Olympische Spiele Starke Bilanz der mitteldeutschen Athletinnen und Athleten

Platz zwei in der Länderwertung bei den Winterspielen von Peking kann sich sehen lassen. Und die mitteldeutschen Sportlerinnen und Sportler haben fleißig Medaillen für die deutschen Farben gesammelt. Ein Überblick.

Christopher Grotheer (Skeleton)
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Die deutsche Medaillenbilanz kann sich sehen lassen, Platz zwei hinter Norwegen mit 12 Gold/10 Silber/5 Bronze. Und die mitteldeutschen Athletinnen und Athleten trugen maßgeblich zum guten Abschneiden des Deutschen Skiverbandes bei. Was allerdings nicht übersehen werden darf, zwei Fachverbände lieferten, andere blieben hinter den Erwartungen zurück.

Die mitteldeutschen Medaillen-Asse in der Übersicht:

Biathlon:

Denise Herrmann (1 Gold, 1 Bronze)

Die 33-Jährige aus Oberwiesenthal holte im Einzel die Goldmedaille und am Abschluss der Wettkämpfe auch noch Bronze mit der Staffel.“ Wir waren als Team auf den Punkt da. Wir haben alle gezeigt, was wir draufhaben“, freute sich Herrmann nach der Staffel.

Biathletin Denise Herrmann jubelt über Olympia-Gold.
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Vanessa Voigt (1 Bronze)

Im letzten Wettkampf klappte es mit der Staffel auch bei der Thüringerin Vanessa Voigt. "Unfassbar, verrückt. Wie geil war denn dieser Tag", jubelte die Schmalkaldenerin, die im Einzel als starke Vierte nur knapp eine Medaille verpasst hatte.

Bob:

Mariama Jamanka (1 Silbermedaille)

Bei ihren letzten Olympischen Spielen fischte die Thüringerin Jamanka noch einmal Silber aus dem Eiskanal. "Nach den letzten Jahren, die sehr kräftezehrend waren, bin ich unfassbar glücklich über diese Medaille. Es sind meine letzten Olympischen Spiele, deswegen bin ich doppelt froh", sagte die 31-Jährige. Nach ihrem Goldtriumph vor vier Jahren hatte Jamanka mit vielen Tiefen zu kämpfen. Zumindest die WM 2023 in St. Moritz hat sie aber noch nicht ganz abgeschrieben.

Mariama Jamanka and Alexandra Burghardt (Zweierbob)
Mariama Jamanka und Alexandra Burghardt Bildrechte: IMAGO / GEPA pictures

Pilot Francesco Friedrich (2 Goldmedaillen), Anschieber Thorsten Margis (2 Goldmedaillen)
Anschieber Candy Bauer (1 Goldmedaille) und Anschieber Alexander Schüller (1 Goldmedaille)

Unfassbare Leistung von Francesco Friedrich: Der Sachse wiederholte tatsächlich seinen Doppel-Triumph von 2018 und fuhr im Zweier und Vierer zur Goldmedaille. Und in vier Jahren will Friedrich in Mailand und Cortina d'Ampezzo den nächsten Coup landen, dann auch mit familiärer Unterstützung. "Wir werden Cortina alle zusammen feiern, wir werden dort mit ein, zwei Bussen kommen und einen gemeinsamen Abschluss haben."

Francesco Friedrich, Thorsten Margis, Candy Bauer, Alexander Schüller feiern.
Francesco Friedrich, Thorsten Margis, Candy Bauer und Alexander Schüller feiern. Bildrechte: IMAGO / Xinhua

Nordische Kombination

Eric Frenzel (1 Silbermedaille)

Es war der versöhnliche Abschluss der letzten Olympischen Spiele für Eric Frenzel. In der Staffel von der Großschanze gab es Silber, nachdem der Sachse in der Loipe nach seiner langen Corona-Quarantäne in einem Hotelzimmer hat abreißen lassen. "So ausgepowert war ich in meinem ganzen Leben noch nicht. Und das will was heißen nach all den Jahren", sagte der 33-Jährige nach seinem "wahrscheinlich letzten olympischen Wettkampf". Eine endgültige Entscheidung soll nach Saisonende fallen.  

