut galoppierende Pferde. Die Pferde laufen auf eine Bande zu, das gibt es Outdoor nicht. In der Halle trainieren wir das kontinuierlich, genauso wie einen schnellen Antritt aus einer Wendung heraus." Bildrechte: imago images / Stefan Lafrentz
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