Kampfsport | UFC Magdeburger "Käfigboxer" Niklas Stolze im Rampenlicht in Las Vegas

Niklas Stolze erfüllt sich Ende Juli einen Kindheitstraum: Der 28-jährige Kampfsportler aus Magdeburg wird in Las Vegas, dem größten Kampfsportmekka der Welt, im Rampenlicht stehen. Stolze kämpft in der "Champions League des Kampfsports".

Niklas Stolze
Der Magdeburger Niklas Stolze kämpft am 31. Juli in Las Vegas. Bildrechte: Tim Leidecker

Floyd Mayweather, Manny Pacquiao, Oscar de la Hoya, Mike Tyson und Evander Holyfield - in der Stadt, in der große Boxer ihre größten Erfolge feierten, wird am 31. Juli der Magdeburger Niklas Stolze im Ring stehen. Der 28-jährige Kickboxer hat es mit unbändigem Fleiß bis in die härteste Kampfsportliga der Welt, der Ultimate Fighting Championship (UFC), geschafft und trifft im "Fight Capital of the World" Las Vegas auf den Tunesier Mounir Lazzez.

Stolze: "Kindheitstraum wird wahr"

"Ich bin mit den großen Boxkämpfen in Las Vegas groß geworden. Als Teenager bin ich früh morgens aufgestanden, um Floyd Mayweather, Manny Pacquiao oder Oscar de la Hoya dort boxen zu sehen. Jetzt selbst im Kampfsportmekka der Welt einen Profikampf zu bestreiten, ist ein Kindheitstraum von mir", sagte Stolze. Der Schönebecker begann im Alter von 16 Jahren mit dem Kickboxen und wechselte 2014 in die Königsdisziplin des Kampfsports, die gemischten Kampfkünste (MMA). Das ist ein Vollkontaktsport, deren Kämpfer sich Schlag- und Tritttechniken zahlreicher Kampfsportarten wie dem Boxen, Taekwondo oder Karate bedienen. Am Boden kommen unter anderem Techniken aus dem Ringen und Judo zum Einsatz. "MMA", meint Niklas Stolze, "ist der ultimative Kampfsport." Nach starken Leistungen in internationalen Wettkämpfen in Irland, Österreich und Tschechien war er 2020 von der UFC unter Vertrag genommen worden.

Der Käfig, der ihm die Welt bedeutet

Stolze, der Junge aus Sachsen-Anhalt, der aus Schönebeck stammt und in Magdeburg lebt, hat eine Ausbildung zum Schweißer absolviert. Ein freundlicher Typ. Clever. Kommunikativ. Und stark. Er hat schon vor Jahren fest daran geglaubt, dass ihn sein Weg noch weiter nach oben führen wird. Für den Traum der Ultimate Fighting Championship (UFC), der weltweit größten MMA-Organisation aus den USA, gab er alles. Und Stolze hat noch große Pläne und Ideen: "Die UFC nach Deutschland holen und dann eine Open-Air-Veranstaltung in der MDCC-Arena durchführen, das wäre es."

Keine wilde Prügelei...

In Deutschland ist der MMA längst nicht so populär wie in Irland beispielsweise. Schade, sagte Stolze einst im MDR-Interview und meinte damals, dieser Sport hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Warum? "MMA ist unfassbar facettenreich, du musst alle Kampfsportarten beherrschen. Der beste MMA-Sportler ist der beste Kämpfer der Welt." Deshalb meint Niklas Stolze auch: "Es ist ein Sport für Leute mit einem gewissen IQ. Sonst kannst du das alles gar nicht lernen, aufnehmen und umsetzen. Richtig gute MMA-Kämpfer sind meistens auch clevere Typen."

Aber ist MMA nicht nur eine wilde Prügelei im Käfig? Alles zu martialisch? Alles zu brutal? Niklas Stolze kennt die Vorurteile, erklärt aber: "Es ist ein fairer Sport. Klar: Wir kämpfen am Boden weiter, dürfen schlagen, bis der Ringrichter abbricht. Aber es gibt auch unheimlich viele Regeln, die zum Beispiel Tieftritte verbieten, das Schlagen mit offenen Fingern oder Kopfnüsse. Wenn der Gegner am Boden liegt, darfst du nicht gegen den Kopf oder Körper treten. Es ist alles reglementiert."

red/dg/pm

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell | 01. August 2021 | 14:40 Uhr

1 Kommentar

Andy Krisst vor 9 Wochen

Lieber MDR,
"Vegas, dem größten Kampfsportmekka der Welt!"
Da ist Euch ein lupenreiner Pleonasmus unterlaufen!
Was Niklas Stolze mit "es ist ein Sport für Leute mit einem gewissen IQ" meinte, wurde mir erst beim nochmaligen Lesen klar!