Vinzenz Geiger und Eric Frenzel beim Wechsel
Vinzenz Geiger und Eric Frenzel beim Wechsel Bildrechte: dpa

Rennrodel:

Johannes Ludwig (2 Goldmedaillen)

Da musste der Oberhofer erst 35 Jahre werden, um die ganz großen Erfolge einzufahren. Gold im Einzel und mit der Teamstaffel, die ersten Medaillen bei Olympischen Spielen. "Was mich die Jahre am Ball gehalten hat, war die Liebe zum Sport", sagte Ludwig, der bei vielen Saisonhöhepunkten in den Solo-Rennen auf vierten Plätzen gelandet ist und 2010 sowie 2014 Olympia verpasste. Ob der Thüringer noch ein Jahr dranghängt, will er nach Saisonende entscheiden.

Johannes Ludwig, Rennrodeln
Johannes Ludwig Bildrechte: IMAGO / Xinhua

Toni Eggert/Sascha Benecken (1 Silbermedaille)

Es soll einfach nicht sein bei Olympischen Spielen. Die Weltmeister und Weltcup-Gesamtsieger aus Suhl und Ilsenburg feierten den zweiten Platz aber gleich in mehrfacher Hinsicht wie einen Sieg. Es sei ein Sieg für die Familie, "die viele Entbehrungen in den letzten zwei Jahren in Kauf nehmen musste, weil wir permanent die Angst hatten, sich anzustecken", so Eggert. "Es war auch ein Sieg über den Leistungsdruck, weil man erwartet, dass wir als Doppelsitzer vorne reinfahren."

Skeleton:

Christopher Grotheer (1 Goldmedaille)

Der Oberhofer holte seine erste Medaille bei Olympischen Spielen, nachdem er 2020 und 2021 die WM-Titel in Altenberg gesichert hatte. "Ich muss nicht fehlerfrei fahren, um überhaupt eine Chance zu haben. Fahre ich gut, bin ich auch sauschnell", sagte Grotheer nach dem Goldtriumph. Und mit der Siegprämie will der 29-Jährige gleich zwei Großprojekte in Angriff nehmen. Den Hausbau bei Oberhof und die Hochzeit mit Freundin Marie Ann.

Axel Jungk (1 Silbermedaille)

Happyend für den Oberbärenburger: Im Januar mit Corona infiziert und in Peking erneut ein positives Ergebnis, danach doch noch die Silbermedaille. Er habe mehrfach daran gedacht, ganz aufzuhören. Dann dieser Abschluss! "Das war wie Medizin."

Axel Jungk
Axel Jungk Bildrechte: imago images/SNA

Skilanglauf:

Katharina Hennig (1 Goldmedaille, 1 Silbermedaille)
Victoria Carl (1 Goldmedaille, 1 Silbermedaille)

Was waren das für überragende Rennen der Oberwiesenthalerin Hennig und der Zella-Mehliserin Carl. Im Teamsprint gab es Gold für das mitteldeutsche Duo, in Staffel zuvor bereits eine starke Silbermedaille. "Wir sind wie im falschen Film und können das gar nicht fassen. Unglaublich, dass wir auf das Staffelsilber noch einen draufsetzen konnten", sagte Hennig. Schlussläuferin Carl meinte: "Ich zittere am ganzen Körper, ich bin voller Adrenalin und laufe herum wie Falschgeld. Erst am letzten Berg habe ich gemerkt, dass es um eine Medaille geht."

Katharina Hennig und Victoria Carl freuen sich.
Katharina Hennig und Victoria Carl freuen sich. Bildrechte: IMAGO / Bildbyran

Katherine Sauerbrey (1 Silbermedaille)

Die 24-Jährige aus Steinbach-Hallenberg war eine der Überraschungen von Peking. Bei ihren ersten Olympischen Spielen lief sie die deutsche Skilanglauf-Staffel an und sorgte mit einem couragierten rennen dafür, dass es am Ende zu einer Silbermedaille reichte.

rei

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 20. Februar 2022 | 17:45 Uhr

2 Kommentare

fritz deutsch vor 18 Wochen

Bobbahnen in Oberhof,Winterberg,Altenberg,Königssee für Wenige.Hier von Bob Mafia zu sprechen, wie die NZZ, ist aber übertrieben? Einer,Zweier,Vierer,Mannschaft m.w.d.
Was fehlt noch, das die Bobs alleine fahren.

kleinerfrontkaempfer vor 19 Wochen

Gratulation an die Teilnehmer!
Woanders klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. z.B. Eishockey - 25 Spieler, Snowboard - 15 Teilnehmer, Freestyle - 9 Teilnehmer. Dazu noch ein erheblicher personeller Troß.
Überall gelobt man Besserung. Mag hinhauen. Aber in den anderen Sportnationen bleibt man auch dabei und ruht sich nicht aus.